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UNO-Generalsekretär Kofi Annan fordert energische Antwort auf den Terror

UNIC/391

Erklärung vor der 56. UNO-Generalversammlung unterstreicht Notwendigkeit eines klaren und transparenten Verfahrens, das von allen verstanden und akzeptiert wird

NEW YORK, 24. September 2001 - An dem Tag, an dem die alljährliche Generaldebatte in der Generalversammlung der Vereinten Nationen hätte beginnen sollen, erklärte UNO-Generalsekretär Kofi Annan vor dem wichtigsten Beschlussfassungsorgan der Weltorganisation, die Terroranschläge gegen die Vereinigten Staaten seien auch ein Schlag gegen all das gewesen, wofür die UNO stehe: „Frieden, Freiheit, Toleranz, Menschenrechte und die Idee einer vereinten Menschheitsfamilie“.

Bei der Vorlage seines Jahresberichtes über die Tätigkeit der Organisation sagte Annan, der Terrorschlag habe sich „gegen alle unsere Bemühungen gerichtet, eine wahrhaft internationale Gemeinschaft, gegründet auf der Herrschaft des Rechts, zu schaffen“.

„Wir müssen darauf reagieren, in dem wir mit aller Kraft unsere gemeinsame Menschlichkeit und die Werte, die wir teilen, bekräftigen“, betonte der Generalsekretär zu Beginn der Debatte über seinen Jahresbericht, an der sich mehr als 60 Länder beteiligen werden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass der Terror diese Werte über den Haufen wirft“, sagte Annan.

Der Sicherheitsrat habe den Anschlag am Tag danach zurecht als Gefährdung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit qualifiziert. Die Antwort müsse daher in einer Weise erfolgen, die den Weltfrieden und die internationale Sicherheit stärkt, indem die Bande zwischen den Nationen gefestigt und nicht neuen Belastungen ausgesetzt werden. Die Weltorganisation sei das natürlich Forum, um diese universelle Koalition aufzubauen. Nur die UNO könne dem langfristigen Kampf gegen den Terrorismus die erforderliche globale Legitimität verleihen.

Der Generalsekretär wies darauf hin, dass sich die Generalversammlung am 1. Oktober eingehender mit der Notwendigkeit einer energischen Antwort auf den Terrorismus befassen werde. Es gehe dabei auch darum, die Herrschaft des Rechts zu bekräftigen. „Keine Mühe darf gescheut werden, um die Täter in einem klaren und transparenten Verfahren zur Rechenschaft zu ziehen, das von allen verstanden und akzeptiert wird“, sagte Annan.

Gleichzeitig warnte der Generalsekretär davor, dass die Aufgabe, eine geeignete Antwort auf die Anschläge zu finden, nicht von den anderen Aufgaben der Vereinten Nationen ablenken dürfe. Die großen Ziele, die sich die Vereinten Nationen gesetzt hätten, vor allem in der Millenniumserklärung der Staats- und Regierungschefs aus dem Vorjahr, das Versprechen, die Zahl der ärmsten Menschen bis zum Jahr 2015 zu halbieren, gleiche Grundschulbildung für Jungen und Mädchen zu gewährleisten, der weiteren Ausbreitung von HIV-Aids Einhalt zu gebieten und unseren Planeten für die künftigen Generationen zu bewahren, oder die langfristigen Entwicklungsfragen, die soziale und wirtschaftliche Not und die Probleme der Globalisierung zu lösen - all dies könne nicht durch Gewalt erreicht werden. Der Weg zu einer besseren Zukunft für die gesamte Menschheit liege in der Zusammenarbeit und Partnerschaft mit allen gesellschaftlichen Kräften. Im Zentrum dieser Partnerschaften müssten die Vereinten Nationen stehen.

„Die Vereinten Nationen müssen den Rahmen gemeinsamer Werte und eines gemeinsamen Verständnisses bilden, in dem sich alle freien und freiwilligen Bemühungen bewegen und sich gegenseitig verstärken können, anstatt sich gegenseitig im Wege zu stehen“, sagte der Generalsekretär.

„Lassen Sie uns den Weg der Gewalt ablehnen, die aus Nihilismus und Verzweiflung erwächst. Lassen Sie uns durch unsere Taten beweisen, dass es keine Notwendigkeit gibt zu verzweifeln, dass die politischen und wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit friedlich gelöst werden können und dass kein einziges Menschenleben geopfert werden sollte, weil jeder Mensch Grund zur Hoffnung hat.“

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HINWEIS FÜR JOURNALISTEN: Den vollen Wortlaut der Rede des Generalsekretärs finden Sie auf der Website der Vereinten Nationen unter: http://www.un.org/News/Press/docs/2001/sgsm7965.doc.htm 

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