Freitag, 24 November 2017
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Transnationale Unternehmungen in Mittel- und Osteuropa werden “prominente Spieler“ im Welt-Investment

UNIC/387

GENF, 18. September (UNCTAD) -- Führende transnationale Unternehmen (TNUs) in Mittel- und Osteuropa “sind auf dem Weg, sich als prominente Spieler in der globalen Investment-Arena zu etablieren“, so der Weltinvestitionsbericht 2001, der heute von der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) vorgestellt wird.

Lukoil Oil Co. aus der Russischen Föderation führt die Liste an, mit Aktiva von 3,2 Milliarden Dollar. Für die Mehrzahl der transnationalen Unternehmen (im Nicht-Finanzbereich) unter den größten 25 aus der Region (siehe Tabelle 1), wuchsen im Jahr 1999 die Auslandsaktivitäten schneller als die Inlandsaktiva.

Transport, Petroleum, Erdgas und Pharmazeutika sind die führenden Sektoren für Auslandsinvestitionen in die mittel- und osteuropäische Region. Ausländische Direktinvestitionen (ADI) in diese Regionen stiegen im letzten Jahr um 7% (mit Malta) auf den bisherigen Höchststand von US$ 27 Milliarden. Nach dem Muster der vergangenen Jahre kommt der Großteil der Investitionen aus westeuropäischen Ländern, insbesondere den Ländern der Europäischen Union.

Der Zufluss blieb jedoch ungleich verteilt: drei Länder - Polen, Tschechische Republik und Russische Föderation - absorbieren zwei Drittel der Gesamtzuflüsse (siehe Bild 1). In Polen und Ungarn stiegen die ADI an, während sie in der Russischen Föderation und in der Tschechischen Republik abnahmen, trotz einer kontinuierlichen Steigerung der Neuinvestitionen. Der Zufluss der Slowakei von 2,1 Milliarden Dollar war fast so hoch wie in den vergangenen neun Jahren zusammengenommen. Jugoslawien, das zum ersten Mal in der ADI-Statistik des WIR ausgewiesen ist, zeigt einen Zufluss von US$ 29 Millionen im Jahr 2000.

Insgesamt waren ADI von Privatisierungen dominiert. Privatisierungen werden in dieser Region voraussichtlich bis mindestens 2002 für Zuwächse von ADI sorgen. Der 4-Milliarden- Dollar-Kauf des Hauptanteils an der Polnischen Telekom (Telekomunikacja Polska) durch die France Telecom im Jahr 2000 war die größte Privatisierung und größte ADI-Transaktion bis heute. Anderswo in der Region ist der Privatisierungstrend vorläufig am verebben (z.B. Ungarn) oder aber hat noch nicht begonnen (z.B. GUS, wo bislang keine größeren Privatisierungen mit Auslandsbeteiligung stattgefunden hat. Nach 2002 wird der Privatisierungstrend in den Ländern, die im Transformationsprozess weiter fortgeschritten sind, abgeschlossen sein, zum Beispiel in der Tschechischen Republik und in Polen. ADI-Muster werden sich dem derzeitigen Stand in Ungarn angleichen, wo ADI-Investitionen durch Neuinvestitionen und, in zunehmendem Masse, durch Fusionen und Übernahmen von Privatunternehmen gekennzeichnet sind.

Der Transnationalitäts-Index von mittel- und osteuropäischen Unternehmen - zum erstenmal im heurigen WIR veröffentlicht - überstieg 10% in Jahre 1999. Er ist nach wie niedriger als der Durchschnitt für Industrie- oder Entwicklungsländer (15% bzw. 18%). In Estland und Ungarn stand der Index bei fast 25% und in der Tschechischen Republik und in Litauen überstieg er 15%, was ein hohes Maß an Transnationalität anzeigt. Andererseits lag er bei weniger als 5 % in einem Drittel der aufgeführten Länder.

Der letztjährigen ADI-Abflüsse aus der Region (US$ 4 Milliarden) stiegen rascher als die Zuflüsse, trotz der Tatsache, dass offizielle Zahlen über Auslandsinvestitionen die eigentlichen Abflüsse unterschätzen. Einige der Transaktionen, die z.B. von Firmen in der Russischen Föderation, mit der Absicht, Kontrolle über ausländische Gesellschaften zu schaffen, durchgeführt wurden, bleiben unerwähnt, oder scheinen unter anderen Rubriken in der Zahlungsbilanz auf. Wenn diese Abflüsse in die Schätzungen eingeschlossen werden, erscheint die Russische Föderation als erheblicher Auslandsinvestor. In Ungarn, das bei Auslands-Investitionen nach der Russischen Föderation an zweiter Stelle liegt, unterstützt die Regierung solche Auslandsinvestitionen. Der Großteil dieser Flüsse findet innerhalb der Region statt.




 



 


Figure 1. Central and Eastern Europe: FDI inflows, 1999 and 2000*
(Billions of dollars)
Figure 1. Central and Eastern Europe: FDI inflows, 1999 and 2000 (Billions of dollars)


 


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