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Generalsekretär Kofi A. Annan: Der Fall der Berliner Mauer hat zur Befreiung der ganzen internationalen Gemeinschaft beigetragen

UNIC/471

NEW YORK, 4. April 2002 - Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat heute in New York den Vereinten Nationen ein Stück der Berliner Mauer übergeben. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat aus diesem Anlass folgende Erklärung abgegeben:

Dank der Großzügigkeit der deutschen Bundesregierung und des deutschen Volkes können wir heute einen weiteres, außergewöhnliches Stück in die Sammlung der Vereinten Nationen aufnehmen. Es handelt sich dabei um kein Kunstwerk im traditionellen Sinn, doch hat es einen ebenso hohen Symbolwert und vermag ebenso tiefe Gefühle auszulösen wie das schönste Gemälde oder die vollkommenste Skulptur.

Die Berliner Mauer war ein Verbrechen am menschlichen Geist. Sie war nicht nur ein Zeichen der Spaltung Deutschlands und Europas, sondern sie brachte auch in einer beispiellosen schrecklichen Weise den Hang der Menschen zum Ausdruck, Mauern und Grenzen zu errichten und dann voller Hass und mit Angst und Misstrauen darüber hinweg zu blicken, gelähmt und unfähig daran zu denken, dass es vielleicht einen besseren Weg gäbe.

Es ist absolut richtig, dass ein Teil der Berliner Mauer jetzt hier am Sitz der Vereinten Nationen stehen wird. Während des Kalten Krieges war es der Weltorganisation oft möglich, den Spannungen und ideologischen Rivalitäten auszuweichen und daneben vieles von ihren Vorhaben voran zu bringen. Aber ebenso oft war sie ernsthaft in ihren Bemühungen geknebelt, vor allem, wenn es um Fragen von Frieden und Sicherheit ging. Die neue Freiheit zur Einigung zu finden, die mit dem Fall der Mauer kam, hatte auch eine befreiende Wirkung auf die gesamte internationale Gemeinschaft.

Wenn wir jetzt auf dieses Stück Mauer sehen, dann ist es doch merkwürdig, dass etwas, das in unserer Vorstellung so bedrohliche Dimensionen annahm, in Wirklichkeit so schmal sein kann. Vielleicht liegt auch darin eine Lehre für uns: nämlich dass Spaltungen der Menschheit nicht immer so unüberwindbar sind, wie wir fürchten; dass die Kluft der Missverständnisse und des materiellen Wohlstands überwunden werden können; und dass wir, so wie dieses Paar, das wir auf der Mauer sehen, Hand in Hand und vereint für eine bessere Welt arbeiten können.

Ich danke dem Volk und der Bundesregierung Deutschlands nochmals für dieses Ge-schenk und für ihr Bekenntnis, dass sie damit zu den Vereinten Nationen zum Ausdruck bringen.

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