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Die Lebensqualität verbessern: Vertreter aus Politik und Wirtschaft bereiten Johannesburg-Gipfel vor

UNIC/414

NEW YORK, 29. Oktober 2001 - Er wird vermutlich das größte und wichtigste internationale Treffen, das je über die Integration wirtschaftlicher, umweltpolitischer und sozialer Entscheidungsprozesse abgehalten wurde: der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, der vom 2. bis 11. September 2002 in Johannesburg, Südafrika, stattfinden wird. Mit drei neuen Maßnahmen will UNO-Generalsekretär Kofi Annan die Vorbereitungen für den Gipfel weiter voran bringen:

  • Nitin Desai, Untergeneralsekretär für Wirtschaftliche und Soziale Fragen, leitete in seiner zusätzlichen Funktion als Generalsekretär des Gipfels diese Woche die Debatte im Zweiten Hauptausschuss (für wirtschaftlichen und soziale Fragen) der Generalversammlung ein; 
  • Jan Pronk, niederländischer Minister für Wohnbau, Raumplanung und Umwelt, übernahm seine neue Aufgabe als Sonderbeauftragter des Generalsekretärs für den Gipfel; 
  • Ein hochrangiges Beratergremium für den Gipfel begann in dieser Woche mit seiner Arbeit an neuen Ansätzen für nachhaltige Entwicklung.

Der Johannesburger Gipfel soll konkrete Verpflichtungserklärungen zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklung bringen, ein Konzept, das schon vor einem Jahrzehnt entwickelt wurde, um die wirtschaftlichen, umweltpolitischen und sozialen Entscheidungsprozesse zu integrieren. Dabei wird sich der Gipfel einer Reihe großer Herausforderungen zu stellen haben, die die Welt heute zu bewältigen hat. Vor allem geht es darum, die Vorteile der Globalisierung allen Menschen zugute kommen zu lassen, die Armut zu beseitigen, den Zugang zur Energie- und Trinkwasserversorgung und zur Abwasserentsorgung zu verbessern, die aus Umweltbedingungen entstehenden Gesundheitsprobleme zu reduzieren, sowie verantwortungsvolles Konsum- und Produktionsverhalten zu fördern.

Ein Fünftel der Weltbevölkerung muss mit weniger als einem Dollar pro Tag sein Leben fristen. 1,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu gesundem Trinkwasser. Zwei Milliarden Menschen müssen ohne Stromversorgung auskommen. „Für Milliarden Menschen geht es zunächst um die grundlegendsten Elemente eines gesunden Lebens, wie Trinkwasserversorgung und Kanalisation“, betont Nitin Desai. „Gleichzeitig können wir heute nicht einfach alle Ressourcen der Welt aufbrauchen und erwarten, dass das keine Konsequenzen für morgen hat.“

„Viel zu lang sind Umweltprotagonisten und Industrie gleichermaßen von einem falschen Ausgleich zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum ausgegangenen. Wir hoffen, dass Johannesburg hier ein Umdenken bringt, das die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher und ökologischer Gesundheit erkennt und sie als einander unterstützende Ziele sieht“, erklärte Desai.

Agenda 21 - vom Bekenntnis zur Umsetzung

Der Gipfel geht von der Umsetzung der Agenda 21 aus, jenem wegweisenden Aktionsplan, der 1992 von der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (Erdgipfel) verabschiedet wurde. Erstmals wurden in dieser Agenda umweltpolitische, wirtschaftliche und soziale Belange in einem einheitlichen Politikkonzept zusammengefasst, das mehr als 2.500 weitreichende Handlungsempfehlungen enthält.

Dabei geht es um detaillierte Vorschläge für die Reduzierung verschwenderischen Konsumverhaltens, die Bekämpfung der Armut, den Schutz der Atmosphäre, der Meere und der Artenvielfalt und die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft. Der Aktionsplan gilt immer noch als aktueller Forderungskatalog. Trotz Fortschritten in manchen Bereichen besteht nach Ansicht der Organisatoren des Gipfels immer noch großer Handlungsbedarf, um die Agenda 21 vollständig umzusetzen.

Teilnahme aus allen entscheidenden Bereichen

Eine möglichst breite Teilnahme durch alle betroffenen Sektoren der Gesellschaft ist für einen Erfolg des Johannesburg-Gipfels von entscheidender Bedeutung. Die UNO plant daher, Politiker, Wirtschaftsvertreter und Industrielle, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler, Vertreter autochthoner Gruppen, Lokalbehörden, Jugend- und Frauenorganisationen, Gewerkschaften, Landwirte und viele mehr aus allen Teilen der Welt bei diesem Gipfel zusammen-zubringen. Die Veranstalter haben alle Teilnehmer aufgerufen, ihre eigenen Beiträge und ihr Engagement nach Johannesburg mitzubringen, damit das Konzept der nachhaltigen Entwicklung endlich Wirklichkeit werden kann.

