Samstag, 18 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

Nach Anschlägen in den USA sinkt das weltweite Wirtschaftswachstum auf 1,4 Prozent

UNIC/405

UNO-Bericht warnt vor den langfristigen Auswirkungen der Anschläge

NEW YORK, 11. Oktober 2001 - Die Anschläge vom 11. September in den Vereinigten Staaten werden weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Weltwirtschaft, die gegenwärtig das geringste Wachstum dieses Jahrzehnts verzeichnet, wird dadurch weiter geschwächt und der Abschwung in vielen Volkswirtschaften beschleunigt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht*, der heute von den Vereinten Nationen veröffentlicht worden ist.

„Der Schock wird auf die Weltwirtschaft und die globalen Finanzmärkte in den nächsten Monaten durchschlagen“, so der Bericht. Militärische und politische Reaktionen auf die Anschläge werden bereits bestehende Unsicherheiten über die kurzfristigen weltweiten Konjunkturaussichten „erheblich verstärken“. Außerdem seien bedeutende langfristige Folgen zu erwarten.

Das weltweite Wirtschaftswachstum (GWP) wird in diesem Jahr vermutlich bei 1,4 % liegen. Für 2002 ist eine leichte Erholung auf 2% angesagt. Beim internationalen Handelsvolumen erwartet man in diesem Jahr „praktisch kein Wachstum“, warnen die Vereinten Nationen. 2002 soll es aber um 4% bis 5% steigen.

Der UNO-Bericht prognostiziert eine deutlichere Abschwächung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten als bisher angenommen. Die Anschläge werden vermutlich für einen „absoluten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (GDP) im dritten und vierten Quartal“ sorgen.

In dem Bericht wird festgestellt, dass die negativen Auswirkungen der Konjunkturschwäche, die durch die Anschläge noch verstärkt worden sind, in den verschiedenen Regionen in der Welt unterschiedlich spürbar werden. Unter den Schwellenländern werden vermutlich Staaten in Süd- und Ostasien betroffen sein, wo die Wachstumserwartung für das Bruttoinlandsprodukt 2001 von 4,1% auf 1,7% korrigiert worden ist. Die Prognose für Afrika wurde von 4,3% auf 3% herabgesetzt, in Lateinamerika wird ein Wachstum von 0,8% statt vorher 3,0% erwartet. Unter den Industrieländern wird Kanada am schwersten durch die schwächere US-Wirtschaft beeinträchtigt. Am schwächsten wird die wirtschaftliche Entwicklung voraussichtlich in Japan verlaufen. Dort wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr wahrscheinlich um mehr als 0,5% zurückgehen. verlaufen. Dort wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr wahrscheinlich um mehr als 0,5% zurückgehen.

Der UNO-Bericht wird am selben Tag veröffentlicht, an dem der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Lawrence Klein, vor dem Wirtschafts- und Finanzausschuss der Generalversammlung über den Zustand der Weltwirtschaft spricht. In der kommenden Woche führen die Vereinten Nationen vom 15. bis 19. Oktober ein Vorbereitungstreffen für die bevorstehende UNO-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung durch.

Die Sektion für Wirtschaftsprognosen in der UNO-Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, die diesen Bericht zusammengestellt hat, weist auf fünf entscheidende wirtschaftliche Folgen der Anschläge hin: Die Zerstörung von menschlichem und physischem Kapital; die Unterbrechung wirtschaftlicher Aktivitäten; das veränderte Verhalten von Verbrauchern und Unternehmern; Veränderungen innerhalb der Makroökonomie der wichtigsten Wirtschaftsnationen sowie langfristige Veränderungen bei der Verteilung von Ressourcen. Die langfristigen Folgen werden wirtschaftlich größere Bedeutung haben als die unmittelbaren Auswirkungen der Anschläge, betont der Bericht.
_____________

* A Brief Update of the Global Economic Outlook: Economic Implications of the '9-11' Tragic Events

_____________

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Tim Wall, Tel: (+1-212) 963-5851; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , oder an Nick Snyder, Tel: (+1-212) 963-4382; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front