Dienstag, 21 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon: „Bewaffnete Konflikte führen auch zu massiver Umweltzerstörung“

UNRIC/208 (PDF)

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

„Bewaffnete Konflikte führen auch zu massiver Umweltzerstörung“

Erklärung zum Internationalen Tag für die Verhütung der Ausbeutung der
Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten, 6. November 2007

New York/Vereinte Nationen – Eine der häufigsten und furchtbarsten Auswirkungen bewaffneter Konflikte ist die massenhafte Flucht vor Gewalt und Unsicherheit. Diese großen Bevölkerungsverschiebungen verursachen unsagbares Leid und unterbrechen Wirtschaftsabläufe. Sie schädigen aber auch die Umwelt, vor allem in wasserarmen und umweltbelasteten Regionen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat in einer in diesem Jahr durchgeführten Studie festgestellt, dass die Vertreibung von über zwei Millionen Menschen in Darfur seit 2003 zu erheblicher Entwaldung, Bodenzerstörung und übermäßiger Ausbeutung von Grundwasser-Ressourcen in der Nähe der größeren Flüchtlingslager geführt hat.

Damit umweltbezogene Belange bei Hilfs- und  Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden, müssen alle relevanten Akteure von Regierungen, dem System der Vereinten Nationen, den nichtstaatlichen Organisationen und der Gebergemeinschaft in die Maßnahmen einbezogen werden. Seit 1995 führt UNEP Umweltstudien nach Konflikten durch und stellt technische Hilfe zur Verfügung, um Umweltrisiken in über 20 Ländern zu mindern.

Zur Zeit arbeitet UNEP mit der Regierung der Demokratischen Republik Kongo sowie Partnern der UNO zusammen, um die Folgen der Vertreibung in den östlichen Landesteilen zu mildern, wo vor kurzem Lager für Flüchtlinge aus der Nordkivu-Region errichtet worden sind. Die Lager befinden sich am Virunga-Nationalpark, einer Weltkulturerbestätte, die die Hälfte des Restbestands der Berggorillas – die seltenste und höchstgefährdete Menschenaffenart – beheimatet. Ohne solides Umweltmanagement birgt der Zustrom von Menschen große Risiken für das empfindliche Ökosystem. Dazu zählt zum Beispiel die unkontrollierte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, um die Grundbedürfnisse nach Nahrung und Energie zu decken. UNEP und seine Partner helfen dabei, nachhaltige Lebensgrundlagen für die Flüchtlinge in der Gegend zu entwickeln und die Leistungsfähigkeit vor Ort zu verbessern, um die ökologischen Auswirkungen der Vertreibung zu beseitigen.

Ähnliche Projekte hat UNEP erfolgreich in Liberia umgesetzt. Dort waren schätzungsweise 800.000 Menschen – ein Viertel der Bevölkerung – während des 14 Jahre anhaltenden Konflikts gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Dies führte zu schweren Zerstörungen der Wälder, des Bodens sowie der Wasserläufe innerhalb und außerhalb der Lager und Siedlungen. Die Aktivitäten von UNEP wurden auch durch andere Einrichtungen wie die Mission der Vereinten Nationen in Liberia unterstützt, die eine Abteilung für Umwelt- und Naturressourcen eingerichtet hatte.

Ökologischer Aspekte müssen berücksichtigt werden um langfristige Umweltzerstörungen zu vermeiden, die ihrerseits Sicherheit und Entwicklung gefährden und so zu weiteren Konflikten und Vertreibungen führen. Aus diesem Grund hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen vor sechs Jahren den Internationalen Tag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten eingeführt. Lassen Sie uns an diesem Tag unser Engagement für diesen Auftrag erneuern.

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
deutschland@unric.org

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front