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Biologische Vielfalt ist eine Lebensversicherung in unserer sich wandelnden Welt

RUNIC/82

Erklärung der Leiter internationaler Übereinkommen zu biologischer Vielfalt

VEREINTE NATIONEN/BONN, 12. September 2005 –  Die Millenniums-Entwicklungsziele verkörpern die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft auf eine bessere Welt, in der Hunger und Armut ausgerottet ist, alle Menschen grundlegende Rechte genießen sowie Gleichheit und Gesundheit in allen Ländern vorherrscht. Diese Woche werden die Staats- und Regierungschefs in New York den Fortschritt bei diesen Zielen begutachten. Wir fordern sie auf, sich daran zu erinnern, dass die Erreichung dieser Ziele sich auf dem natürlichen Leben auf dem Planet Erde gründet.

Es ist Zeit, der Tatsache ins Gesicht zu sehen, nämlich dass bei unveränderter Art, wie wir die natürlichen Ressourcen nutzen und den erzeugten Reichtum verteilen, die Millenniums-Entwicklungsziele eine Utopie des 21. Jahrhunderts bleiben werden. Bei einem Scheitern der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt und der gerechten Ertragsbeteiligung wird das wirtschaftliche Wachstum auch weiterhin unnachhaltig und ungerecht bleiben. Dies führt zu einer ungesunden Umwelt, tieferer Armut, mehr Krankheiten, der Ausrottung tausender Tierarten und einer zerstörten Umwelt.

Biologische Vielfalt ist die Grundlage, von der das Leben auf unserem Planeten abhängt und die die Entwicklung unserer menschlichen Gesellschaft erlaubte. Sauberes Wasser, Nahrung, Kraftstoffe und Fasern, Medizin und Klimakontrolle können nicht ohne biologische Vielfalt existieren. Die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele verlangen den Erhalt und einsichtigen Umgang mit der biologischen Vielfalt.
Wenn Fortschritte bei der Verringerung der Armut und der Verbesserung der Lebensumstände für unsere wachsende menschliche Bevölkerung gemacht werden, wird der Bedarf an einem funktionierenden Ökosystem offensichtlich. Die volle Bandbreite genetischer Vielfalt von Feldfrüchten und Vieh ist von entscheidender Bedeutung um sicherzustellen, dass wir uns an neue Herausforderungen durch den Klimawandel, Plagen und Seuchen anpassen können. Feuchtgebiete nehmen den Dünger auf, den wir zur Produktion reicherer Ernten einsetzen, und schützen uns vor Überflutungen. Wälder absorbieren Kohlenstoff und regulieren das Klima. Alle diese Funktionen des Ökosystems hängen von der biologischen Vielfalt ab.

Aufgrund menschlicher Aktivitäten verschwindet die biologische Vielfalt in einem inakzeptablen Tempo. Umformungen von Lebensräumen, Raubbau, Verschmutzung und Klimawandel werden angetrieben durch eine steigende Nachfrage an natürlichen Ressourcen. Eine eilige und konzertierte Aktion ist nötig. Wir müssen die biologische Vielfalt unter dem Gesichtpunkt der Nachhaltigkeit nutzen und bewahren und sicherstellen, dass die Welt die Fähigkeit hat, sich dem zukünftigen Wandel anzupassen.

In den letzten 30 Jahren wurden fünf internationale Übereinkommen durch die internationale Gemeinschaft ausgehandelt, um die Nutzung des Ökosystems und der Lebensräume zu handhaben, die biologische Vielfalt zu erhalten und bedrohte Tierarten zu schützen. Diese sind das „Ramsar Übereinkommen über Feuchtgebiete“, das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturgutes der Welt“, das „Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten“, das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“, und das „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“. Mit der Anwendung dieser Übereinkommen haben die Regierungen vereinbart, dass die schädlichen Einflüsse auf die biologische Vielfalt reduziert sowie Nutzung und Ertragsverteilung reguliert werden.

Im Jahr 2002 setzte das Übereinkommen über die biologische Vielfalt das Ziel „bis zum Jahr 2010 eine entscheidende Verringerung der aktuellen Verlustrate bei der biologischen Vielfalt auf globaler, regionaler und nationaler Ebene als Beitrag zur Linderung der Armut und zum Nutzen für alles Leben auf der Erde zu erreichen“. Diese Verpflichtung bestätigten die Staats- und Regierungschefs auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg.

Dennoch bleibt noch viel zu tun. Es wurden praktisch keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt um das Leben zu schützen. Nichtregierungsorganisationen, wie der World Wildlife Fund und Conservation International haben dem Aufruf auf großartige Weise geantwortet und versucht die Lücke zu füllen. Genauso haben dies auch eine Reihe von Regierungen getan. Eine Mehrheit jedoch blieb befremdlicherweise stumm gegenüber dem raschen Verlust von Naturresourcen. Solange sie nicht ihre Stimme erheben, werden die Ziele der Staats- und Regierungschefs nicht erreicht werden.

Wir, die Leiter der Sekretariate internationaler Übereinkommen zur biologischen Vielfalt
lenken die Aufmerksamkeit der internationale Gemeinschaft auf die wichtige Rolle, die die biologische Vielfalt zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele spielt. Biologische Vielfalt ist unverzichtbar bei den Bemühungen Hunger und Armut auszurotten, Gesundheit zu fördern und damit Freiheit und Gleichheit für uns alle zu sichern.

rufen alle Regierungen der Welt dazu auf im Einklang zu Ihren Verpflichtungen zu handeln, um biologische Vielfalt zu erhalten und nachhaltig zu nutzen sowie sicherzustellen, dass alle Nutzen daraus ziehen.

Alle Menschen sind auf die biologische Vielfalt für ihr Auskommen entweder direkt oder indirekt angewiesen. Biologische Vielfalt ist die Grundlage für das Wohlergehen der Menschheit. Die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen und die biologische Vielfalt gerecht und nachhaltig zu handhaben und zu bewahren wird sicherstellen, dass die natürlichen Resourcen und Güter und Funktionen des Ökosystems für kommende Generationen zur Verfügung stehen.

Hamdallah Zedan
Exekutivsekretär, Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD)

Willem Wijnstekers Exekutivsekretär, Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES)

Robert Hepworth
Exekutivsekretär, Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (CMS)

Peter Bridgewater Generalsekretär, Übereinkommen über Feuchtgebiete (Ramsar)

Francesco Bandarin
Direktor, Welterbezentrum (WHC)

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