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Generalsekretär Kofi Annan: Migration ist Bestandteil des Lebens in einer modernen Welt

UNIC/441

Erklärung zum Internationalen Tag der Migranten, 18. Dezember 2001

NEW YORK, 12. Dezember -- Die UNO-Generalversammlung hat im Jahr 2000 beschlossen, den 18. Dezember als Internationalen Tag der Migranten zu begehen. An diesem Tag war 1990 die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeiter und ihrer Familienmitglieder verabschiedet worden. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Dieser zweite Internationale Tag der Migranten ist eine Gelegenheit, den gewaltigen aber oft übersehenen Beitrag anzuerkennen, den Millionen von Migranten für die Wirtschaft, die Gesellschaft und den kulturelle Fortschritt der Länder in der ganzen Welt leisten. Der Tag soll auch die Herausforderungen der Migration für die Zukunft zur Diskussion stellen.

In unserer globalisierten Welt ist die zunehmende Migration eine Tatsache des Lebens. Mehr als 150 Millionen Wanderarbeiter - zwei Prozent der Weltbevölkerung - leben und arbeiten in anderen Ländern als denen ihrer Geburt oder Nationalität. Zu diesen zwei Prozent zählen sowohl Wanderarbeiter als auch Flüchtlinge, Asylsuchende, dauerhafte Einwanderer und andere.

Wanderarbeiter bereichern nicht nur die Gesellschaft in den Zielländern bei. Viele sind unbekannte Helden in ihrer Heimatländern und für ihre Familien. Sie schicken wertvolle Gelder ins Heimatland, sie bringen wertvolle Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen mit, wenn sie zurückkehren. Dennoch wird ihr Beitrag viel zu oft nicht beachtet.

Das Schicksal vieler Wanderarbeiter steht im starken Gegensatz zu den Forderungen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Menschenrechtsnormen und der Konventionen des Arbeitsrechts. Wanderarbeiter werden tendenziell mit niedrigeren Gehältern bezahlt, erhalten wenige oder keine zusätzlichen Leistungen und arbeiten oft unter minimalen Sicherheitsvorkeh-rungen und Gesundheitsschutz. Oft werden sie diskriminiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Infolge illegaler Migration sind Wanderarbeiter in erschreckendem Maße Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Insbesondere die Geißel des Menschenhandels hat viele in furchtbare Lagen gebracht, ganz besonders Frauen und Kinder.

Es ist klar, dass wir zusammenarbeiten und dafür sorgen müssen, dass Wanderarbeiter in Würde und Sicherheit leben. Die Verabschiedung der Internationalen Konvention über den Schutz der Rechte aller Wanderarbeiter und ihrer Familienmitglieder im Jahr 1990 schuf ein umfassendes Regelwerk. Dadurch sollen die Rechte der Wanderarbeiter aufrecht erhalten und den Regierungen Instrumente an die Hand gegeben werden, um illegaler Migration entgegenzutreten. In diesem Jahr beschloss die Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremden-feindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz einen umfassenden Plan zur Bekämpfung von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit gegen Wanderarbeiter und Flüchtlinge.

An diesem Internationalen Tag der Migranten rufe ich alle Mitgliedstaaten zur Ratifizierung und zum Beitritt der Internationalen Konvention von 1990 auf, falls sie dies noch nicht getan haben. Ich ersuche die Regierungen und die Zivilgesellschaft gleichermaßen, nach den Empfehlungen der Weltkonferenz gegen Rassismus zu handeln. Nie war es dringlicher als heute, die Rechte und Interessen der Wanderarbeiter zu schützen. Dies ist eine Verantwortung, die uns alle angeht.

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