Samstag, 18 November 2017
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UNO-Newsletter: Irakische Flüchtlinge, Angriff auf Blauhelm-Soldaten, Madagaskar

Deutschland nimmt irakische Flüchtlinge auf

Die ersten von insgesamt 2.500 Flüchtlingen aus dem Irak sind in Deutschland eingetroffen. Dabei handelt es sich um ein junges Paar, das zusammen mit ihrem schwer herzkranken Sohn von Jordanien aus nach Deutschland gebracht worden ist. Weitere 120 Flüchtlinge werden diesen Donnerstag in Hannover eintreffen, teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mit. Danach sollen alle zwei Wochen bis zu 145 Flüchtlinge mit dem Flugzeug in Deutschland ankommen und ins Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen gebracht werden. Der Aufnahmeprozess soll etwa ein dreiviertel Jahr dauern. Die EU-Innenminister hatten Ende November beschlossen, rund 10.000 besonders schutzwürdigen irakischen Flüchtlingen Zuflucht zu gewähren. Dazu gehören Angehörige religiöser Minderheiten wie Christen, Mandäer und Yesiden, die keine Rückkehrmöglichkeit in ihre Heimat haben. Von ihnen sollen 2.500 in Deutschland aufgenommen werden. UNHCR und das Bundesamt für Migration und Flüchtlingsfragen in Nürnberg wählen derzeit die Flüchtlinge aus. Sie leben in Lagern in Syrien und in Jordanien. Die Flüchtlinge sollen zunächst nach Friedland gebracht und nach zwei Wochen auf die Bundesländer verteilt werden. Wohlfahrtsverbände und Kirchen bereiten sich derzeit unter anderem durch Schulungen auf die Ankunft der Iraker vor. Neben Dolmetscherdiensten werden ihnen soziale Beratung und Betreuung sowie warme Kleidung angeboten.

Lesen Sie hier mehr (Englisch)

Informationen zum Ablauf des Aufnahmeverfahrens für irakische Staatsangehörige (pdf)

 

 

UNO-Soldat in Darfur getötet

Bei einem Attentat in der sudanesischen Konfliktregion Sudan ist Right-click here to download pictures. To help protect your privacy, Outlook prevented automatic download of this picture from the Internet.
Sudannach UNO-Angaben ein Blauhelm-Soldat ums Leben gekommen. Die UNO-Soldaten waren auf ihrem Weg nach Nyala im Süden Darfurs, als acht unbekannte bewaffnete Männer das Feuer eröffneten. Laut UNO sei es zu einem Schusswechsel gekommen, in dessen Verlauf der Mann schwer getroffen wurde. Obwohl er sofort behandelt und per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Al-Fascher geflogen worden sei, konnte er nicht gerettet werden.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der Einsatz der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen in Darfur (UNAMID) haben den Anschlag auf die Soldaten der UNO-Friedensmission aufs Schärfste verurteilt. Es war der zweite Angriff auf Blauhelm-Soldaten innerhalb einer Woche. „Der Generalsekretär ist zutiefst beunruhigt angesichts der steigenden Sicherheitsbedrohungen, denen UNAMID in Darfur ausgesetzt ist“, teilte eine UNO-Sprecherin mit. „Er fordert alle Parteien dazu auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und die Sicherheit der UNO-Mitarbeiter zu gewährleisten“.

Die Sicherheitslage für humanitäre Helfer im Sudan hat sich bereits seit Beginn des Monats verschlechtert. Nachdem der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag am 4. März Anklage gegen den sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur erhoben hatte, wurden 13 ausländische Hilfsorganisationen bereits des Landes verwiesen.  

Nach UNO-Schätzungen starben seit Beginn des Konflikts in Darfur vor sechs Jahren mehr als 300.000 Menschen. Etwas 2,7 Millionen Vertriebene leben in Flüchtlingslagern.


 

Ban fordert friedliche Demokratisierung in Madagaskar

Nach der Amtsniederlegung des Präsidenten Marc Ravalomanana in Madagaskar hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon alle Parteien gebeten, verantwortungsbewusst zu handeln. Er forderte die Beteiligten dazu auf, sich um Stabilität und einen reibungslosen Demokratisierungsprozess zu bemühen. „Dafür müssen vorläufige Vereinbarungen im Konsens getroffen werden, die auch in der Bevölkerung breite Zustimmung finden“, betonte der  Generalsekretär. Ban zeigte sich beunruhigt über die aktuellen politischen Spannungen in Madagaskar. Seit Januar starben beinahe 100 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Ravalomanana und Andry Rajoelina, dem Bürgermeister der Hauptstadt Anatananarivo. Die Vereinten Nationen sind bemüht, den Konflikt gemeinsam mit ihren Partnern friedlich beizulegen. Der beigeordnete UNO-Generalsekretär für politische Angelegenheiten, Haile Menkerios, hat die Insel im Indischen Ozean für Vermittlungsgespräche bereits zweimal besucht.

 

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