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Jan Kavan (Tschechische Republik) zum Präsidenten der 57. UNO-Generalversammlung gewählt

UNIC/505

Neue Geschäftsordnung sieht frühere Wahl des Präsidiums vor

NEW YORK, 8. Juli 2002 - Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den stellvertretenden tschechischen Ministerpräsidenten und Außenminister Jan Kavan zum Präsidenten ihrer am 10. September beginnenden 57. Ordentlichen Jahrestagung gewählt. Zuvor hatte die Versammlung ohne Abstimmung eine Änderung ihrer Geschäftsordnung hinsichtlich der Wahl des Präsidenten, der Vizepräsidenten und der Vorsitzenden der sechs Hauptausschüsse der Generalversammlung beschlossen. Danach sollen die Mitglieder des Präsidiums jetzt mindestens drei Monate vor Beginn der ordentlichen Jahrestagung gewählt werden. Für die 57. Tagung wurde diesbezüglich eine Ausnahme gemacht. Die Wahl der Vizepräsidenten und Ausschussvorsitzenden wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da dafür noch Konsultationen erforderlich sind.

Jan Kavan wurde am 17. Oktober 1946 in London geboren, wo sein Vater als Diplomat tätig war. Kavan studierte Zeitungswissenschaften an der Prager Karlsuniversität, sowie internationale Beziehungen an der Londoner Hochschule für Wirtschafts- und Politikwissenschaften und Geschichte und Politik an den Universitäten Reading und Oxford. Er hat an verschiedenen amerikanischen Universitäten Politikwissenschaften und Geschichte gelehrt und hat zahlreiche Publikationen in nicht englischsprachigen Ländern veröffentlicht. Im November 1989 kehrte er nach Prag zurück und begann seine politische Laufbahn. Er war dort in mehreren parlamentarischen und Regierungsfunktionen tätig, zuletzt von 1998-2002 als stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister. Im Juni 2002 wurde Kavan in das Abgeordnetenhaus des tschechischen Parlaments gewählt.

Nach seiner Wahl zum Generalversammlungspräsidenten bezeichnete Kavan die Änderung der Geschäftsordnung als wichtige Neuerung. Sie werde für einen reibungsloseren Übergang der Ämter sorgen und ihm sowie allen künftigen Generalversammlungspräsidenten eine bessere Vorbereitung auf die anspruchsvolle Aufgabe ermöglichen. Kavan bekannte sich zur Millenniumserklärung sowie zum Konsens von Monterrey und sagte, er wolle sich auch für die Ergebnisse des bevorstehenden Weltgipfels über nachhaltige Entwicklung einsetzen.

Seine besondere Aufmerksamkeit wolle er aber der vordringlichsten Aufgabe der Vereinten Nationen zuwenden, nämlich der Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit, sowie der Verhinderung von Konflikten und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Gemeinsam sei es möglich, die Arbeit der Generalversammlung dynamischer und noch mehr Ergebnisorientiert, die laufende Reform der Vereinten Nationen noch effizienter und die gesamte Organisation noch kohärenter zu machen, erklärte Kavan.

Der amtierende Generalversammlungspräsident Han Seung-soo (Republik Korea) begrüßte die weitreichenden Implikationen der Geschäftsordnungsänderung. Die frühzeitige Wahl der Präsidiumsmitglieder sei mehr als nur eine Verfahrensänderung und werde die Rolle der Generalversammlung stärken. Im Laufe seiner Präsidentschaft habe sich seine Ansicht verstärkt, dass es einen besseren Weg für die Auswahl des Präsidenten und seine Vorbereitung auf dieses Amt geben müsse. Han Seung-soo erinnerte die Delegierten daran, dass die Revitalisierung der Generalversammlung ein kontinuierlicher und langfristiger Prozess sei, der Geduld und ein schrittweises Vorgehen erfordere.

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