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Was die Welt von Asien erwarten kann. Mehr Diplomatie bitte! Von Ban Ki-moon (Die Welt)

Was die Welt von Asien erwarten kann.
Mehr Diplomatie bitte!

Von Ban Ki-moon

Gastkommentar in der Welt, 4. Januar 2008:


Bevor ich UN-Generalsekretär wurde, war ich asiatischer Diplomat. Während ich Außenminister der Republik Korea war, machten meine Regierung und ich uns für eine Entspannung mit dem Norden stark. Als manch einer auf der Welt Sanktionen und Strafen forderte, drang Südkorea auf Dialog. Genau das machen wir derzeit in Myanmar. Mein Sonderberater Ibrahim Gambari ist zurück nach Rangun gereist. Er soll dort als Unterhändler und Vermittler eines Dialogs zwischen Regierung und Oppositionsführern (insbesondere Aung San Suu Kyi) agieren. Ziel ist, dass die Regierung in Myanmar alle inhaftierten Studenten und Demonstranten freilässt, mit der Opposition zusammenarbeitet, sich zu einer demokratischeren Gesellschaft hinentwickelt und sich der internationalen Gemeinschaft wieder anschließt.

In Darfur sind wir an diesem Punkt. Ich habe Hunderte Stunden damit verbracht, hinter geschlossenen Türen mit verschiedenen Konfliktparteien zu arbeiten - der sudanesischen Regierung, Rebellenführern, Nachbarländern und Partnern aus der Afrikanischen Union. Doch obwohl ich für meine Art der "asiatischen" Politik werbe, kann man sich als Asiat am diplomatischen Runden Tisch der internationalen Gemeinschaft manchmal etwas einsam fühlen. Wir Asiaten bewohnen den größten Kontinent der Welt mit der höchsten Bevölkerungszahl und den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsräumen. Wir verfügen über eine reiche Geschichte und uralte Kulturen. Dennoch spielen wir in internationalen Angelegenheiten eine bei Weitem geringere Rolle, als wir das könnten oder sollten.

Die Lateinamerikaner und Nordamerikaner träumen davon, eine Freihandelszone zu schaffen. Die Europäer reden davon, die Vereinigten Staaten von Europa zu gründen. Die Afrikanische Union strebt an, zu den Vereinigten Staaten von Afrika zu werden. Warum keine Vereinigten Staaten von Asien? Der Hauptgrund ist, dass wir es nicht versucht haben. Asien wird sich selbst nicht gerecht.

Ich hoffe, ein Asien zu erleben, das sowohl besser integriert als auch international engagiert ist. Die Koreaner haben bei den Sechs-Parteien-Gesprächen bereits ihre Vorliebe für multilaterale Diplomatie und schnelle Lösungsfindung unter Beweis gestellt. Jetzt müssen sie und die Asiaten insgesamt sowohl ihre Fähigkeiten als auch ihren Erfolg bei den dringendsten aktuellen globalen Fragen zur Anwendung bringen. Dies ist nicht nur meine Hoffnung, es ist auch Asiens Verpflichtung.

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Der Autor ist Generalsekretär der Vereinten Nationen.

 

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