Samstag, 18 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

Wiederaufnahme der Klimagespräche kurz vor Johannesburg-Gipfel

UNIC/490

Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch die EU erhöht Hoffnung auf baldiges Inkrafttreten

BONN, 3. Juni 2002 (UNFCCC) - Zehn Jahre nachdem auf dem Erdgipfel von Rio die Konvention über Klimawandel zur Unterschrift aufgelegt worden war, treffen die Delegierten der 186 Vertragsstaaten am 5. Juni zu einer weiteren Gesprächsrunde zusammen, um Fortschritte der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der globalen Erwärmung zu erörtern.

Das bis 14. Juni in Bonn stattfindende Treffen soll die Tagesordnung für die kommende Vertragsstaatenkonferenz der Konvention ausarbeiten, die vom 23. Oktober bis 1. November in New Delhi abgehalten wird.

„In den ersten zehn Jahren der Konvention lag das Schwergewicht der globalen Verhandlungen auf der Ausarbeitung von Regeln für ihre Umsetzung“, betont die Exekutivsekretärin der Konvention, Joke Waller-Hunter. „Jetzt stehen wir vor der Herausforderung, diese Regeln anzuwenden und die Frage des Klimawandels in den Mittelpunkt der nationalen Politik und des Handelns von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu rücken. Eine wirksame Klimapolitik kann zum Fortschritt auf all den Gebieten beitragen, für die von UNO-Generalsekretär Kofi Annan dringendes Handeln auf dem bevorstehenden Weltgipfel über nachhaltige Entwicklung in Johannesburg angemahnt worden war: Wasser, Energie, Gesundheit, Landwirtschaft und Artenvielfalt.

Frau Waller-Hunter hat ihr neues Amt an der Spitze des Klimasekretariats am 1. Mai 2002 angetreten. Davor war sie in leitender Funktion für die Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und dann in der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tätig.

Dass Maßnahmen auf dem Gebiet des Klimawandels einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können, hat die von der letzten Vertragsstaatenkonferenz im November 2001 in Marokko verabschiedete und an den Johannesburggipfel gerichtete „Ministererklärung von Marrakesch“ betont. Darin sprachen sich die Minister vor allem für den weiteren Aufbau von Kapazitäten, für technologische Innovationen und die Zusammenarbeit mit den Konventionen über Artenvielfalt und Wüstenbildung aus.

Die Bonner Gespräche werden einen besonderen Auftrieb durch die Bekanntgabe der Ratifikation des Kyoto-Protokolls durch die Europäische Union erhalten. Das Protokoll wird in Rechtskraft erwachsen, sobald es von mindestens 55 Konventionsstaaten ratifiziert wurde, unter denen Industriestaaten sein müssen, auf die zusammen mindestens 55% der gesamten Kohlendioxidemissionen dieser Gruppe im Jahr 1990 entfallen. Neben Island, das am 23 Mai d.J. ratifizierte, Norwegen (30. Mai) und nun der EU haben bereits 72 Länder das Protokoll ratifiziert, darunter 19 Industriestaaten mit einem Anteil von 26.9% der CO2-Emissionen.

Das Nebenorgan der Konvention für Durchführungsmaßnahmen (SBI) wird sich in dieser Woche mit den Mitteilungen der Vertragsstaaten, der Überarbeitung der sogenannten Finanzierungsmechanismen, einem Bericht der Expertengruppe für die am wenigsten entwickelten Länder, sowie mit den Vorbereitungen für den Johannesburg-Gipfel befassen. Zur Diskussion steht auch die Umsetzung des Amtssitzabkommens zwischen den Vereinten Nationen und der deutschen Bundesregierung. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an detaillierten Plänen für die Schaffung eines „UNO Campus“ in Bonn, mit einem Konferenzzentrum und anderen Einrichtungen.

Das Nebenorgan für wissenschaftliche und technische Untersuchungen (SBSTA) wird den Dritten Lagebericht des Zwischenstaatlichen Beirats für Klimawandel (IPCC) erörtern und sich methodischen Fragen, der Entwicklung und Übertragung von Technologien, guten Praktiken in Politik und Umsetzung und der Notwendigkeit der Koordination der Arbeiten an HFCs und PFCs (Chemikalien, die sowohl das Klima als auch das Ozon in der Stratosphäre beeinflussen) mit dem Montrealer Protokoll über den Schutz der Ozonschicht zuwenden.

_________________________

HINWEIS FÜR JOURNALISTEN: Weitere Informationen erhalten Sie bei Michel Smitall, Medienreferent, Mobiltelefon: +49-160 / 905-41319; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , oder Michael Williams, Pressesprecher UNFCCC, Mobiltelefon: +41-22 / 917-8242. Dokumente finden Sie auf der Web Site des Klimasekretariats unter http://www.unfccc.int/. Dort werden Sie auch auf Klima-Schlagzeilen aufmerksam gemacht („Climate Headlines“).

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front