Donnerstag, 23 November 2017
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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Erklärung zum Weltflüchtlingstag, 20. Juni 2016

UNRIC (Bonn, 20. Juni 2016) – Mit mehr als 65 Millionen Menschen, die aus ihrer Heimat entwurzelt wurden, hat die erzwungene Vertreibung noch nie dagewesene Ausmaße angenommen. Neue und wiederkehrende Konflikte sowie immer verstörendere Formen der Gewalt und Verfolgung, zwingen Menschen dazu, ihr Zuhause zu verlassen. Auf der Suche nach Sicherheit fliehen sie entweder innerhalb ihres Landes oder überschreiten als Asylsuchende internationale Landesgrenzen. Andere befinden sich in langfristigem Exil, da Lösungen für langwierige Konflikte nicht in Aussicht sind. Ende 2015 befanden sich 21,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon zählten 40,8 Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen; 3,2 Millionen haben Asylanträge gestellt.
Der Weltflüchtlingstag ist Anlass über die verheerenden Folgen von Kriegen und Verfolgung für Menschen auf der Flucht nachzudenken und ihren Mut und Durchhaltevermögen zu würdigen. Dieser Tag dient auch dazu, den Gemeinden und Staaten, die all den Geflüchteten Schutz gewähren, Aufmerksamkeit zu schenken. Oft handelt es sich dabei um abgelegene Grenzregionen, die von Armut, Instabilität und Unterentwicklung betroffen sind und nur wenig internationale Aufmerksamkeit genießen. Neun von zehn Geflüchteten leben in armen Ländern mittleren Einkommens, die sich in Nähe von Konfliktsituationen befinden.
Im letzten Jahr erreichten mehr als eine Million Menschen Europa durch das Überqueren des Mittelmeeres; meist in seeuntüchtigen Schlauchbooten. Tausende von ihnen überlebten diesen Weg nicht – ein tragisches Zeugnis unseres kollektiven Versagens, auf die Notlage dieser Menschen ordnungsgemäß zu regieren. Inzwischen wurden polarisierende politische Rhetorik über Asyl- und Migrationsfragen, steigende Fremdenfeindlichkeit und Beschränkungen für den Zugang zu Asyl in bestimmten Regionen zunehmend sichtbar und der Geist der gemeinsamen Verantwortung hat sich in hasserfüllte Intoleranz verwandelt. Wir sehen eine besorgniserregende Zunahme von Verhaftungen und den Bau von Zäunen oder anderen Barrieren.

Bei der immer lauter werdenden fremdenfeindlichen Rhetorik ist es manchmal schwierig, die Willkommenskultur nicht zu übersehen. Doch diese existiert überall auf der Welt. Im letzten Jahr konnten wir eine außergewöhnliche Welle des Mitgefühls und der Solidarität beobachten. Menschen und Gemeinden öffneten ihre Häuser und Herzen für Flüchtlinge; Länder hießen Neuankömmlinge trotz der bereits hohen Anzahl bereits aufgenommener Menschen willkommen.
Es herrscht ein dringender Bedarf, auf diese positiven Beispiele aufzubauen und sie weiterzuführen. Die Resonanz auf geflüchtete Menschen muss auf unseren gemeinsamen Werte der geteilten Verantwortung, der Gleichbehandlung und Menschenrechte und des internationalen Flüchtlingsrechts, einschließlich des Grundsatzes der Nicht-Zurückweisung beruhen. Am 19. September wird das Plenum der Generalversammlung zum Thema großer Flüchtlings- und Migrationsbewegungen debattieren und eine historische Gelegenheit bieten, einen gemeinschaftlichen Vertrag zu mehr Engagement für kollektives Handeln und zu größerer gemeinsamer Verantwortung für Flüchtlinge zu unterzeichen.
Wir müssen den Millionen Männern, Frauen und Kindern, die jedes Jahr ihre Heimat verlassen, beistehen, um deren Rechte und Würde zu schützen, egal wo sie sich befinden. Wir müssen garantieren, dass Solidarität und Mitgefühl den Kern unseres gemeinschaftlichen Handels darstellt.

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