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Generalsekretär Kofi A. Annan: Gerechte Wasserverteilung ist eine der dringendsten Aufgaben der Weltgemeinschaft

UNIC/575

Erklärung zum Internationalen Tag des Wassers, 22. März 2003

NEW YORK, 21. März - Im Jahr 1992 hat die Generalversammlung beschlossen, jedes Jahr am 22. März den Internationalen Tag des Wassers zu begehen, um auf die Bedeutung der Entwicklung von Wasservorkommen für die wirtschaftliche Produktivität und den sozialen Wohlstand aufmerksam zu machen. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Süßwasser ist lebenswichtig für funktionierende Ökosysteme, für eine nachhaltige Entwicklung und für das menschliche Leben an sich. Viel zu oft und in zu vielen Teilen der Welt wird jedoch Wasser verschwendet oder verschmutzt und als selbstverständliches Gut angesehen. Überall auf der Welt tragen Verschmutzung, übermäßiger Verbrauch und schlechtes Management zum Rückgang von Qualität und Quantität des verfügbaren Wassers bei. Besonders die Landwirtschaft zählt zu den größten Verursachern dieses Trends, da sie den Löwenanteil der Süßwasservorkommen verbraucht und diese oft ineffizient einsetzt. Der Gesamtnachfrage nach Wasser übersteigt bereits das Bevölkerungswachstum. Wenn die derzeitige Entwicklung anhält, werden in nicht viel mehr als zwei Jahrzehnten zwei von drei Menschen auf der Erde mäßig bis stark unter Wassermangel zu leiden haben.

Es sind vor allem die Armen in den Entwicklungsländern, die am meisten darunter leiden. Sie haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Sie sind es, die häufig die höchsten Preise für Wasser bezahlen; sie sind es, die allzu oft über keine angemessener Abwasserentsorgung verfügen; und vor allem sind sie es, die als letzte bei der Wasserverteilung mitreden können. Es sind besonders die Kinder der Armen - mehr als zwei Millionen - die jedes Jahr an Krankheiten sterben, die durch verschmutztes Wasser entstehen oder übertragen werden. Es geht hier um eine soziale, wirtschaftliche, ökologische und politische Krise, deren Bewältigung zu den höchsten Prioritäten der Weltgemeinschaft zählen sollte.

Auf dem Millenniumsgipfel im Jahre 2000, und erneut auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im vergangenen Jahr, erkannten die Staats- und Regierungschefs die zentrale Bedeutung von sauberem Trinkwasser für die menschliche Entwicklung. Sie verpflichteten sich zu einer konkreten und zeitgebundenen Agenda zur Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Probleme der Wasserressourcen und Abwasserentsorgung weltweit. In diesem Jahr, dem Internationalen Jahr des Süßwassers, müssen wir von Versprechen zur Praxis, von Bekenntnissen zu konkreten Projekten und von Absichten zur Umsetzung übergehen.

Häufig wird die Ansicht vertreten, dass Wasserknappheit und -krisen ab einem bestimmten Punkt zu bewaffneten Konflikten führen können. Aber dies muss nicht so sein. Wasserprobleme haben auch schon als Katalysator für die Zusammenarbeit von Menschen und Nationen gedient. Staaten mit Erfahrung in der Tropfenbewässerung, mit Fachwissen im Management von Wasserscheiden und Überschwemmungsgebieten teilen ihre Kenntnisse und Technologien mit anderen Ländern.

issenschaftler, lokale Behörden, Nichtregierungsorganisationen, die Privatwirtschaft und internationale Organisationen bringen ihre Bemühungen ein, um eine dringend benötigte „blaue Revolution" auf den Weg zu bringen und die Verwaltung dieser lebenswichtigen Ressource zu verbessern. Was auch immer sonst die menschliche Gemeinschaft trennt, ob wir nun flussaufwärts oder flussabwärts, in Städten oder in ländlichen Gebieten wohnen, Fragen des Wassers, ja der globale Wasserzyklus an sich, sollten uns in dem gemeinsamen Bestreben verbinden, das Wasser zu schützen und gerecht, nachhaltig und friedlich zu verteilen.

Die Investitionen, Methoden und Technologien, die erforderlich sind, um diese Herausforderung anzunehmen, liegen in unserer Reichweite. Lassen Sie uns alle zusammenarbei-ten, um das Wasser dieser Welt für unsere Zukunft zu sichern. 


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