Samstag, 18 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

Generalsekretär Kofi A. Annan: Multinationale Truppe kann Blutvergießen im Nahen Osten Einhalt gebieten und Raum für Gespräche öffnen

UNIC/475

NEW YORK/GENF, 12. April 2002 - Tief betroffen von der Spirale der Gewalt und der “abstoßenden“ humanitären Lage im Nahen Osten hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan heute vorgeschlagen, eine internationale Truppe in die Region zu entsenden, um für Sicherheit zu sorgen und Platz für diplomatische Bemühungen zu schaffen.

“Ich glaube, der Vorschlag zur Entsendung einer Truppe, die ein sicheres Umfeld und Raum für diplomatische und politische Verhandlungen schaffen könnte, darf nicht länger auf die lange Bank geschoben werden“, erklärte der Generalsekretär auf einer Pressekonferenz in Genf. “Das ist dringend. Das ist zwingend notwendig. Wir verfügen heute in der Welt über solche Möglichkeiten, also müssen wir jetzt den dafür erforderlichen politischen Willen aufbringen.“

Später ging Generalsekretär Annan näher auf sein Konzept ein und sagte, er rede von einer Truppe, die Bedingungen schaffen könnte, damit den in Not befindlichen Menschen Hilfe gebracht, das Töten beendet und Raum für politische und diplomatische Gespräche eröffnet werde. Der Generalsekretär wies auch darauf hin, dass er nicht von einer Pufferzone spreche.

In New York befasste sich inzwischen der Sicherheitsrat in nichtöffentlichen Beratungen mit der Lage im Nahen Osten. Dabei wurden auch die Vorschläge des Generalsekretärs zur Entsendung einer Truppe erörtert. Außerdem wurde der Rat vom Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, Kieran Prendergast, über die aktuelle Lage informiert.

Ein Sprecher des Generalsekretärs wies in New York darauf hin, dass der Generalsekretär an die Entsendung einer multinationalen Truppe und nicht an eine UNO-Truppe denke. “Er hoffe, der Rat werde an die in Bosnien gemachten Erfahrungen denken, wo man ein jahrelanges Blutvergießen zuließ, bevor endlich eine sinnvolle internationale Kampftruppe zum Einsatz kam,“ sagte UNO-Sprecher Fred Eckhard. “Er will daher eine Truppe, die stark genug ist, um nicht herausgefordert zu werden und die für ein sicheres Umfeld sorgen kann, damit Verhandlungen durchgeführt werden können und die Palästinensische Behörde ihre Regierungsfähigkeit wiederherstellen kann.“

Die Parteien müssten bei der Stationierung dieser Truppe zusammenarbeiten, fuhr Eckhard fort. “Der Generalsekretär denkt nicht an eine Truppe, die gegen den Willen einer der beiden Parteien eingesetzt wird. Seiner Meinung nach wäre eine Beobachtermission dieser Aufgabe nicht gewachsen, angesichts der Tatsache, wie sehr sich die Lage vor Ort bereits verschlechtert hat.“

Der Vorschlag sei gegenwärtig “erst eine Idee“, betonte Eckhard., Der Generalsekretär habe noch keine konkreten Vorstellungen bezüglich der Zusammensetzung dieser Truppe, mit Ausnahme des Umstandes, dass es sich “um eine multinationale und keine UNO-Truppe“ handeln sollte. Eine multinationale Truppe könne rasch aufgestellt und eingesetzt werden. Angesichts der schwerwiegenden Lage, die der Generalsekretär unverzüglich und wirksam in Angriff genommen sehen wolle, würde die Aufstellung einer UNO-Truppe zu lange dauern, sagte der UNO-Sprecher.

 

Generalsekretär verurteilt Selbstmordanschlag in Jerusalem

Davor hatte Generalsekretär Annan den Selbstmordanschlag in Jerusalem verurteilt. Er betonte, dass er solche Anschläge auf israelische Zivilpersonen als moralisch abstoßend ansehe und auf das Schärfste verurteile.

Für beide Parteien könne der Ausweg aus dem Teufelskreis der Gewalt nur in einem unverzüglichen Waffenstillstand bestehen, der zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine gerechte, dauerhafte und umfassende Friedensregelung führen müsse. In diesem Zusammenhang rief der Generalsekretär Präsident Arafat und Ministerpräsident Sharon zur Zusammenarbeit mit der Mission des amerikanischen Außenministers Colin Powell auf.

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front