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UNO erhält Zusagen von 16 Milliarden US-Dollar beim Treffen zur Armutsbekämpfung

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PRESSEMITTEILUNG
26. September 2008
(PDF)

UNO erhält Zusagen von 16 Milliarden US-Dollar beim Treffen zur Armutsbekämpfung

New York, 25. September – Bei dem hochrangigen Treffen zu den Millenniums-Entwicklungszielen haben Regierungen, Stiftungen, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zusätzliche Verpflichtungen angekündigt. Die Hauptgeberländer und Partner haben weitere Mittel zugesagt. Dazu gehören mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar für Ausbildung und drei Milliarden für Malaria-Bekämpfung.

Die unten aufgeführten Ergebnisse basieren auf dem Stand von gestern Nachmittag. Eine vollständige Aufstellung ist auf der Webseite des hochrangigen Treffens abrufbar: http://www.un.org/millenniumgoals/2008highlevel

1. Ziel: Beseitigung der extremen Armut und Hunger

Die Europäische Kommission hat zusätzliche 500 Millionen Euro für das Welternährungsprogramm (WFP) für den Zeitraum zwischen 2009 und 2012 zugesichert.

Die Republik Korea hat sich auf 100 Millionen US Dollar über die nächsten drei Jahre für die Notfall-Lebensmittelhilfe des WFP verpflichtet.

Die Vereinigten Staaten haben 61 Millionen US Dollar über die kommenden fünf Jahre versprochen, um afrikanische Kleinbauern mit erschwinglichem, verlässlichem und qualitativ hochwertigem Saatgut und Pflanzen über das US-amerikanische Programm „Investitionen in landwirtschaftliche Partnerschaften zur Hungerbekämpfung“ zu unterstützen.

Das Welternährungsprogramm (WFP), die Bill und Melinda Gates Stiftung sowie die Howard G. Buffet Stiftung haben angekündigt, ein so genanntes „Kauf für Fortschritt“ Programm (P4P) in Höhe von 76 Millionen Dollar zu starten, um tausenden Landwirten Zugang zu verlässlichen Märkten zu geben, auf denen sie ihre Ernte zu wettbewerbsfähigen Preisen verkaufen können.

Unternehmen und Partnerschaften haben ebenfalls Aktionen angekündigt, um Menschen aus der Armut zu helfen. Yara International hat bekannt gegeben, 60 Millionen Dollar zu investieren, um in Mozambique und Tansania Düngemittelstationen zu bauen. Ericsson errichtet ein Innovations-Zentrum, das seinen Schwerpunkt auf Anwendungen setzt, die auf die Bedürfnisse von 400.000 Menschen im südlichen Afrika zugeschnitten sind. Die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) beschafft vier Milliarden US Dollar vom Anleihenmarkt, um Investitionen in Entwicklungsländern zu finanzieren. Finlay hat sich darauf verpflichtet, bis 2011 10.000 neue Arbeitsplätze in Bangladesch zu schaffen.

Pakistan hat ein Überweisungs-Programm (Benazir Income Support Programme) mit einem Etat von 738.000 US-Dollar für den Zeitraum von 2008 bis 2009 ins Leben gerufen, um 3,4 Millionen Haushalte mit niedrigem Einkommen mit 21 US-Dollar im Monat zu unterstützen.

