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UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan: “Das Schweigen beenden, das Gewalt gegen Jugendliche umgibt“

UNIC/537

Erklärung zum Welttag der geistigen Gesundheit, 10. Oktober 2002

NEW YORK, 8. Oktober 2002 - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat zum Welttag der geistigen Gesundheit, der jährlich am 10. Oktober begangen wird, folgende Erklärung veröffentlicht:

Der diesjährige Welttag der geistigen Gesundheit ist den Auswirkungen von Traumata und Gewalt an Kindern und Jugendlichen gewidmet. Millionen von Kinder rund um die Welt sind in ihrer Kindheit und Jugend Gewalt ausgesetzt - entweder durch Missbrauch und Vernachlässigung, sexuelle Gewalt oder durch Bandenkriminalität. In etlichen Ländern nimmt diese Gewalt zu. Die Selbstmordraten unter Jugendlichen haben sich weltweit seit 1985 mehr als verdoppelt.

Gewalt hinterlässt immer Narben, aber viele davon sind nur schwer an der Oberfläche zu erkennen. Kinder und Jugendliche müssen nicht von einer Kugel oder Faust getroffen werden, um bleibende Schäden zu erleiden. Wenn Nachbarn erschossen, Mütter geschlagen werden und die Gesellschaft beständig von Krieg und Kriminalität bedroht ist, tragen die Kinder die Zeichen dieses Leids lange Zeit mit sich. Oft müssen sie alleine zurechtkommen, da Familie und Freunde nichts von ihrer Not wissen oder nicht im Stande sind, zu helfen.

Wir müssen das Schweigen überwinden, das dieses Thema umgibt, und das Verständnis dafür fördern, wie den Betroffenen geholfen werden kann. Veränderungen herbeiführen können wir durch innovatives Eingreifen; durch die Ausbildung des Gesundheitspersonals in der Früherkennung von Traumata und Depression; durch Hilfestellung für Familien bei der Unterstützung ihrer Verwandten; durch die Überwindung des Stigmas, das geistigen Behinderungen anhaftet; und durch offene Diskussionen über sämtliche Kosten von Gewalt gegen unsere Jugendlichen. Möge dieser Welttag der geistigen Gesundheit dazu beitragen, ein stärkeres Bewusstsein für die Dringlichkeit dieser Aufgabe zu schaffen.

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