Dienstag, 21 November 2017
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UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan: Ärmere Länder sind am wenigsten gewappnet, Naturkatastrophen zu verhindern

UNIC/403

Erklärung zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung, 10. Oktober 2001

NEW YORK, 10. Oktober 2001 - Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 1999 beschlossen, den ursprünglich nur während der Internationalen Dekade der Katastrophenvorbeugung (1990-1999) begangenen Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung auch weiterhin am jeweils zweiten Mittwoch im Oktober zu begehen. Aus diesem Anlass hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Die jährliche Begehung des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung gibt der Weltgemeinschaft Gelegenheit, ihre Aufmerksamkeit auf die Verhinderung von Naturkatastrophen sowie auf bessere Methoden zur Bewältigung ihrer Folgen zu lenken. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Naturkatastrophen nicht zurückgegangen. Schwere Erdbeben haben Indien, El Salvador und Peru erschüttert; Überschwemmungen verwüsteten Afrika und Südasien; in Afghanistan, Mittelamerika und Sri Lanka hält die Dürre nach wie vor an; und in Ecuador kam es erneut zu Vulkanausbrüchen. Die globalen Auswirkungen von Zerstörung und Tod haben Familien und Volkswirtschaften an den Rand des Abgrundes gebracht. In manchen Fällen können Naturkatastrophen von Menschen verursachte Notsituationen noch verschärfen, wie uns durch die Ereignisse in Afghanistan nur allzu deutlich bewusst geworden ist.

Mit der zunehmenden Anzahl von Naturkatastrophen wächst auch die Anfälligkeit. Zwar ist kein Land vollkommen sicher, aber besonders die ärmeren Länder sind am wenigsten gewappnet, Katastrophen zu verhindern oder sich darauf vorzubereiten. Da die städtische Bevölkerung in den Entwicklungsländern auf mehr als 1,3 Milliarden Menschen gewachsen ist, dehnt sich die Besiedlung auf katastrophenanfällige Gebiete wie überschwemmungsgefährdete Ebenen oder abgeholzte Landstriche aus. Unzureichende Planung und Landnutzung steigern die Risiken noch zusätzlich.
Die internationale Strategie zur Katastrophenvorbeugung (ISDR) zielt darauf ab, die Verluste und das Leid zu begrenzen. Die Strategie ruft lokale Gruppen zur Mitarbeit auf, um beispielsweise Landkarten von Risikogebieten zu erstellen und Frühwarnsysteme einzurichten. Die Strategie fordert die Regierungen auf, strikte Bauvorschriften zu erlassen und durchzusetzen. Und sie versucht, wissenschaftlich-technische Erkenntnisse zu nutzen, um Antworten zu finden, die über kurzfristige humanitäre Hilfsmaßnahmen hinausgehen. Die Vereinten Nationen und ihre
Partner sind fest entschlossen, diese Strategie umzusetzen und dazu Betroffene und Experten bei der Suche nach Lösungen zusammenzubringen.

Naturgefahren werden uns immer herausfordern. Aber es liegt in unserer Hand, dafür zu sorgen, dass sich Naturrisiken nicht infolge von Armut zu unbeherrschbaren Katastrophen auswachsen. Gemeinsam können wir die ungeheuer komplexe Aufgabe der Katastrophenverminderung angehen und eine Welt von widerstandsfähigen Gemeinschaften und Nationen schaffen, die für die Bewältigung der verheerenden Folgen von Naturrisiken und der damit verbundenen ökologischen und technischen Katastrophen gerüstet sind.

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