Dienstag, 21 November 2017
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UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan: "Die internationale Gemeinschaft hat in Ruanda versagt"

RUNIC/6

Erklärung zum 10. Jahrestag des Völkermordes in Ruanda

NEW YORK, 6. April - Im Dezember 2003 hat die Generalversammlung eine Resolution verabschiedet, die den 7. April zum Internationalen Tag des Gedenkens an den Völkermord in Ruanda bestimmt hat. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Der Völkermord in Ruanda hätte niemals geschehen dürfen. Aber er geschah. Weder das UNO-Sekretariat, noch der Sicherheitsrat, die Mitgliedsstaaten oder die Medien haben den Vorboten dieser Katastrophe genügend Aufmerksamkeit gewidmet. 800 000 Männer, Frauen und Kinder wurden im Stich gelassen. Sie wurden brutal getötet, Nachbarn brachten ihre Nachbarn um und Zufluchtsstätten wie Kirchen und Krankenhäuser wurden zu Schlachthöfen. Die internationale Gemeinschaft hat in Ruanda versagt und dies muss bei uns allen tiefes Bedauern und großen Schmerz hinterlassen.

Zehn Jahre später versuchen wir noch immer die Lage unter Kontrolle zu bekommen. In Ruanda versuchen die Vereinten Nationen ihr bestmögliches, damit die Menschen sich wieder versöhnen und ihre Gesundheit wiedererlangen. Wir sind im ganzen Land präsent - räumen Minen, gliedern Flüchtlinge wieder ein, bauen Kliniken, Schulen und das Justizwesen auf und vieles mehr. In Tansania hat das UNO-Tribunal wegweisende Urteile verkündet, einschließlich eines Urteils, in dem ein früherer Regierungschef und Journalisten des Völkermordes für schuldig befunden wurden. Außerdem kam von diesem Gericht der erste Schuldspruch, dass Vergewaltigung als eine Art von Völkermord zu sehen ist. Durch diese Schritte unternehmen die Vereinten Nationen was sie können, um den Menschen in Ruanda zu helfen - besonders der jungen Generation, die eine neue Gesellschaft aufbaut.

Aber sind wir sicher, dass wir künftig effektiv und rechtzeitig handeln werden, wenn erneut eine Situation wie damals in Ruanda entsteht? Diese Sicherheit können wir nicht haben und die Gefahr des Völkermordes bleibt auf beängstigende Weise bestehen. Deshalb möchte ich diesen Jahrestag nutzen, um vor der UNO-Menschenrechtskommission einen Aktionsplan gegen Völkermord vorzustellen, der das gesamte UNO-System einschließt. Wir können nicht abwarten bis das Schlimmste passiert ist, oder in matter Gleichgültigkeit verharren. Die Welt muss besser dafür gerüstet sein, um Völkermord zu verhindern und entschieden handeln, wenn die Vorsorge versagt.

Die Schweigeminute die am 7. April um 12 Uhr weltweit begangen wird, der Internationale Tag des Gedenkens an den Völkermord in Ruanda, bietet eine Gelegenheit, die Einigkeit zu zeigen, die uns vor zehn Jahren gefehlt hat. Ich hoffe, dass diese Schweigeminute eine Botschaft ist, die jahrelang widerhallt, eine Botschaft der Reue für die Vergangenheit und der Entschlossenheit für die Zukunft, damit eine solche Tragödie nie wieder geschieht. Mögen die Opfer des Völkermordes in Ruanda in Frieden ruhen. Möge unser Leben durch ihr Opfer nachhaltig verändert worden sein. Und mögen wir alle jenseits dieser Tragödie für mehr Menschlichkeit in der Welt arbeiten.

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