Ziel 2: Grundschulbildung für alle

Die Partnerschaft „Abschlussjahrgang 2015“ wurde gegründet, um weiteren 24 Millionen Kindern bis 2010 eine Schulbildung zu ermöglichen. Dies soll ein Meilenstein auf dem Weg zu dem Ziel sein, allen bis 2015 eine allgemeine Grundschulbildung zu ermöglichen. Es wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar zugesagt. Davon kommen drei Milliarden US-Dollar von der Weltbank, um in 30 Ländern die Schulbildung zu unterstützen, 500 Millionen US-Dollar von Saudi-Arabien, 500 Millionen US-Dollar von Australien, 255 Millionen US-Dollar von Spanien und 80 Millionen US-Dollar von Norwegen, 92 Millionen US-Dollar vom Vereinigten Königreich für die Initiative „Bildung für Alle“. Sie ist Teil der Verpflichtung, in den nächsten zehn Jahren etwa 16 Milliarden US-Dollar in Bildung zu investieren. Zu den Gebern gehören: das Vereinigte Königreich, Spanien, Frankreich, Norwegen, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, Kenia, Bangladesch, Ruanda, Sierra-Leone, Liberia, der Vatikan, die Europäische Union, die Weltbank, die UNESCO,der Arabische Fonds für Wirtschaftliche und Soziale Entwicklung, Cisco, Intel, Action Aid, Dubai Cares, die Khalifa-Stiftung, Oxfam Novib, Save the Children, die Bildungsinternationale (EI), die Globale Bildungskampagne, Königin Rania von Jordanien, Comic Relief, die Anglikanische Kirche, der Heilige Stuhl, der Jewish Council of Public Affairs sowie der World Congress of Muslim Philanthropists.

Die Europäische Union hat sich in ihrem Aktionsprogramm dazu verpflichtet, die Bildung mit weiteren 4,3 Milliarden Euro bis 2010 zu unterstützen.

Japan hat sich dazu verpflichtet, in Afrika 1.000 Schulen mit etwa 5.500 Klassenzimmern zu bauen.

Ziel 3: Gleichberechtigung der Geschlechter und den Einfluss der Frauen fördern

Dänemark hat sich dazu verpflichtet, im Jahr 2008 die Entwicklungshilfe für die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Rechte der Frauen auf beinahe 80 Millionen US-Dollar zu verdoppeln.

Als Teil des Fackellaufs für das dritte Millenniums-Entwicklungsziel, der in Dänemark und Liberia stattfand, sind 100 neuen Zusagen gemacht worden, einschließlich einer Zusage in Höhe von 100 Millionen US-Dollar von Goldman Sachs.

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit und Ziel 5: Gesundheitsversorgung der Mütter

Im Jahr 2009 sollen 2,4 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden. Dieser Betrag soll auf sieben Milliarden bis 2015 steigen, um bis dahin das Ziel zu erreichen, die Sterberate von Kindern und Müttern zu senken. Bis 2015 sollen drei Millionen Mütter und sieben Millionen Neugeborene vor einem frühzeitigen Tod bewahrt werden. Die Partner, unter ihnen Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Weltbank, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Bill & Melinda Gates Stiftung wollen außerdem eine hochrangige Arbeitsgruppe einsetzen, die innovative Finanzierungsmodelle für das Gesundheitssystem entwickeln soll. So könnten zusätzliche Ressourcen genutzt und über eine Million neue Arbeitskräfte im Gesundheitswesen ausgebildet werden.

Norwegen hat für die nächsten zehn Jahre eine Milliarde US-Dollar zugesagt, um die Sterblichkeitsrate von Kindern und Müttern zu senken. Vorher hatte Norwegen bereits eine Million US-Dollar bereitgestellt, um zwischen den Jahren 2000 bis 2015 Kinder in armen Ländern impfen zu können.

Australien wird in den nächsten vier Jahren mindestens 210 Millionen US-Dollar ausgeben, um die Gesundheit von Frauen und Kindern zu verbessern. Ein Schwerpunkt soll auf dem asiatisch-pazifischen Raum liegen, wo die Sterblichkeit von Müttern und Kindern nach wie vor hoch ist.

Die Niederlande und das Vereinigte Königreich haben für die kommenden fünf Jahre 155 Millionen US-Dollar zugesagt. Damit soll die Wasser- und Sanitärversorgung in Entwicklungsländern verbessert werden.

Japan hat sich verpflichtet, in Afrika 100.000 Fachkräfte für das Gesundheitswesen auszubilden. 

