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Generalsekretär Kofi Annan: Abschaffung der Sklaverei bleibt höchste Priorität der Vereinten Nationen

UNIC/555

Erklärung zum Internationalen Tag der Abschaffung der Sklaverei, 2. Dezember 2002

NEW YORK, 29. November 2002 - Der Internationale Tag der Abschaffung der Sklaverei erinnert jedes Jahr am 2. Dezember an die Verabschiedung der Konvention der Vereinten Nationen über die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung anderer Personen im Jahr 1949. Aus Anlass dieses Tages hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Sklaverei war im wahrsten Sinne die erste internationale Menschenrechtsfrage, die je aufkam. Sie führte zur Annahme der ersten Gesetze zum Schutz der Menschenrechte und zur Gründung der ersten Nichtregierungsorganisation, die sich mit Menschenrechten befasst. Doch trotz aller Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, diese verabscheuungswürdige Praxis zu bekämpfen, ist die Sklaverei noch immer in all ihren heimtückischen Formen - alten wie neuen - weit verbreitet. Die Liste ist quälend lang und enthält traditionelle Sklaverei, Leibeigenschaft, unfreie Arbeit und Zwangsarbeit, auch von Kindern, Frauen und Migranten, oft verbunden mit sexueller Ausbeutung, häuslicher Sklavenarbeit sowie rituellen und religiösen Hintergründen.

Die Abschaffung der Sklaverei in all ihren Formen bleibt eine der höchsten Prioritäten der Vereinten Nationen. Zwei neue Fakultativprotokolle zur UNO-Konventi-on über die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität sind jetzt zu den völkerrechtlichen Normen hinzugekommen: das Protokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels, sowie das Protokoll gegen die Schleusung von Migranten auf dem Land-, See- und Luftweg. Ich fordere die Staaten auf, diese Protokolle sowie alle anderen relevanten internationalen Menschenrechtsinstrumente zu ratifizieren und umzusetzen. Zudem hat das Büro des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte kürzlich die „Grundsätze und Richtlinien zu Menschenhandel“ veröffentlicht, die den Staaten ein praktisches Instrument an die Hand geben, um Opfer von Menschenhandel zu schützen, ihnen zu helfen und sie davor zu bewahren.

Der Kampf gegen Sklaverei und sklavereiähnliche Praktiken sollte nicht auf rechtliche und strafrechtliche Schritte allein beschränkt bleiben. Wir können auch zur Abschaffung der Sklaverei beitragen, indem wir die sozialen Bedingungen angehen, die Menschen für Ausbeutung anfällig machen - wie die Armut - und indem wir Menschen helfen, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu erlangen.

Der Freiwillige Treuhandsfonds für zeitgenössische Formen der Sklaverei gewährt den Nichtregierungsorganisationen Mittel, um den Opfern humanitäre Hilfe, Rechtsbeistand und finanzielle Unterstützung zu leisten. Zudem sollen Vertreter der Nichtregierungsorganisationen und Opfer an den Beratungen der Arbeitsgruppe für zeitgenössische Formen der Sklaverei teilnehmen können. Für die Erfüllung seines Mandats im Jahr 2003 benötigt der Fonds mindestens 300.000 US-Dollar. Bis heute ist erst die Hälfte dieser Mittel sichergestellt. Ich appelliere an alle Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und andere private oder öffentliche Einrichtungen, ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Sklaverei durch einen Beitrag an diesen Fonds zu zeigen.

Menschen sind kein Eigentum. Wir wollen am Internationalen Tag der Abschaffung der Sklaverei die Unantastbarkeit der Würde aller Männer, Frauen und Kinder erneut betonen. Wir wollen unsere Anstrengungen verdoppeln, damit die Worte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte glaubhaft klingen: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.“

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