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UNO-Generalsekretär Kofi Annan fordert „Koalition für verantwortlichen Wohlstand“

UNIC/455

LONDON, 25. Februar 2002 -- Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, der Mitte des Jahres in Johannesburg stattfindet, muss zu einer Abkehr vom „business as usual“ führen, sagte UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan.

In einer Rede an der London School of Economics sagte Annan vor hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, dass sich der Lebensstil in den Industrieländern generell ändern müsse, wenn die Erde angesichts steigender Bevölkerungszahlen weiterhin bewohnbar bleiben solle. Diese Entwicklung müsse aber als Chance und nicht als Katastrophe gesehen werden. „Nachhaltige Entwicklung ist keine Bürde, sondern eine außergewöhnliche Gelegenheit für viele Bereiche:

irtschaftlich, durch das Entstehen neuer Märkte und neuer Arbeitsplätze; sozial, durch die Einbindung benachteiligter gesellschaftlicher Randgruppen; und politisch, indem jeder Mann und jede Frau eine Stimme und eine Wahlmöglichkeit bei der Entscheidung über die eigene Zukunft erhalten“, sagte Annan.

Der Gipfel, der vom 26. August bis zum 4. September im südafrikanischen Johannesburg veranstaltet wird, bietet den Staats- und Regierungschefs, Wirtschaftsführern und den Lobbies der Zivilgesellschaft die Gelegenheit, sich auf gangbare Wege zu verständigen, wie Armut reduziert, die Versorgung mit Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen verbessert und der Energieverbrauch effizienter umgesetzt werden kann.

Der Gipfel in Johannesburg findet 10 Jahre nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro statt. Dort wurde 1992 die Agenda 21 verabschiedet, der grundlegende Entwurf für nachhaltige Entwicklung. Obwohl es bereits bedeutende Anstrengungen gegeben habe, die Agenda 21 umzusetzen, spüre man ein Nachlassen der Dynamik, sagte Annan. „Unsere Aufmerksamkeit konzentriert sich auf Konflikte, auf die Globalisierung und seit kurzem auf den Terrorismus. Oft haben wir nicht darauf geachtet, in welchem Zusammenhang diese Fragen mit der Nachhaltigkeit stehen. „Dieser Begriff ist zu einem frommen Appell geworden, anstatt ein dringender Aufruf zu konkretem Handeln zu sein.“

Die Vorbereitungen für Johannesburg sind in vollem Gang. Vertreter von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen haben gemeinsam mit Unternehmern und anderen wichtigen Gruppen kürzlich ein zweites Vorbereitungstreffen in New York abgeschlossen. Dort vereinbarten sie, dass der Gipfel nicht nur zu einem Aktionsplan führen muss, sondern auch zu einer Vielzahl konkreter Initiativen, die in verschiedenen Partnerschaften umgesetzt werden sollen.

Ein weiteres Vorbereitungstreffen ist vom 25. März bis zum 5. April in New York geplant. Eine Ministerrunde wird in Jakarta vom 27. Mai bis zum 7. Juni stattfinden.
Es gibt positive Anzeichen dafür, dass diese Chance nicht verpasst werden wird.

Generalsekretär Annan sagte, die beim Treffen der Welthandelsorganisation in Doha erzielte Vereinbarung, die Entwicklungszusammenarbeit in den Mittelpunkt der neuen Runde der Handelsgespräche zu stellen, könnte ein großer Schritt in die Richtung sein, den Menschen dabei zu helfen, in einer globalisierten Welt in einem fairen Wettbewerb zu bestehen. Er betonte auch, dass die Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung, die im März im mexikanischen Monterrey stattfindet, großen Einfluss darauf haben könnte, die erforderlichen Finanzmittel für die Entwicklung und den Kampf gegen die Armut zur Verfügung zu stellen.

Generalsekretär Annan schloss seine Rede mit einer hoffnungsvollen Vision darüber, was einmal über die drei Konferenzen in Doha, Monterrey und Johannesburg in den Geschichts-büchern stehen könnte. Und er rief seine Zuhörer auf, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen:

„Angesichts der Herausforderungen der Ziele, die sich die Staats- und Regierungschefs auf dem Millenniumsgipfel gesetzt haben und geschockt von den Schrecken des 11. September zu einem stärkeren Bewusststein für das gemeinsame Schicksal gebracht, hat die Menschheit in den folgenden 12 Monaten zu guter Letzt den Willen aufgebracht, um die wirklich harten Fragen der Zukunft anzugehen. In leidenschaftlichen Debatten in den Verhandlungssälen und auf den Fluren der drei großen Weltversammlungen hat sie die Instrumente, Strategien und kreativen Partnerschaften entwickelt, die für dieses Werk erforderlich sind.“

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Den vollständigen Redetext finden Sie in Pressemitteilung UNIC/455/Add.1.

Weitere Informationen erhalten Sie vom Pressebüro des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung: Klomjit Chandrapanya, Tel.: (+1 212) 963-9495, Pragati Pascale, Tel.: (+1 212) 963-6870, oder von der UNO-Hauptabteilung für Presse und Information, e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Materialien zum Weltgipfel sind auch im Internet erhältlich unter: http://www.johannesburgsummit.org/

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