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Jede Minute stirbt ein Aids-Kind / von Kofi Annan --- Gastkommentar in der Welt am Sonntag, 2. Dezember 2001

Dramatischer Apell des UN-Generalsekretärs Kofi Annan zum Welt-Aids-Tag

Jeden Tag sterben mehr als 8000 Menschen an Aids. Jede Stunde infizieren sich fast 600 Menschen. Jede Minute stirbt ein Kind an dem Virus. So wie das Leben - und Sterben - nach dem 11. September weitergeht, so müssen wir im Kampf gegen Aids fortfahren. Vor den Terroranschlägen vor zwei Monaten war viel Boden in diesem Kampf gewonnen worden. Diesen Boden wieder aufzugeben würde bedeuten, eine Tragödie durch eine andere zu verschärfen.

Aids ist eine Katastrophe von globalem Ausmaß. Neue Zahlen, die zum Welt-Aids-Tag am Samstag veröffentlicht wurden, belegen, dass mehr als 40 Millionen Menschen weltweit mit dem Virus leben, die große Mehrheit in Afrika südlich der Sahara, wo die Seuche solche Verheerungen hervorgerufen hat, dass sie zum Haupthemmnis für die Entwicklung dieser Region wurde. Ganze Länder verarmen immer weiter, ihre Möglichkeiten, sich von der Seuche zu erholen, sind begrenzt. Doch auch in Teilen der Karibik und Asiens steht es schlimm, und in Osteuropa breitet sich die Krankheit in alarmierendem Ausmaß aus.
Zu lange hat die Welt viel zu langsam auf Aids reagiert. Doch in diesem Jahr ist vielen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft das Ausmaß der Krise bewusst geworden. Nie zuvor in den zwei langen Jahrzehnten, in denen die Welt der wachsenden Katastrophe gegenüberstand, hat es solche gemeinsame Entschlossenheit gegeben. Pharmazeutische Unternehmen haben ihre Medikamente gegen Aids in ärmeren Ländern erschwinglicher werden lassen, eine wachsende Zahl von Unternehmen hat Programme ins Leben gerufen, um Prävention und Behandlung für Arbeitnehmer und ihr Umfeld bereitzustellen. Stiftungen liefern immer einfallsreichere und großzügigere Beiträge zur Prävention und zur Entwicklung eines Impfstoffes.

Es gibt auch ein neues Verständnis über die besonderen Opfer, die Aids den Frauen abverlangt - und über die Schlüsselrolle, die Frauen beim Kampf gegen die Krankheit spielen.

Die ganze UN-Familie kämpft mit vollem Einsatz nach einer einheitlichen Strategie, unserem UNAIDS-Programm. Bei einer Sondertagung der UN-Generalversammlung beschlossen die Mitglieder, eine umfassende und koordinierte globale Antwort auf die Aids-Krise zu erarbeiten. Bis 2005 wollen sie sicherstellen, dass eine Vielzahl von Präventionsprogrammen in allen Ländern zugänglich ist, und sie wollen die Einrichtung eines Fonds zur Finanzierung vordringlicher Maßnahmen gegen die Epidemie unterstützen. Nur sieben Monate nach meinem Vorschlag, diesen Fonds zur Unterstützung des globalen Kampfes gegen Aids einzurichten, liegen bereits Spendenzusagen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar vor.

Am Ende dieses Jahres ist unser Weg klar vorgezeichnet. Wir haben die Instrumente und das Wissen, um Aids wirksam zu bekämpfen. Jetzt müssen wir den politischen Willen dazu aufbringen. Unsere Aufgabe ist heute dringlicher denn je. Das Leben nach dem 11. September hat uns alle stärker darüber nachdenken lassen, was für eine Welt wir für unsere Kinder wollen. Es ist die gleiche Welt, die wir am 10. September wollten - eine Welt, in der nicht jede Minute ein Kind an Aids stirbt. Deshalb dürfen wir nicht eine Tragödie durch eine andere verschärfen.

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