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Generalsekretär Kofi A. Annan: „Hilfe statt Stigma, Hoffnung statt Angst, Solidarität statt Schweigen“

UNIC/553

Erklärung zum Welt-Aids-Tag, 1. Dezember 2002

NEW YORK, 27. November 2001 - Am 1. Dezember 1988 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum ersten Mal einen Welt-Aids-Tag ausgerufen, der seither alljährlich begangen wird. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat aus Anlass des diesjährigen Welt-Aids-Tages folgende Erklärung veröffentlicht:

Die weltweite HIV-Epidemie hat Millionen Menschen und ihren Familien und Gemeinschaften in allen Teilen der Welt eine schreckliche Bürde auferlegt. Um diese Bürde zu lindern, bedarf es besserer Gesundheitsfürsorge, eines besseren Zugangs zur ärztlichen Behandlung, energischerer Verhütungsbemühungen, wirksamerer Sozialmassnahmen und größerer Unterstützung für die besonders Betroffenen - vor allem für die Aids-Waisen.

Aber es gibt noch eine weitere schreckliche Bürde, die uns durch Aids auferlegt wird und zu deren Linderung jeder einzelne von uns beitragen kann: die Bürde des HIV-Stigmas.

Die Folgen dieses Stigmas können genauso schrecklich sein wie das Virus selbst. Die Einsamkeit und die entzogene Unterstützung, die dieses Stigma hervorruft, verletzen alle, die darunter leiden, zutiefst. Sie sollten auch jeden von uns verletzen, denn sie sind eine Missachtung unserer gemeinsamen Menschlichkeit.

Manchen Menschen mit Aids werden Grundrechte wie das Recht auf Nahrung und Unterkunft vorenthalten und sie verlieren ihren Arbeitsplatz, an dem sie durchaus gute Leistungen erbringen könnten. Sie werden von ihrer Gemeinde verstoßen oder, was noch tragischer ist, von ihrer eigenen Familie.

Die Angst vor Stigmatisierung führt zum Verschweigen. Und wenn es darum geht, Aids zu bekämpfen, bedeutet Schweigen Tod. Das Schweigen verhindert die öffentliche Diskussion über Aids und schreckt Menschen davon ab, herauszufinden, ob sie infiziert sind. Es kann eine Mutter, die ihr Baby stillt oder einen Sexualpartner, der seine HIV-Infektion nicht zugeben will, dazu bringen, eher die Übertragung des HI-Virus zu riskieren, als den Verdacht zu erwecken, vielleicht infiziert zu sein.

Aber die Mauern des Stigmas und des Schweigens beginnen zu wanken. Auf jedem Kontinent können wir Fortschritte feststellen. Politiker auf höchster Ebene nehmen dazu Stellung. Die Rechte der Menschen, die mit HIV-Aids leben müssen, werden durch Gerichte geschützt. Am Arbeitsplatz werden Verhaltensnormen aufgestellt. Schulen, Medien und Bildungsprogramme für die Jugend tragen dazu bei, eine Generation heranzubilden, die besser für ein Leben in einer Welt mit Aids gerüstet ist.

Im vergangenen Jahr haben alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf einer Sondertagung der Generalversammlung einstimmig eine Verpflichtungserklärung zu HIV-Aids verabschiedet, die eine unmissverständliche Botschaft an alle Welt gerichtet hat. Sie versprachen darin, jede Diskriminierung von Menschen mit HIV oder von Angehörigen besonders anfälliger Bevölkerungsgruppen gesetzlich zu verbieten.

Aber welche Gesetze und Verordnungen auch immer erlassen werden, die mächtigste Waffe im Kampf gegen Stigma und Schweigen sind die Stimmen der Menschen, die in aller Welt etwas zum Thema Aids zu sagen haben. „Leben und leben lassen“ ist das Motto der diesjährigen Welt-Aids-Kampagne, mit dem wir alle herausgefordert sind dafür zu sorgen, dass alle Menschen - mit oder ohne Aids - ihre Grundrechte verwirklichen und ein Leben in Würde führen können.

An diesem Welt-Aids-Tag wollen wir uns erneut dazu bekennen, Stigma durch Hilfe, Angst durch Hoffnung und Schweigen durch Solidarität zu ersetzen. Lassen Sie uns aus der Einsicht heraus handeln, dass dieses Vorhaben bei jedem einzelnen von uns beginnen muss.

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