Die Führungscrew des Gipfels

Um die handlungsorientierte Agenda des Gipfels auf den Weg zu bringen, hat Generalsekretär Kofi Annan eine Reihe wichtiger Maßnahmen in dieser Woche ergriffen. So berief er Nitin Desai zum Generalsekretär der Konferenz und ernannte Jan Pronk zu einem Sonderbeauftragten für den Gipfel.

Desai wird neben seiner bisherigen Tätigkeit als Untergeneralsekretär für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen für die inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen des Gipfels verantwortlich sein. Pronk soll mit führenden Politikern in aller Welt über ihre Ansichten zu den anstehenden Fragen sprechen und ihr Engagement für den Johannesburg-Gipfel mobilisieren. Er übernimmt diesen Auftrag unter gleichzeitiger Wahrnehmung seiner Aufgaben als Wohnbau-, Raumplanungs- und Umweltminister der Niederlande.

Der Generalsekretär hat auch einen hochrangigen Beirat ernannt, der neue Vorgangsweisen in Fragen der nachhaltigen Entwicklung erörtern und die Ziele des Gipfels fördern soll. Der Beirat trat am 29. Oktober zu seiner ersten Sitzung in New York zusammen. (Siehe Mitgliederliste im Anhang.)

Regionale Vorbereitungen

Drei der fünf regionalen Vorbereitungskonferenzen haben bereits stattgefunden. Sie dienen der Einschätzung und Bewertung der wichtigsten Herausforderungen, der Chancen und Hindernisse, die jede Region auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung in den letzten zehn Jahren erfahren hat. Gleichzeitig sollen künftige Prioritäten, neue Initiativen und die für die Fortschritte in den kommenden Jahren erforderlichen Zusagen erörtert werden. Die Berichte der Regionaltreffen werden in der ersten Hälfte des Jahres 2002 den globalen Vorbereitungstreffen unter dem Vorsitz von Dr. Emil Salim (Indonesien) vorgelegt werden.

Daneben wurde auf regionaler Ebene im Wege „Runder Tische“ mit bedeutenden Persönlichkeiten die Meinung hochrangiger Politiker, Umweltexperten, Wissenschaftler, Forscher und anderer Interessenvertreter zu den Zielen des Gipfels eingeholt. Die Vorsitzenden und Vertreter dieser Runden Tische trafen in dieser Woche in New York zusammen, um dem zuständigen Hauptausschuss der Generalversammlung von ihrer Arbeit zu berichten und mit führenden Vertretern des UNO-Sekretariats die möglichen Tagesordnungspunkte des Gipfels zu erörtern.

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Weitere Informationen über den Johannesburg-Gipfel erhalten Sie auf der offiziellen Website des UNO-Sekretariats für den Gipfel unter http://www.johannesburgsummit.org/

Informationen über logistische Fragen und Angelegenheiten des NGO-Forum finden Sie unter http://www.joburgsummit2002.com/
Presseanfragen richten Sie bitte an: United Nations, Department of Public Information, Pragati Pascale, Tel.: (+1- 212) 963 6870; Dan Shepard, Tel.: (+1- 212) 963 7704; Myriam Dessables, Tel.: (+1- 212) 963 2932, oder an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
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Anhang

Die Mitglieder des Beirates des Generalsekretärs für den Gipfel in Johannesburg:

Dr. Kamla Chowdhry (Indien) - Mitglied der Weltkommission für Wälder und nachhaltige Entwicklung

Severn Cullis-Suzuki (Kanada) - Biologiestudentin an der Universität Yale; junge Umweltaktivistin

Viktor Danilow-Danilyan (Russische Föderation) - Ehemaliger Minister für Umwelt und natürliche Ressourcen

Jocelyn Dow (Guyana) - Präsidentin der Organisation Women's Environment and Development

Dr. Jane Goodall (USA/Kenia) - Ethnologin, Verhaltensforscherin für Schimpansen und Aktivistin für deren Lebensraumerhalt; Gründerin des Jane Goodall Instituts

Yolanda Kakabadse (Ecuador) - Präsidentin der Internationalen Union für den Erhalt der Natur

Professor Lydia Mkhubu (Swasiland) - Vize-Kanzlerin der Universität Swasiland

Botschafter Hisashi Owada (Japan) - Präsident des Japanischen Instituts für Internationale Angelegenheiten

Professor Geping Qu (China) - Vorsitzender der Kommission zum Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen, Nationalversammlung der Volksrepublik China

Moeen Qureshi (Pakistan) - Vorsitzender der Partnerschaft Emerging Markets; ehemaliger leitender Vize-Präsident der Weltbank

The Hon. Joseph Warioba Nyalali (Tansania) - Ehemaliger Premierminister

Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Deutschland) - Mitglied des Bundestages; Präsident der Untersuchungskommission über die Globalisierung der Wirtschaft, Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen

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