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UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan: Weltweite Alphabetisierung geht jeden an

UNIC/521

Erklärung zum Weltalphabetisierungstag - 8. September 2002

NEW YORK, 4. September 2002 - Der Weltalphabetisierungstag wird seit 1966 von der UNESCO begangen, um international die öffentliche Aufmerksamkeit für Alphabetisierungsfragen zu wecken und diesen wichtigen Aufgabenbereich der UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur zu unterstützen. Die alljährliche Begehung dieses Tages geht auf eine Empfehlung der Weltkonferenz der Bildungsminister zur Beseitigung des Analphabetentums zurück, die im September 1965 in Teheran stattfand. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Der Weltalphabetisierungstag erinnert uns jedes Jahr an eine fundamentale Ungleichheit in unserer sich globalisierenden Welt: noch immer ist fast jeder siebente Mensch Analphabet. Diese tragische Ungerechtigkeit wird durch eine weitere noch verstärkt: von insgesamt 880 Millionen erwachsenen Analphabeten sind mehr als 500 Millionen Frauen.

Dieser Zustand ist inakzeptabel. Er ist ein Affront gegen die Menschenwürde des Einzelnen und schadet dem künftigen Wohlstand der Menschheit.

Alphabetisierung ist entscheidend für die Entwicklung und Gesundheit von Individuen, Gemeinschaften und Staaten. Sie ist eine Voraussetzung für eine wirksame Beteiligung am Demokratisierungsprozess. Sie ist die Grundlage für schriftliche Kommunikation und Literatur - seit langem die wichtigste Kontaktmöglichkeit für interkulturellen Austausch und gegenseitiges Verstehen. Gleichzeitig ist sie der wertvollste Weg für die Erhaltung, den Ausdruck und die Entwicklung unserer kulturellen Vielfalt und Identität.
Die Kluft in der Alphabetisierung ist in vieler Hinsicht die ungerechteste von allen, denn sie beeinträchtigt unsere Fähigkeit, alle anderen Ungleichheiten zu überwinden - zwischen Mann und Frau, zwischen Reich und Arm, zwischen jenen, die am Zeitalter der Informations-Technologie teilnehmen und denen, die das nicht können, sowie zwischen jenen, die von der Globalisierung profitieren werden und denen, die von ihren Vorteilen ausgeschlossen sind.

Das Recht aller Mädchen und Jungen auf eine qualitativ gute Grundbildung, die den Grundstein für angemessene Kenntnisse des Lesens und Schreibens legt, ist ein zentrales Anliegen der Bewegung „Bildung für alle“, an der sich so viele Mitglieder der UNO-Familie beteiligen. Im nächsten Jahr begehen die Vereinten Nationen das Jahrzehnt der Alphabetisierung - eine Initiative, die von allen Staaten verabschiedet wurde. Sie soll unsere Arbeit voranbringen, um das international vereinbarte Ziel, bis zum Jahr 2015 die Alphabetisierungsrate um 50 Prozent zu erhöhen, zu erreichen.
Die weltweite Alphabetisierung geht jeden an. Deshalb muss sich die internationale Gemeinschaft in größtmöglichem Umfang dafür engagieren: die UNO-Familie, die Zivilgesellschaft, der Privatsektor, lokale Gruppierungen und Individuen. Lassen Sie uns an diesem Alphabetisierungstag unser Versprechen erneuern, uns voll und ganz in diese Aufgabe einzubringen.

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