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Kyoto-Protokoll erhält die 100. Ratifizierung

UNIC/563

Breite politische Unterstützung deutet auf ein mögliches Inkrafttreten des Protokolls Anfang 2003 hin

BONN, 18. Dezember 2002 - Kanada hat gestern das Kyoto-Protokoll aus dem Jahre 1997 ratifiziert und damit die Teilnehmerzahl an diesem Vertragswerk auf 100 gebracht.

Um in Kraft treten zu können, benötigt das Protokoll nur noch die Ratifizierung der Russischen Föderation. Voraussichtlich wird das russische Parlament in den nächsten Monaten darüber entscheiden.

„Das Erreichen der symbolischen Zahl von 100 Ratifizierungen belegt die breite internationale Unterstützung für das Kyoto-Protokoll“, erklärte Joke Waller-Hunter, Exekutivsekretärin des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, durch dass das Protokoll angenommen wurde.

„Die meisten Industriestaaten sind nun mit dabei und haben ihre Zustimmung bekräftigt, den historischen Anstieg von Treibhausgasemissionen seit Beginn der Industriellen Revolution umzukehren. Diese Staaten haben allerdings nur zehn Jahre Zeit, um ihre Kyoto-Emissionsziele zu erreichen. Die gegenwärtige Situation belegt allerdings, dass die meisten von ihnen große Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre Treibhausgase zu reduzieren“, erläuterte sie.

Frau Waller-Hunter verwies außerdem auf die große Zahl an Entwicklungsländern, die das Protokoll ratifiziert haben. Sie hob hervor, dass dies ein Zeichen ihrer Zustimmung zum Protokoll sei, welches so zu einem “Instrument globaler Kooperation wird mit dem Ziel zur Lösung eines globalen Problems.“

Das Kyoto-Protokoll unterliegt einer zweifachen Anforderung, um in Kraft treten zu können. Erstens muss es von 55 Staaten ratifiziert werden - eine Anforderung, die im Laufe dieses Jahres erfüllt wurde. Zweitens müssen unter den ratifizierenden Ländern so viele Industriestaaten sein, dass insgesamt mindestens 55% der im Basisjahr 1990 festgeschriebenen Kohlendioxidemissionen aus dieser Ländergruppe erfasst werden.
Mit der Ratifikation von Kanada sowie der von Polen am 13. Dezember erzielt die Gruppe der Industriestaaten nunmehr 43,7% an CO2 Emissionen von 1990 (gemäß den Bestimmungen des Protokolls aus dem Jahre 1997, als es verabschiedet wurde). Die 17.4% Russlands werden maßgebend sein, um die erforderliche Grenze von 55% zu überschreiten.

Sowohl Japan als auch die Europäische Union haben bereits ratifiziert. Neben Russland beabsichtigt ein halbes Dutzend weiterer die Ratifizierung. Meist sind dies kleinere industrialisierte Länder oder Staaten im wirtschaftlichen Transformationsprozess; all diese Staaten zusammen genommen reichen aber nicht aus, um die 55% Marke zu erzielen. Australien und die Vereinigten Staaten haben deutlich gemacht, dass sie dem Protokoll nicht beitreten werden.

Das Protokoll verpflichtet Industriestaaten, ihre gemeinsamen Emissionen von sechs besonders wichtigen Treibhausgasen bis zum Ende des Zeitraums 2008-2012 zu reduzieren. Die einzelnen Ziele belaufen sich auf 8% für die Schweiz, ebenso für die meisten mittel- und osteuropäischen Staaten und für die Europäische Union (die EU hat unterschiedliche Werte innerhalb ihrer Mitgliedstaaten angesetzt); 6% für Kanada, Ungarn, Japan und Polen. Russland, Neuseeland und die Ukraine sind angehalten, ihre Emissionen zu stabilisieren, während Norwegen seine Emissionen um 1% steigern darf und Island sogar um 10%. Die Vereinigten Staaten stimmten einer Reduzierung von 7% zu und Australien eines Anstiegs um 8%.

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