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Entgangene Einnahmen aus der Forstwirtschaft übersteigen 5 Milliarden Dollar pro Jahr

UNIC/585

Drittes Waldforum der Vereinten Nationen in Genf, 26. Mai. - 6. Juni

Genf, 26. Mai 2003 - Durch die Unterschätzung des wirtschaftlichen Wertes der Wälder entgehen Staaten überall auf der Welt etwa 5 Milliarden Dollar pro Jahr an Einnahmen. Dies geht aus einem Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hervor, der in dieser Woche beim dritten Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF) diskutiert wird. Diese Summe beträgt dreimal so viel wie die offizielle Entwicklungshilfe für die Finanzierung nachhaltiger Forstbewirtschaftung.

Unzureichende Steuereinnahmen verringern die Einkünfte der Regierungen, sie stellen eine versteckte Subvention für Produzenten dar und verstärken verschwenderisches Abholzen. Das Problem ist ein typisches Anzeichen für eine unsachgemäße Bestandsschätzung der Forstressourcen und für eine dürftige Wertschätzung der Wälder. Durch Preise, die nicht den wahren Wert der Produkte widerspiegeln und durch gestörte Marktmechanismen florieren illegale wirtschaftliche Aktivitäten. Dadurch sinkt der Schutz des Waldes weiter. Laut dem Bericht des Generalsekretärs zu den wirtschaftlichen Perspektiven, der in Zusammenarbeit mit der Weltbank erstellt wurde, überschreiten die jährlichen Verluste die Summe von 10 Milliarden Dollar. Die geschätzte Abnahme an Waldfläche in den neunziger Jahren betrug 94 Hektar - eine Fläche größer als Venezuela.

„Gesunde Marktpraktiken und eine verantwortliche Politik sind die besten Werkzeuge, um eine nachhaltige Forstbewirtschaftung zu erreichen", sagt Pekka Patosaari, Koordinator des Waldforums (UNFF). Das UNFF ist das zwischenstaatliche Schlüsselorgan zur Unterstützung und Abstimmung, um eine nachhaltige Forstwirtschaft weltweit umzusetzen.

In Entwicklungsländern mit knappen Ressourcen und geringen Kapazitäten sind Forstdaten häufig schwer zu erhalten. Aber selbst dort, wo Informationen über den Wert von Holzprodukten vorhanden sind, so der Bericht, sind die Einnahmen geringer als der tatsächliche Wert von Nutzholz.

Mit rechtzeitigen und aktuellen Informationen über die gängigen Preise für Forstprodukte, so empfiehlt der Bericht, werden illegale Aktivitäten gesenkt. Diese Informationen werden auch Unternehmen nützen, die in geringem Umfang Produkte herstellen, die nicht aus Holz sind. Geschätzte 500 Millionen zumeist arme Menschen, die meisten von ihnen arm, leben in oder in der Nähe von Wäldern und bestreiten ihren Unterhalt durch Forstprodukte.

Der ökonomische Aspekt der Wälder ist eines der drei Schlüsselthemen, die Gegenstand der Diskussion beim dritten Waldforum in Genf vom 26. Mai bis zum 6. Juni sind. Die anderen Themen behandeln den Schutz des Waldes, um heutigen und zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden sowie die Gesundheit des Waldes und Produktivität.

Die Teilnehmer des Waldforums treffen sich jährlich und entwickeln die Einführung einer internationalen Waldpolitik. Sie mobilisieren internationale Kooperation und stärken politisches Engagement für ein nachhaltiges Management aller Wälder. Das Forum ist der Nachfolger der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Wälder (IPF) und des Zwischenstaatlichen Waldforums (IFF), die nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro ins Leben gerufen wurden, um die Verwaltung, die Erhaltung und die nachhaltige Entwicklung aller Wälder zu unterstützen. 

Weitere Informationen zum Waldforum, einschließlich offizieller Dokumente, finden sie auf der Website http://www.un.org/esa/forests/

Medienkontakt: In Genf: Michael Williams, Tel: +41 22 979 9242, Fax: +41 22 797 3464, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
In New York: Klomjit Chandrapanya, Tel: +1 212 963 9495, Fax: +1 212 963 1186, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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