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Generalsekretär Kofi A. Annan: HIV/Aids-Vorbeugung bedarf öffentlicher Kampagnen und Mobilisierung aller gesellschaftlichen Kräfte

UNIC/500

Erklärung zum Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel - 26. Juni 2002

NEW YORK, 26. Juni 2002 - Um der Entschlossenheit im Kampf für eine drogenfreie Gesellschaft Ausdruck zu verleihen, hat die UNO-Generalversammlung 1987 beschlossen, den 26. Juni als Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel zu begehen. Aus Anlass dieses Tages hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Das Thema des diesjährigen Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel lautet “Suchtstoff-Missbrauch und HIV/Aids“. In vielen Ländern Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas ist das Injizieren von Drogen die häufigste Art der HIV/Aids-Übertragung. Schätzungen zufolge werden zwischen fünf und zehn Prozent der weltweiten HIV-Infektionen durch das Injizieren von Drogen verursacht - leider eine außerordentlich effektive Art, das Virus zu verbreiten. Drogenabhängige, die zur Nadel greifen, sind oft in engen Netzwerken miteinander verbunden und teilen gewöhnlich ihr Drogenbesteck.

Die Arbeit des Internationalen Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) als Partner von UNAIDS ist ein wichtiger Teil im Kampf gegen die HIV/Aids-Epidemie. In Brasilien und Osteuropa zum Beispiel arbeitet UNDCP an vorderster Front bei Aufklärungs-Kampagnen über den Zusammenhang von intravenösem Drogenkonsum und HIV/Aids und dem Vorteil eines gesunden, drogenfreien Lebens.

Die Vorbeugung von HIV/Aids und das Aufhalten von Drogenmissbrauch und -handel sind mehr als nur öffentliche Gesundheitsbelange. HIV/Aids berührt jeden Teil der Gesellschaft. Vor allem sind junge Menschen unverhältnismäßig stark betroffen, was zu einer Schwächung in den Reihen der Begabten und Ausgebildeten während ihrer besten Jahre führt und tragische Auswirkungen in den betroffenen Ländern und Regionen hat. Vorbeugung bedarf politischer Führung, Information und öffentlicher Kampagnen in Schulen und am Arbeitsplatz sowie die Mobilisierung und Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen, einschließlich religiöser und kommunaler Führungskräfte. Es besteht auch dringender Handlungsbedarf bei der Minderung von Armut und der Reduzierung des Stigmas sowie bei der Sicherung des Zugangs zu Sozialleistungen für alle.

Bei einer Sondersitzung der Generalversammlung vor vier Jahren verpflichteten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zu einem wirksamen Aktionsplan gegen Drogenmissbrauch und -handel. Auf der Sondersitzung zu HIV/Aids im letzten Jahr verpflichteten sie sich, Richtlinien und Programme zu schaffen, die die Gefährdung des Einzelnen für HIV-Infektionen durch das Injizieren von Drogen vermindern sollen.

Lassen Sie uns an diesem Internationalen Tag an dieses Versprechen erinnern und für eine drogenfreie Welt zusammenarbeiten. Damit werden wir auch ein anderes Versprechen voran bringen, das Staats- und Regierungschefs beim Milleniums-Gipfel im September 2000 abgegeben hatten: die Ausbreitung von HIV/Aids bis zum Jahr 2015 zu stoppen und umzukehren.

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