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Afghanistan: Ein Volk in der Krise

UNIC/390

Gemeinsame Erklärung der Hilfsprogramme der Vereinten Nationen

GENF/NEW YORK, 24. September 2001 - Carol Bellamy, Exekutivdirektorin des UNO-Kinderhilfswerkes (UNICEF), Catherine Bertini, Exekutivdirektorin des Welternährungsprogramms (WFP), Ruud Lubbers, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), Mark Malloch Brown, Administrator des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP), Kenzo Oshima, Nothilfekoordinator, Büro für Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und die Menschenrechtshochkommissarin der Vereinten Nationen, Mary Robinson (UNHCHR), haben heute folgende gemeinsame Erklärung zur humanitären Krise in Afghanistan veröffentlicht:

In Afghanistan breitet sich eine humanitäre Krise von unfassbarem Ausmaß aus. Ein 20 Jahre währender brutaler Konflikt, eine dreijährige schwere Dürre, zahllose Menschenrechtsverletzungen und beträchtliche Bevölkerungsbewegungen, die durch die jüngste geopolitische Krise noch verstärkt wurden, haben mehr als fünf Millionen Einwohner dieses Landes - zum größten Teil Frauen und Kinder - in eine Notlage gestürzt, in der sie täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Der hereinbrechende Winter wird noch größere Not bringen.

Während die Augen der Welt auf Afghanistan und seine Nachbarländer gerichtet sind, wollen wir auf folgende Indikatoren der umfassenden und verheerenden humanitären Krise aufmerksam machen:

  • Mehr als fünf Millionen Menschen brauchen für ihr Überleben dringend humanitäre Hilfe; darunter über eine Million Menschen, die aus ihren Heimatdörfern vertrieben wurden. 
  • Zehntausende befinden sich auf der Flucht. Sie suchen Sicherheit und Hilfe. UNHCR geht davon aus, dass es noch viel mehr Menschen gibt, die nicht fliehen können. 
  • Bereits 3,8 Millionen Afghanen sind auf Lebensmittelhilfe der Vereinten Nationen angewiesen, um überleben zu können. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms werden bis 1. November 5,5 Millionen Menschen von seinen Nahrungsmittellieferungen abhängig sein. 
  • Fast 20 Prozent der Hilfsbedürftigen sind Kinder unter fünf Jahren, sagt UNICEF. Viele Kinder kämpfen bereits um ihr Überleben.

UNO-Organisationen und andere Hilfsorganisationen sorgen mit Hilfe von Hunderten engagierten afghanischen Mitarbeitern, die im Land verblieben sind, für die Aufrechterhaltung des Betriebes von Lagern für die Vertriebenen und für die Lebensmittelverteilung. Aber der mangelnde Zugang der internationalen humanitären Hilfe trägt dazu bei, dass die Lage zunehmend schlechter wird. Im Augenblick sind keine weiteren Nahrungsmittellieferungen nach Afghanistan möglich. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms dürften die im Land vorhandenen Lebensmittelreserven in zwei bis drei Wochen aufgebraucht sein.

Wir rufen eine Welt, die die Wunden der schrecklichen Terroranschläge vom 11. September trägt, dazu auf, die Grundsätze des internationalen humanitären Rechts zu achten und alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Zivilbevölkerung - vor allem Millionen Kinder und Frauen - zu schützen.

Wir rufen die gesamte internationale Gemeinschaft - und vor allem die Länder in der Region - dazu auf, zu helfen und durch ihre Unterstützung der humanitären Hilfsbemühungen eine weitere Tragödie abzuwenden, sich mit Nachdruck für den sicheren Zugang der internationalen humanitären Hilfe zu allen in Not befindlichen Bevölkerungsgruppen einzusetzen, die Sicherheit des internationalen und lokalen Hilfspersonals zu gewährleisten, alle Maßnahmen zu unterstützen, mit denen eine humanitäre Katastrophe in Afghanistan und seinen Nachbarländern abgewendet werden kann, und ihre Grenzen für Menschen in Not zu öffnen.

Wir würdigen besonders die enorme Bürde, die Pakistan und Iran durch die Aufnahme von 3,5 Millionen Afghanen auf sich genommen haben und schließen uns dem Aufruf des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen nach weiterer internationaler Unterstützung für die Asyl gewährenden Staaten an, um sicherzustellen, dass sie ihre Grenzen für alle, die Schutz und humanitären Beistand verdienen, weiter offen halten.

Wir danken allen Gebern - Regierungen, Organisationen und Einzelpersonen, die weiterhin die humanitären Hilfsbemühungen in dieser Region unterstützen und wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, angesichts der zunehmenden humanitären Krise ihre Unterstützung zu verstärken.

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