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Generalsekretär Kofi Annan: UNO-Waffeninspektoren brauchen Zeit, um ihre Arbeit zu tun

UNIC/565

NEW YORK, 27. Januar 2003 - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat sich dafür ausgesprochen, den Waffeninspektoren der Vereinten Nationen die erforderliche Zeit zu geben, um ihren Auftrag im Irak erledigen zu können. Gleichzeitig betonte er aber, dass auch Bagdad in seiner Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen “proaktiver“ sein müsse.

“Ich bin der Meinung, wenn sie Zeit brauchen, dann soll man ihnen die Zeit geben, um ihre Arbeit zu erledigen. Wir alle, auch der Sicherheitsrat, als er sie in den Irak entsandt hat, müssen gewusst haben, dass dafür Zeit erforderlich ist - ein vernünftiges Maß an Zeit“, erklärte Annan vor Pressevertretern am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Der Generalsekretär gab diese Stellungnahme ab, bevor der Sicherheitsrat in öffentlicher Sitzung den 60-Tage-Bericht des Vorsitzenden der Überwachungs-, Verifikations- und Inspektionskommission der Vereinten Nationen (UNMOVIC), Hans Blix, und des Generaldirektors der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed ElBaradei, anhörte. Der Generalsekretär nahm danach an der öffentlichen Sitzung des Sicherheitsrates und den anschließenden nichtöffentlichen Beratungen teil.

“Ich sage nicht, dass diese Arbeit endlos fortgesetzt werden muss, aber wenn sie Zeit zur Erledigung ihres Auftrages brauchen, dann glaube ich, dass der Sicherheitsrat ihnen diese Zeit auch einräumen wird“, sagte der Generalsekretär. Er würdigte die Führungsqualitäten von Hans Blix und Mohamed ElBaradei und erinnerte daran, dass sie in der Vorwoche nach Bagdad gefahren seien, um den irakischen Regierungsvertretern mitzuteilen, was von ihnen erwartet wird.

“Sie erwarten einen proaktiveren Einsatz und ich hoffe, Irak wird tun, was die Inspektoren verlangen“, betonte Annan. Die Forderung nach der Entwaffnung des Irak komme nicht nur von den Inspektoren, sondern werde von der ganzen internationalen Staatengemeinschaft getragen. “Auch die politischen Führer der Region aus allen Nachbarstaaten sind zusammengekommen und haben den Irak ersucht, mit den Inspektoren bei der Entwaffnung zusammenzuarbeiten“, sagte Annan.

Auf die Frage nach den Auswirkungen eines möglicherweise einseitigen Vorgehens der Vereinigten Staaten auf die Vereinten Nationen und den Sicherheitsrat, sagte der Generalsekretär, er hoffe, dass die derzeitige Einhelligkeit im Sicherheitsrat auch weiter bestehen bleibe. “In meiner Rede vor der Generalversammlung habe ich am 12. September auf die Notwendigkeit des Multilateralismus, die Notwendigkeit des Handelns des Sicherheitsrates und die Notwendigkeit der Legitimität des Rates verwiesen und an dieser Haltung hat sich nichts geändert“, erklärte Generalsekretär Annan. “Ich hoffe aufrichtig, dass der Irak seinen Verpflichtungen nachkommen wird und dass wir dann weiter machen und den Irak friedlich entwaffnen können.“

“Ich habe die Hoffnung auf den Frieden noch nicht aufgegeben, und das sollten Sie auch nicht“, sagte der Generalsekretär abschließend zu den Pressevertretern.

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