Donnerstag, 23 November 2017
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UNO-Newsletter: Flüchtlingsdrama, G20-Gipfel, Konflikt in Zentralafrika, Weltgesundheitstag

UNHCR entsetzt über Flüchtlingsdrama im Mittelmeer  

  Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zeigte sich entsetzt, dass hunderte Menschen beim Versuch, Europa auf dem Seeweg über das Mittelmeer zu erreichen, als vermisst oder tot gelten. Berichte lassen nach UNHCR-Angaben vermuten, dass in den vergangenen Tagen eine Reihe von Schiffen von der Küste Libyens aus Kurs auf Italien genommen haben. Mindestens ein Schiff ist dabei gekentert. UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, spricht von einem tragischen Beispiel für ein globales Phänomen.

Ägyptische Behörden melden, dass das Unglück zirka 30 Kilometer von der libyschen Küste entfernt passiert ist und einige Ägypter gerettet werden konnten; aber auch Tote wurden gefunden. An Bord befanden sich Nordafrikaner und Menschen aus Ländern südlich der Sahara.

Die Schleppersaison im Mittelmeer hat gerade begonnen. Das UNHCR-Büro in Rom berichtete, dass erst vergangene Woche zwei Boote Italien erreicht haben. Auf Sizilien sind 244 Personen angekommen; 219 Menschen auf Lampedusa. Im vergangenen Jahr erreichten 36.000 Boatpeople aus Nordafrika Italien auf dem Seeweg, davon haben 75 Prozent Asyl beantragt. 50 Prozent erhielten von den italienischen Behörden internationalen Schutz. 525 sind bei der Überfahrt gestorben oder gelten weiter als vermisst.

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UNO warnt G20-Teilnehmer vor Entwicklungskrise

Die aktuelle Weltwirtschaftskrise könnte sich zu einer Katastrophe für die ärmsten Länder der Welt ausweiten, warnt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). UNDP fordert deswegen im Vorfeld des G20-Gipfels zur Wirtschaftskrise, der am Donnerstag in London stattfindet, dort auch über die Notlage der Entwicklungsländer zu sprechen.

„Europa und Amerika befinden sich nicht alleine in einer Krise. Die G20-Staaten müssen erkennen, dass wir alle davon betroffen sind“ fordert der stellvertretende UNDP-Leiter Ad Melkert. „Den Menschen der ärmsten Länder droht eine schlimme Entwicklungskrise. Die G20-Länder müssen die notwendigen Hilfsmittel zur Verfügung stellen, um sie vor einer solchen Katastrophe zu bewahren“.

 

Madi Tribe family in Nimule, Sudan.

Untersuchungen von Rezessionen in der Vergangenheit haben laut UNDP gezeigt, dass arme Länder deutlich mehr unter wirtschaftlichen Rückgängen leiden als reichere Länder. Vor allem Frauen, Kinder und die ärmsten Teile der Gesellschaft seien am meisten anfällig für die Folgen eines Zusammenbruchs der Wirtschaft. Dies zeige sich in Form sinkender Lebenserwartung, Einschulungs- und Absolventenzahlen. Im Zuge der Wirtschaftskrise nehme die Arbeitslosigkeit zu und immer mehr Familien verfielen in extreme Armut.

„Für viele Menschen in den ärmsten Ländern der Welt geht es bei der Krise um Leben und Tod. Es kann Jahre dauern, bis die Länder wieder das gleiche Niveau des Wirtschaftswachstums, der Einschulungs- und Sterberaten erreichen wie zuvor“, warnt Ad Melkert.

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Weitere Informationen zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf die Entwicklungsländer finden Sie hier:  http://www.undp.org/economic_crisis

 

 

Ein Anstieg von gewaltsamen Zusammenstößen in der Zentralafrikanischen Republik haben nach Angaben der Vereinten Nationen bereits zehntausende Zivilisten in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen befürchten nun, dass durch die Unruhen die humanitäre Krise in dem Land noch verschlimmert werden könnte.

Der Konflikt gefährdet außerdem Fortschritte bei der Machtaufteilung zwischen der Regierung und Rebellengruppen, so das UNO-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA).

Die neuesten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Nordwesten der Republik haben dazu geführt, dass 6.400 Menschen in die Wildnis und weitere 9.000 über die Grenze in den Tschad geflohen sind.

 

 

 

Ban: Krankenhäuser müssen katastrophensicher sein

Erklärung zum Weltgesundheitstag am 7. April 2009

Im Katastrophenfall ist eine gut vorbereitete, funktionierende medizinische Versorgung unentbehrlich. Fluten, Erdbeben und andere Naturkatastrophen fordern im schlimmsten Fall viele Menschenleben. Ausbrüche von Infektionskrankheiten und von Menschen verursachte Katastrophen können genauso tödlich für Menschen sein. Dazu gehören Strahlenunfälle ebenso wie Umweltverschmutzung durch Chemikalien. Krankhäuser und andere medizinische Einrichtungen müssen schnell und effizient darauf reagieren können. Sie sollten einen sicheren Zufluchtsort bieten und nicht selbst zum Katastrophengebiet werden.

Wenn in einem Erdbeben ein Krankenhaus einstürzt und Patienten und Mitarbeiter unter sich begräbt, kostet das viele Menschenleben. Wenn sich eine Infektionskrankheit ausbreitet, weil ein Krankenhaus schlecht belüftet oder konstruiert ist, oder weil das medizinische Personal schlecht ausgebildet ist, lassen wir Menschen in ihren schwächsten Momenten im Stich.  

Der Kampagnen-Slogan des Weltgesundheitstages 2009 soll auf diese einfachen, aber wichtigen Prinzipien aufmerksam machen: “Leben retten. Vorbereitung von Krankenhäusern auf Krisensituationen“. Es ist ein weltweiter Aufruf an alle Länder, ihre Gesundheitssysteme auf Notfälle vorzubereiten.

Um unser Ziel zu erreichen, müssen die verschiedenen UNO-Institutionen und ihre internationalen Partner unbedingt zusammenarbeiten. Die weltweite Initiative zur Katastrophenvorsorge 2008-2009 bündelt Bemühungen der Weltgesundheitsorganisation, der Internationalen Strategie zur Katastrophenvorsorge (UNISDR) und der Weltbank, um medizinische Einrichtungen besser vor Wirbelstürmen, Erdbeben und anderen Risiken zu schützen.

Wir können die Gesundheit der Menschen bewahren, indem wir medizinische Einrichtungen planen und bauen, die vor Naturkatastrophen sicher sind. Wir müssen außerdem sicherstellen, dass sie in Konflikten nicht selbst zum Angriffsziel werden. Medizinisches Personal muss gut ausgebildet werden, um in Notfällen sicher zu arbeiten. Sanitäter können nur dann Leben retten, wenn sie selbst nicht zum Opfer werden. Sobald die schlimmste Gefahr vorüber ist, müssen wir die Versorgung mit den Gesundheitsdiensten sicherstellen, auf die sich eine Gemeinschaft verlässt. Dazu gehören regelmäßige Impfungen, Dialyse und Geburtshilfe.

Wir können nicht alle Katastrophen verhindern. Aber wir können gemeinsam dazu beitragen, dass Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen darauf vorbereitet sind und im Notfall Leben retten können.“

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Weitere Informationen zum Weltgesundheitstag 2009:

WHO Europa (Deutsch): http://www.euro.who.int/whd09/Home?language=German

WHO International (Englisch): http://www.who.int/world-health-day/2009/en/index.html

 

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