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AIDS-Epidemie breitet sich immer noch aus

RUNIC/69

Neuer Bericht von UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan ruft die Regierungen dazu auf, den Zugang zu HIV-Prävention und Behandlung zu verbessern

VEREINTE NATIONEN/NEW YORK, 2. Juni 2005 –  Trotz ermutigender Zeichen, dass die AIDS-Epidemie in einer kleiner, aber wachsenden Anzahl von Ländern eingedämmt wird, breitet sich die Krankheit laut einem neuen Bericht von UNO-Generalsekretär Kofi Annan nach wie vor weltweit aus.

Der Bericht wurde für das heutige hochrangige Treffen der Vereinten Nationen auf Ministerebene vorbereitet und zeigt den Fortschritt beim Erreichen der Ziele auf, die vor vier Jahren bei der historischen Sondertagung der UNO-Generalversammlung zu HIV/AIDS aufgestellt wurden.

„Wir sehen deutliche Zeichen für einen Fortschritt bei der Bekämpfung von AIDS auf lokaler Ebene, aber das ist noch nicht ausreichend,“ sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan. „Es ist Zeit für die Regierungen, ihren Verpflichtungen konkrete Taten folgen zu lassen. Im September werden die Staats- und Regierungschefs den Fortschritt bei der Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele überprüfen und den einzuschlagenden Weg festlegen. Wie wir im Kampf gegen AIDS abschneiden ist von entscheidender Bedeutung. Die Ausbreitung der Epidemie anzuhalten ist nicht nur eines der Millenniums-Entwicklungsziele für sich genommen; es ist eine Voraussetzung für das Erreichen der meisten anderen Ziele.“

Zum Beispiel ist es eines der Ziele bis Ende 2005 die Verbreitung von HIV bei Männern und Frauen zwischen 15 und 24 Jahren in den am stärksten betroffenen Ländern um mindestens 25 % gegenüber 2001 zu senken. In der Realität aber sind junge Leute nach wie vor mit mehr als der Hälfte aller Neuinfektionen weltweit vertreten und haben oft keinen Zugang zu lebensrettenden Präventionsmaßnahmen.

„Die AIDS-Epidemie ist in eine neue und kritische Phase eingetreten, und so muss auch die Antwort darauf ausfallen“, sagte Dr. Peter Piot, Exekutivdirektor von UNAIDS. „Der einzige Weg, der Epidemie voraus zu sein, ist der universelle Zugang zu HIV-Prävention und Behandlung. Dies muss weltweit das wichtigste unmittelbare Ziel sein.

Laut dem Bericht des UNO-Generalsekretärs wurden seit 2001 einige Fortschritte gemacht. Weltweit hat sich die Zahl derjenigen verdoppelt, die Beratung erhalten und auf HIV untersucht werden. Die Zahl der Frauen, die Zugang zu Präventionsmaßnahmen gegen Mutter-zu-Kind-Übertragungen von HIV erhalten, ist um 70 % angestiegen, und die Zahl junger Menschen, die AIDS-Aufklärung im Unterricht erhalten, hat sich verdoppelt.

Die Finanzierung von AIDS-Programmen in Entwicklungsländern ist deutlich von 2 Milliarden US-Dollar in Jahr 2001 auf 8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 angestiegen. Die Mittel sind aber noch nicht ausreichend, um die Epidemie effektiv zurückzudrängen.

Trotz ermutigender Zeichen zeigt der Bericht auch große Herausforderungen zur Eindämmung der Epidemie auf, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Ende 2004 hatten nur 12% der 6 Millionen Infizierten, die eine HIV-Behandlung benötigten, auch Zugang dazu. Gezielte Präventionsmaßnahmen erreichten nur 16% der Sexarbeiter, 11% der Männer, die mit Männern Sex haben, 20% der Straßenkinder und weniger als 5% der weltweit 13 Millionen Menschen, die sich Drogen injizieren.

Der Bericht gibt spezielle Empfehlungen ab zur Verbesserung der Präventions- und Behandlungsanstrengungen, zur Erweiterung der Maßnahmen für Waisen und Kinder, die verwundbar für AIDS geworden sind, zur Sicherung der Geschlechtergleichheit und zur Mobilisierung zusätzlicher Mittel für den Kampf gegen AIDS. Diese beinhalten Vorschläge, um AIDS-Test breit verfügbar zu machen, HIV-Prävention in die Erweiterung der Behandlungsmaßnahmen zu integrieren, freien Zugang zu Bildung für Jungen und Mädchen zu fördern und die Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen.

Weitere Informationen:
Annemarie Hou, UNAIDS, New York, Mobiltel.: 0041 79 500 21 23
Jonathan Rich, UNAIDS, New York, Tel.: 001 212 532 02 55
Dominique De Santis, UNAIDS, Genf, Tel.: 0041 22 791 4509
Newton Kanhema, UNO-Hauptabteilung für Presse und Information, New York, Tel. 001 212 963 56 02

Der Bericht des UNO-Generalsekretärs und Informationen zum hochrangigen Treffen der UNO-Generalversammlung sind abrufbar auf der Internet-Seite von UNAIDS: www.unaids.org

 


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