Ziel 6: HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

Ein Globaler Malaria-Aktionsplan wurde vorgestellt, inklusive Zahlungszusagen in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar:

Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria: Neue Zuschüsse für Malaria in Höhe von 1,62 Milliarden US-Dollar während der nächsten zwei Jahre wurden dem Vorstand zur Genehmigung im November übermittelt, inklusive eines Verteilungsplans für 100 Millionen zusätzlicher Moskito-Bettnetze.

Weltbank: 1,1 Milliarden US-Dollar zur Erweiterung des „Malaria Booster Program“, das eine schnelle Aufstockung der Malaria-Programme in Afrika unterstützt.

Bill & Melinda Gates-Stiftung: 168,7 Millionen US-Dollar für die „PATH-Malaria-Impfinitiative“ zur Erforschung einer neuen Generation von Malaria-Impfstoffen.

Vereinigtes Königreich: Über 70 Millionen US-Dollar (40 Millionen Britische Pfund) als Zusage zur Unterstützung der „Affordable Medicines Facility for Malaria“ (Einrichtung erschwinglicher Malaria-Medikamente), die auf Anregung des Vereinigten Königreichs im Rahmen des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria operieren soll. Zusätzliche Zusagen erhöhen die Mittel für Forschung und Entwicklung im Bereich Malaria um mindestens neun Millionen US-Dollar (5 Millionen Britische Pfund) bis 2010 und stellen 20 Millionen der 125 Millionen dringend benötigen Bettnetze bereit.

Marathon Oil / Globale Wirtschaftskoalition zu HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria / Äquatorialguinea: 28 Millionen US-Dollar als Ko-Investition werden als Grundstock einer Kampagne zur Verfügung gestellt, die von der Globalen Wirtschaftskoalition zu HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria, Nie Mehr Malaria und der UNO-Stiftung orchestriert wird und Geldmittel in Höhe von 100 Millionen US-Dollar von prominenten Wirtschaftsführern einsammeln soll.

Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge / UNO-Stiftung: Zwei Millionen US-Dollar als Zuschuss für das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) zur Deckung des langfristigen Bedarfs an Insektizid-behandelten Bettnetzen in Übergangsflüchtlingslagern in Afrika. Im Jahr 2008 und 2009 wird die Partnerschaft die Bettnetze in acht afrikanischen Ländern, einschließlich Côte d'Ivoire und der Zentralafrikanischen Republik im Jahr 2008 verteilen.

Sesam-Workshop / Mattel / Nie Mehr Malaria: Zwei Millionen US-Dollar zur Bereitstellung von Schulmaterial über Malaria mit dem Schwerpunkt Sesam für Kinder und Eltern sowie Bettnetze in Sambia und Tansania.

Die Organisation der Islamischen Konferenz wird sich zur Bereitstellung von 200 Millionen US-Dollar von den Mitgliedstaaten zum Kampf gegen die Malaria verpflichten.

Dänemark verpflichtete sich zur Verdoppelung der Hilfsmittel auf 196 Millionen US-Dollar (eine Milliarde Dänische Kronen) im Jahr 2010 mit dem Ziel, einen allgemeinen Zugang zur Behandlung von HIV/Aids bis 2010 zu erreichen sowie die Ausbreitung von HIV/Aids bis 2015 zum Stoppen zu bringen und die Krankheit zurückzudrängen.

Japan sagte zusätzliche Mittel in Höhe von 560 Millionen US-Dollar für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria in den kommenden Jahren zu.

Ziel 7: Eine nachhaltige Umwelt gewährleisten

Norwegen stellt 35 Millionen US-Dollar für die Einrichtung des REDD-Programms der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Entwaldung in Entwicklungsstaaten zur Verfügung. Norwegen verpflichtete sich auch zur Mittelbereitstellung bis zu einer Milliarde US-Dollar für den Amazonas-Fonds zur Verringerung der Entwaldung im Amazonasgebiet.

Bangladesch kündigte an, 35 Millionen US-Dollar aus dem eigenen Haushalt zur Umsetzung der Klimawandelstrategie und des Aktionsplanes Bangladeschs einzusetzen. Das Vereinigte Königreich sagte weitere 150 Millionen US-Dollar dafür zu.

