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Vereinten Nationen erwarten für 2002 weltweites Wirtschaftswachstum von zwei Prozent

UNIC/478

Für 2003 wird ein Wachstum von drei Prozent prognostiziert

NEW YORK, 25. April 2002 - Durch niedrige Zinsen, steuerliche Anreize, verringerte Bestände, niedrige Energiekosten und überraschend starke Konsumausgaben, erfährt die Weltwirtschaft nach dem starken Rückgang in den Jahren 2000 und 2001 einen Aufschwung. (vgl. Tabelle 1). Dies geht aus dem diesjährigen Bericht der Vereinten Nationen zur Lage der Weltwirtschaft hervor.

Obwohl die kurzfristigen Faktoren für das steigende Wirtschaftswachstum zunächst in den USA und später dann in Europa entscheidend waren, können sie nicht für langfristige Impulse sorgen. Außerdem können die Entwicklungsländer bis zur zweiten Jahreshälfte 2002 nicht von der von den USA angeführten Erholung profitieren. Somit werden auch Anstrengungen behindert, die weltweite Armut zu verringern. In der Zwischenzeit, so der Bericht zur Lage der Weltwirtschaft, gibt es zahlreiche Risiken für die internationale wirtschaftliche Erholung: eine mögliche Eskalation des Nahostkonflikts, der zu steigenden Benzinpreisen führen könnte; die Möglichkeit einer Finanzkrise in Japan sowie eine wachsende weltweite Abhängigkeit von der US-Wirtschaft, die im Gegenzug zu weiteren Ungleichgewichten führen könnte.

Eine anhaltende Erholung wird nach Angaben der UNO von der Zunahme der Unternehmensgewinne abhängen, was dann zu stärkeren Investitionen führt. Wichtig wird auch die Erholung des Welthandels und der Arbeitsmärkte sein, um eine anhaltende Stärkung der Konsumausgaben zu erreichen. Angesichts der weltweit allgemein moderaten Inflationsraten pro-gnostiziert der Bericht, dass die Prioritäten eher bei der Wachstumsförderung als bei der Preisstabilität liegen werden.

Der Bericht wurde mit Unterstützung des LINK-Projektes erstellt, eines internationalen Netzwerkes von mehr als 60 wirtschaftswissenschaftlichen Institutionen und Organisationen. Wirtschaftswissenschaftler des LINK-Projektes trafen vom 24. bis 26. April am UNO-Sitz in New York zusammen. Das LINK-Projekt wurde unter Führung von Professor Lawrence Klein (Nobelpreisträger in Wirtschaftswissenschaften, 1980) gegründet. Das Projekt bestand 1960 aus elf Forschern und untersuchte sieben Modell-Länder. Inzwischen beteiligen sich 250 Forscher aus 60 Ländern und greifen auf Daten von 79 Ländern für die Analyse der Weltwirtschaft zurück. Die Arbeit des Link-Konsortiums wird gemeinsam vom LINK-Forschungszentrum der Universität Toronto und der UNO-Hauptabteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten koordiniert.

 

Tabelle 1: Bruttoinlandsprodukt
(jährliche Veränderung in Prozent gegenüber dem Vorjahr)

 

2001

2002

2003

Weltweites Wirtschaftswachstum (GWP)

1.4

1.8

3.2

 

 

 

 

Kaufkraftparität

2.2

2.6

3.6

Industriestaaten

1.0

1.3

2.8

Kanada

1.5

2.3

4.5

Frankreich

2.0

1.6

3.0

Deutschland

0.6

0.9

2.4

Italien

1.8

1.3

2.6

Japan

-0.4

-1.1

1.7

Großbritannien

2.4

2.0

2.8

USA

1.2

2.4

3.4

 

 

 

 

EU

1.6

1.4

2.7

Euro Zone

1.4

1.3

2.7

 

 

 

 

Entwicklungsländer

2.4

3.5

4.9

Lateinamerika und Karibik

0.3

0.3

3.1

Argentinien

-4.5

-10.0

1.0

Brasilien

1.5

2.4

3.1

Mexiko

-0.3

1.7

4.5

Afrika

2.9

2.7

4.2

Nordafrika

3.3

2.1

4.4

Afrika südlich der Sahara

3.1

4.1

4.9

Nigeria

3.4

3.1

3.3

Südafrika

2.0

2.3

3.3

Süd- und Ostasien

2.2

4.5

5.4

Indien

5.1

5.7

6.4

Indonesien

3.3

3.2

5.4

Republik Korea

3/0

5.8

6.0

Malaysia

0.4

4.9

6.3

Philippinen

3.3

4.2

5.6

Thailand

1.6

2.8

3.7

China

7.3

7.2

7.0

Westasien

-0.7

2.0

4.7

Ölexportierende Länder

1.6

1.3

5.2

Ölimportierende Länder

-3.6

2.8

4.1

Transformationsländer

4.4

3.3

4.1

Russland

5.0

3.5

4.4

 

Die Vereinten Nationen berechnen das weltweite Wirtschaftswachstum (GWP) auf Grundlage der aktuellen Wechselkurse. Demgegenüber legt der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Berechnungen die gesamte Kaufkraftparität eines Landes zugrunde. Nimmt man die Kaufkraftparität als Berechnungsgrundlage, wird dem Bruttoinlandsprodukt der Entwicklungsländer ein höheres Gewicht beigemessen. Wird zum Beispiel Chinas Bruttoinlandsprodukt unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität ermittelt, ist es dreimal höher als an einer an Wechselkursen orientierten Einschätzung.


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