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UNO-Generalsekretär schlägt Regierungsforum über Migration vor

UNRIC/136

Vorstellung des Berichts des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan über Internationale Migration und Entwicklung

VEREINTE NATIONEN/NEW YORK, 6. Juni 2006 – In einem neuen Bericht der Vereinten Nationen über die Auswirkung der internationalen Migration auf die Entwicklung schlug UNO-Generalsekretär Kofi Annan heute ein ständiges Forum für Regierungen vor, auf dem sie ihre Politik zum Thema Migration untersuchen und vergleichen können.

Dieses beratende Regierungsforum würde nicht Verhandlungsergebnisse oder Empfehlungen produzieren, betonte der UNO-Generalsekretär. Vielmehr sollen neue Ideen für Strategien einem weiteren Kreis bekannt gemacht, bereits existierende regionale Beratungen aufgewertet und eine integrierte Herangehensweise an Migration und Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene gefördert werden.

Kofi Annan bezeichnete seinen Bericht, den er heute der UNO-Generalversammlung vorlegte, als „einen frühen Wegweiser für diese neue Ära der Mobilität“. In dem Bericht schreibt er, dass „die Vorteile, die die Migration mit sich bringt, nicht so gut verstanden werden wie sie eigentlich sollten“.

Gemäß des Berichtes, übernehmen Immigranten nicht nur wichtige Jobs, die bei der etablierten Bevölkerung als wenig attraktiv gelten, sondern sie tragen auch zur Steigerung der Nachfrage und der Wirtschaftsleistung insgesamt bei. In Ländern mit alternder Bevölkerung stützen sie die Rentensysteme.

Entwicklungsländer für ihren Teil profitieren von den rund 167 Milliarden US-Dollar pro Jahr, die Schätzungen zu Folge von Migranten in ihre Herkunftsländer geschickt werden. Die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus armen Ländern stellt oft ein schweres Entwicklungshemmnis dar. In vielen Ländern wird dies jedoch durch die spätere Rückkehr dieser Migranten und/oder durch Investitionen in ihre Herkunftsländer, wo profitable neue Unternehmen gegründet werden, zumindest teilweise kompensiert.

Beschäftigung der UNO-Generalversammlung mit dem Thema Migration im September
Das Thema internationale Migration, das bisher als zu brisant für eine internationale Organisation galt, gewann für die Vereinten Nationen in letzter Zeit immer mehr an Priorität.

Im vergangenen Jahr legte die unabhängige Weltkommission für Internationale Migration dem UNO-Generalsekretär einen Bericht und Empfehlungen vor. Im Jahr 2005 verabschiedete die Internationale Arbeitsorganisation unverbindliche Multilaterale Rahmenstandards über die Migration von Arbeitskräften. Außerdem ist führt ein Sonderbeauftragter des Generalsekretärs, Peter Sutherland, mit Regierungen derzeit vorbereitende Gespräche für einen „Hochrangigen Dialog“, der am 14. und 15. September vor der Generalversammlung stattfinden soll.

Der Bericht stellt fest, dass Migration zu einem bedeutenden Merkmal des internationalen Lebens geworden ist. Im Jahr 2005 lebten 191 Millionen Menschen außerhalb ihrer Heimatländer – 115 Millionen davon in Industrieländern und 75 Millionen in Entwicklungsländern.

Ein Drittel aller Immigranten siedelten von einem Entwicklungsland in ein anderes über, während ungefähr dieselbe Zahl von Migranten aus Entwicklungsländern in Industrieländer kamen. Anders ausgedrückt ist „Süd-Süd“-Migration ein ungefähr ebenso häufiges Phänomen wie „Süd-Nord“-Migration.

Allerdings stieg die Migration in Länder mit einem hohen Durchschnittseinkommen – eine Kategorie zu der auch einige Entwicklungsländer wie zum Beispiel die Republik Korea, Singapur, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zählen – im Vergleich zur restlichen Welt sehr viel schneller an.

„Nun ist es an den Regierungen zu entscheiden, ob mehr oder weniger Migration wünschenswert ist“, stellt der UNO-Generalsekretär in seiner Einleitung zum Bericht fest. „In der internationalen Gemeinschaft sollten wir uns auf Qualität und Sicherheit der Migrationpraxis konzentrieren und darauf, wie man den Nutzen für die Entwicklung maximieren kann.“

Nutzen für Herkunfts- und Zielländer
Der UNO-Bericht bewertet die Ergebnisse viel versprechender Politikentwicklungen. Darunter fallen Visa zur mehrfachen Einreise, die den dringend benötigten Wanderarbeitern einen leichteren und besser geregelten Zugang ermöglichen, Unterstützung von unternehmerischen Impulsen von Einwanderern und Ausbildungsprogramme in Gastländern, internationale Zusammenarbeit zur Weiterbildung qualifizierter Arbeitskräfte in Auswanderungsländern, um die Abwanderung zu verringern, sowie die Kontaktpflege von Herkunftsländern mit ihren im Ausland lebenden Staatsbürgern.

Migration ist kein Nullsummenspiel, stellt der Bericht fest. Sowohl Herkunftsländer als auch Zielländer können von der Migration profitieren. Bezeichnend dafür ist, dass viele Länder, die als Auswanderungsländer bekannt waren – darunter Irland, die Republik Korea und Spanien – jetzt stolz auf eine boomende Wirtschaft hinweisen können und zahlreiche Einwanderer beherbergen.

Der Bericht der Vereinten Nationen erkennt das Recht von Regierungen – im Rahmen der Verpflichtungen aus internationalen Verträgen – an, zu entscheiden, wem es erlaubt sein soll, ihr Staatsgebiet zu betreten. Der Bericht würdigt auch das Leistungsvermögen von Regierungszusammenarbeit, um wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt an beiden Enden der Migration und das Wohlergehen der Migranten selbst zu fördern.

„Wir stellen fest, dass viele Länder einen Informationsaustausch über den Umgang mit Migration oft versäumen, obwohl durch die Migration ein Austausch von Menschen besteht“, schreibt Annan. „Wir müssen systematischer voneinander lernen.“

Kontakt:
Hauptabteilung der Vereinten Nationen für Presse und Information
Sektion Entwicklung
Tim Wall
Tel. +1 212 963-5851

Oisika Chakrabarti
Tel. +1 212 963-8264
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