Die Weltbank führt eine mit acht Millionen US-Dollar dotierte Studie zur Wirtschaftslehre über die Anpassung an den Klimawandel durch. Die Studie wird finanziert vom Vereinigten Königreich, den Niederlanden und der Schweiz.

Griechenland wird vier Millionen US-Dollar (3 Millionen Euro) jährlich in den kommenden vier Jahren zur Unterstützung der Anpassung afrikanischer Staaten an den Klimawandel beisteuern. In einem ähnlichen Abkommen leistet Griechenland 1,4 Millionen US-Dollar (eine Million Euro) für die Allianz kleiner Inselstaaten.

Japan gründete die „Cool Earth“-Partnerschaft, einen neuen Finanzierungsmechanismus zum Klimawandel in Höhe von 10 Millionen US-Dollar, der mit den Entwicklungsstaaten zur Reduzierung von Emissionen zusammenarbeitet. Die Partnerschaft wird 1,2 Milliarden US-Dollar zum Klimainvestitionsfonds der Weltbank beisteuern, dem die G8-Staaten sechs Milliarden US-Dollar zugesagt haben.

Die Republik Korea stellte ein Klimapartnerschaftsprogramm Ostasiens vor, inklusive der Finanzierung von 200 Millionen US-Dollar während der nächsten fünf Jahre zur Unterstützung ostasiatischer Länder zur Kompatibilität des Wirtschaftswachstums mit dem Klimawandel.

Schweden kündigte ein neues Finanzierungspaket zum Klimawandel und Entwicklung an und stellt 585 Millionen US-Dollar als zusätzliche Mittel zur klimabezogenen Entwicklungshilfe von 2009 bis 2011 mit dem Schwerpunkt Afrika zur Verfügung.

Japan verpflichtete sich zur Entwicklung von Wassereinrichtungen für sauberes Trinkwasser für 6,5 Millionen Menschen.

Ziel 8: Eine globale Partnerschaft für die Entwicklung

Spanien hat 292 Millionen US-Dollar für den MDG-Achievement Fonds sowie 161 Millionen für einen dazu gehörenden Unterfonds zugesagt, der ab 2009 bereitstehen wird. Das Vereinigte Königreich hat zu diesem Unterfonds weitere 73 Millionen für zwei Jahre versprochen.

Dänemark stellt im Jahr 2009 drei Milliarden US-Dollar für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung. Das entspricht 0,82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zwei Drittel der bilateralen Hilfe soll Afrika zugute kommen.

Irland verpflichtet sich in diesem Jahr, 0,54 Prozent seines BIP für die Millenniums-Entwicklungsziele auszugeben und will bis 2012 diesen Anteil am BIP auf 0,70 Prozent erhöhen.

Japan verpflichtet sich, für fünf Jahre eine Anleihe zur Entwicklungszusammenarbeit in Höhe von vier Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Ein Schwerpunkt soll auf der Infrastruktur und der landwirtschaftlichen Entwicklung liegen.

Die Republik Korea wird die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit bis zum Jahr 2015 auf 3,3 Milliarden US-Dollar erhöhen. Das ist ein sechsfacher Anstieg ausgehend von 0,04 Prozent im Jahr 2000.      

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Für allgemeine Informationen kontaktieren Sie bitte die UNO-Hauptabteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Martina Donlon

Telefon: (+1-212) 963-6816
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Francois Coutu

Telefon: (+1-212) 963-8052
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Newton Kanhema

Telefon: (+1-212) 963-5602
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Pragati Pascale

Telefon: (+1-212) 963-6870
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Live-Webcasts des hochrangigen Treffens und der Pressekonferenzen finden Sie unter www.un.org/millenniumgoals/2008highlevel.

Weitere Informationen zu den Millenniums-Entwicklungszielen finden Sie unter: www.un.org/millenniumgoals


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