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Ban Ki-moon: „Fremde Tier- und Pflanzenarten schädigen die einheimische Umwelt immer stärker"

UNRIC/285

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

„Fremde Tier- und Pflanzenarten schädigen die einheimische Umwelt immer stärker“

Erklärung zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt, 22. Mai 2009

BONN, 18. Mai 2009 (UNO-Informationszentrum) – Der weltweite Rückgang der biologischen Vielfalt ist nach wie vor alarmierend, obwohl beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung beschlossen wurde, diese Verlustrate bis 2010 erheblich zu reduzieren. Die Hauptgründe dafür sind Abholzung, veränderte Lebensräume sowie die Zerstörung der Böden. All diese Faktoren sind mit den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels verbunden. Eine weitere Bedrohung entsteht durch fremde Tier- und Pflanzenarten, die sich immer stärker verbreiten. Dieses Problem steht im Mittelpunkt es diesjährigen Internationalen Tags der biologischen Vielfalt.

Als ungewollter Nebeneffekt der Globalisierung schädigen fremde Tier- und Pflanzenarten Ökosysteme, Lebensgrundlagen und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt. So gibt die Regierung von Südafrika pro Jahr 60 Millionen US-Dollar für den Versuch aus, Pflanzen zu beseitigen, wie etwa die australische Akazie, die auf wertvolles Farmland, Flusslandschaften und wirtschaftlich wichtige Tourismusorte wie das Cape Floral Kingdom vordringen.

In den Großen Seen in Nordamerika beeinträchtigen Zebramuscheln Schifffahrt, Fischerei und Stromerzeugung. Inseln im gesamten Pazifischen Ozean sind davon betroffen, dass Ratten, die von ausländischen Schiffen eingeschleppt wurden, einheimische Vogelarten ausrotten. In vielen Ländern Afrikas verstopfen Wasserhyazinthen Seen und Flüsse zum Schaden der Wasserfauna, des Gemeinwesens und der Industrie.

Es gibt viele weitere Beispiele dafür, wie eindringende fremde Arten die ursprüngliche Vielfalt, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und sogar die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Solche Gefahren können durch andere Ursachen, insbesondere durch den Klimawandel, noch größer werden. Die Folgen für Armutsbekämpfung, nachhaltige Entwicklung und Millenniums-Entwicklungsziele sind tief greifend.

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt geht die Gefahren an, die durch eindringende Fremdarten entstehen, indem es globale Leitlinien setzt, Information und Wissen austauscht sowie die internationale Zusammenarbeit fördert. Die günstigste und beste Methode ist Vorsorge. Um erfolgreich zu sein, müssen Regierungen, Privatwirtschaft, nichtstaatliche und internationale Organisationen zusammenarbeiten. Ein Land kann das Eindringen anderer Arten nur verhindern, wenn bekannt ist, welche Arten das tun, woher sie stammen und wie man sich davor schützen kann.

Jeder Einzelne ist verantwortlich. Örtliche und internationale Quarantäne- und Zollbestimmungen müssen eingehalten werden und tragen dazu bei, dass sich Schädlinge, Unkraut und Krankheiten nicht weiter verbreiten. Es gilt eine einfache Regel: Lassen Sie lebendige Organismen in ihrem natürlichen Lebensraum und nehmen Sie nur Erinnerungen mit nach Hause.

Im kommenden Jahr ist das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt. Höhepunkte bilden eine hochrangige Sitzung der UNO-Generalversammlung und die 10. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien zum Übereinkommen über biologische Vielfalt im japanischen Nagoya. Diese Treffen werden dazu beitragen, zukünftige Strategien zu bestimmen, wie die Ökosysteme des Planeten erhalten werden können. Eine besonders wichtige Aufgabe ist es, eindringende Fremdarten zu kontrollieren und auch andere Gründe für den Verlust biologischer Vielfalt zu untersuchen. Ich fordere alle Regierungen, Organisationen und jeden Einzelnen auf, mehr zu tun, um das Leben auf der Erde zu schützen.

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