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UNO-Generalsekretär Kofi Annan: „Millionen Menschen sind nach dem 11. September anfälliger für Armut “

UNIC/409

Erklärung zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut, 17. Oktober 2001

NEW YORK, 17. Oktober 2001 - Der 17. Oktober wird als Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut begangen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat aus diesem Anlass folgende Erklärung veröffentlicht:

Vor knapp einem Jahr versammelten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zum Millenniumsgipfel, um eine Agenda für das 21. Jahrhundert festzulegen - einen Plan für Freiheit von Furcht und Not, für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten und für die Erneuerung der Vereinten Nationen. Sie versprachen, ihre Völker von „den erniedrigenden und unmenschlichen Bedingungen extremer Armut zu befreien, denen gegenwärtig mehr als eine Milliarde Menschen ausgesetzt sind“, und beschlossen „bis zum Jahr 2015 den Anteil der Weltbevölkerung mit Einkünften von weniger als einem Dollar pro Tag zu halbieren.“

Vor einem Monat haben uns die tragischen Ereignisse vor Augen geführt, dass die internationale Gemeinschaft noch enger zusammenarbeiten muss, um die komplexen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Unsere Aufgabe, Armut zu bekämpfen, das Leben der Menschen überall zu verbessern und ihre Anfälligkeit zu verringern, ist heute wichtiger und dringender als jemals zuvor. Denn die Ereignisse des 11. September drohen mit ihren Auswirkungen auf die ganze Welt weitere Millionen Menschen in die Armut zu stürzen.

Heute leben mehr als 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut. Als Folge der Anschläge des 11. September muss man davon ausgehen, dass die Weltwirtschaft deutlich schwächer wird und hart erkämpfte Entwicklungserfolge gefährdet werden. Die Weltbank schätzt, dass im nächsten Jahr womöglich weitere 15 Millionen Menschen in Armut leben werden. Die Folgen sinkender Rohstoffpreise, politischer Spannung, niedrigerer Ölpreise, geringerer Investitionen, hochschnellender Handelskosten, der Einkommensverluste im Tourismus und der Flüchtlingsströme werden sich auf viele Menschen auswirken, die es sich am wenigsten leisten können.

Es ist klar, dass zusätzliche Anstrengungen dringend notwendig sind, wenn wir die in der Millenniumserklärung gesetzten Ziele erreichen wollen. Die Länder müssen mit Blick auf die Ziele des Millenniumsgipfels wirksamere Strategien zur Bekämpfung der Armut entwickeln und dabei von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden.

Das Wirtschaftswachstum muss angetrieben, aber die Früchte des Wachstums breiter verteilt werden. Die Regierungen müssen dafür sorgen, dass ihre Ausgaben für Bildung und Gesundheit auch die Armen erreichen. Der Zugang zu Kleinkrediten muss erleichtert werden. Die Entwicklungsstrategien müssen sich auf den ländlichen Räum konzentrieren, in denen drei Viertel der Armen dieser Welt leben.

Die Entwicklungspartner der internationalen Gemeinschaft müssen ein der Entwicklung förderliches Umfeld schaffen. Wir müssen sicherstellen, dass eine neue Verhandlungsrunde über den Welthandel im nächsten Monat beginnt, die die Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Die öffentliche Entwicklungshilfe muss erhöht werden, um die Ausfälle an privaten Investitionen auszugleichen. Wir brauchen einen breiter angelegten, schnelleren und umfassenderen Schuldennachlass. Und wir müssen allen politischen Willen mobilisieren, um die im nächsten Jahr stattfindende Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung zu einem vollen Erfolg zu machen.

An diesem Internationalen Tag der Beseitigung der Armut wollen wir uns erneut dazu bekennen, die von den führenden Politikern der Welt festgelegten Ziele für das neue Jahrtausend nicht aus den Augen zu verlieren. Die Regierungen haben zueinander gefunden, um uns die Millenniumserklärung zu geben. Sie müssen jetzt weiter zusammenarbeiten, damit diese Vision - um der am meisten gefährdeten Menschen auf dieser Erde willen - Wirklichkeit werden kann. 

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