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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Erklärung zum Internationalen Tag der Friedenssicherungskräfte der Vereinten Nationen, 29. Mai 2016

Bonn, 23. Mai 2016 (UNRIC) - Das Vertrauen, das die Welt der UN-Friedenssicherung schenkt, spiegelt sich in deren massivem Wachstum der letzten Jahre wider – sowohl in Bezug auf Zahlen als auch Komplexität. Vor 15 Jahren verfügten die Vereinten Nationen über weniger als 40.000 Soldaten und Polizisten. Heute dienen mehr als 105.000 Uniformierte aus 124 Ländern, die uns ihre Truppen- und Polizeieinheiten zur Verfügung stellen, unter der blauen Fahne – gemeinsam mit 18.000 internationalen und nationalen Zivilisten und UN-Freiwilligen. Sie zeigen die besten Eigenschaften globaler Solidarität, wenn sie den Schwächsten dieser Welt helfen, in gefährlichen Regionen für Sicherheit zu sorgen.

Im vergangenen Jahr haben "Blauhelme" in 16 Friedenssicherungseinsätzen weltweit unzählige Leben gerettet, Frieden gefördert und Hoffnung gegeben. Im Südsudan haben mehr als 200.000 Menschen, die um ihr Leben fürchten mussten, in UN-Basislagern Zuflucht gefunden. In der Zentralafrikanischen Republik unterstützen Friedenstruppen bedeutsame Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, die das früher krisengeschüttelte Land auf den Weg zu Frieden und Stabilität gebracht haben. UN-Soldaten standen bewaffneten Gruppen im Osten der Demokratischen Republik Kongo entgegen und entwaffneten ehemaliger Kämpfer. Auch wenn die Friedenstruppen in Mali große Verluste erlitten haben, hat es sie nicht von der Umsetzung ihres Mandats abgeschreckt. In Haiti haben die UN-Polizei und zivile Experten dafür gesorgt, Bandengewalt zu reduzieren. Als sich die Angst vor Ebola weltweit ausbreitete, haben UN-Soldaten in Liberia für Sicherheit gesorgt, während internationale Experten die Ausbreitung des Virus eindämmten.

In vielen Ländern haben Minenbekämpfungskräfte Gefahrenzonen – übersät mit Minen und explosiven Kriegsmunitionsrückständen, einschließlich Streumunition – in Bereiche für Schulen, Krankenhäuser, Krankenhäusern und Bauernhöfe verwandelt.

Leider sind nicht nur die Größe, Komplexität und Leistung der Friedenssicherung gewachsen, sondern auch das Risiko. Vor der Jahrtausendwende starben etwa drei Dutzend Friedenssicherungskräfte jedes Jahr. Mittlerweile liegt diese Zahl im Durchschnitt bei 120 jährlich.

Im vergangenen Jahr betrug die Liste der Gefallenen 129. Sie kamen aus 50 Ländern und waren Soldaten, Polizisten, internationale Beamte, UN-Freiwillige und nationale Mitarbeiter. Sie hatten sehr unterschiedliche Hintergründe, aber alle teilten ein heldenhaftes Handeln und den Glauben, dass Friedenssicherung eine globale Kraft für das Gute ist und bleiben muss.

Deshalb ist es wichtig, dass die zutiefst beunruhigenden Fälle von sexueller Ausbeutung und Missbrauch durch internationale Kräfte in Krisengebieten beendet werden. Ohne Unterlass betone ich, wie wichtig es ist, sich auf die Opfer zu konzentrieren. Und ich spreche dieses Problem bei jeder Möglichkeit an. Gleichzeitig fordere ich die Mitgliedsstaaten zum Handeln auf. Sie allein haben die Macht, ihre Kräfte zu disziplinieren und schwerwiegende Konsequenzen zu ziehen sowie für Gerechtigkeit und Ausgleich in den betroffenen Gebieten zu sorgen.

Im vergangenen Jahr habe ich ein hochrangiges unabhängiges Gremium ernannt, um zu prüfen, wie Friedenseinsätze gestärkt werden und aktuelle und künftige Herausforderungen besser angegangen werden können. Wir sind gerade dabei Friedensmissionen anzugleichen, damit sie schneller, reaktionsfähiger und transparenter werden, besonders für die Länder, in denen wir dienen.

An diesem Tag ehren wir unseren Helden – seit dem ersten Einsatz im Jahr 1948 haben mehr als eine Millionen Männer und Frauen unter der Fahne der Vereinten Nationen mit Stolz, Auszeichnung und Mut gedient. Besonders würdigen wir die mehr als 3.400 Friedenssoldaten, die ihr Leben während ihres Einsatzes gelassen haben.

Wir stehen für immer in ihrer Schuld. Und wir verpflichten uns heute, dass wir das volle Potenzial der UN-Friedenssicherung realisieren und eine bessere Zukunft schaffen werden.

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