Montag, 20 November 2017
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Anteil ausländischer Direktinvestitionen steigt in den Industrieländern um 21 Prozent

UNIC/386

Deutschland erhält in Europa die höchsten Direktinvestitionen aus dem Ausland und belegt weltweit den zweiten Platz

GENF, 18. September 2001 (UNCTAD) -- Ausländische Direktinvestitionen in die Industrieländer stiegen im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf über eine Billion Dollar. Davon profitiert unter anderem auch Deutschland. Das geht aus dem Weltinvestitionsbericht 2001 hervor, der heute von der Handel- und Entwicklungskonferenz derb Vereinten Nationen (UNCTAD) veröffentlicht worden ist.

Mit US$ 176 Milliarden ist Deutschland zum ersten Mal der größte Empfänger ausländischer Direktinvestitionen in Europa und belegt weltweit den zweiten Platz hinter den Vereinigten Staaten mit US$ 281 Milliarden. Grund ist die Übernahme von Mannesmann durch VodafoneAirTouch, die bisher größte grenzüberschreitende Unternehmensfusion in der Wirtschaftsgeschichte. Dieses Geschäft belegt die Bedeutung von grenzüberschreitenden Fusionen und Unternehmensaufkäufen, die den wesentlichen Anteil der ausländischen Direktinvestitionen in Industrieländern ausmachen.

Hohe ausländische Direktinvestitionen flossen im vergangenen Jahr auch nach Kanada und Großbritannien. Der Zufluss von ausländischem Kapital nach Großbritannien stieg um 57 Prozent auf US$ 130 Milliarden, der nach Kanada betrug zweieinhalb Mal soviel wie im Vorjahr und stieg auf US$ 63 Milliarden. Kanada hatte in der Vergangenheit einen beispiellosen Strom von Direktinvestitionszu- und -abflüssen zu vermerken, was auf mehrere Fusionen und Zukäufe mit Partnern in Europa und den Vereinigten Staaten zurückzuführen ist.

Auch in Irland ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen sehr hoch. Im Weltinvestitionsbericht wird Irland als das „dynamischste Land unter den Industrienationen, was Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit betrifft“, bezeichnet. Dabei wird auf den Wandel des irischen Wirtschaftssystems, mit ausgangs niedriger Produktivität, zu einem Zentrum Technologie intensiver Produktion und der Herstellung von Software verwiesen.

Großbritannien besetzt zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz als wichtigstes Ursprungsland von ausländischen Direktinvestitionen. Obwohl die Vereinigten Staaten der weltgrößte Empfänger ausländischer Direktinvestitionen bleiben, ist das Investitionsvolumen aus dem Ausland um 5 Prozent auf US$ 281 Milliarden im letzten Jahr gesunken. Die Summe der von den USA getätigten Auslandsinvestitionen ist ebenfalls leicht um 2 Prozent gesunken und beträgt US$ 139 Milliarden. Die von französischen Unternehmen getätigten Auslandsinvestitionen sind ebenfalls sehr hoch. Im Jahr 2000 waren sie sogar erstmals höher als die der Vereinigten Staaten. Der Zuwachs ist durch mehrere große Akquisitionen bedingt, besonders durch den Kauf von Orange durch France Telecom.

Japan musste im Jahr 2000 bei den Direktinvestitionszuflüssen aus dem Ausland einen Rückgang um 36 Prozent auf US$ 8 Milliarden hinnehmen. Dies ist zum Teil auf das anhaltend schwache Wirtschaftswachstum zurückzuführen, aber auch darauf, dass andere Faktoren Investoren abhalten. Die von Japan getätigten Auslandsinvestitionen legten hingegen deutlich auf US$33 Milliarden zu. Dies ist der höchste Stand seit 10 Jahren.

Die Industrieländer konzentrieren weiterhin die meisten Direktinvestitionen aus dem Ausland auf sich, insgesamt sind es etwa drei Viertel der weltweiten Zuflüsse. Die „Triade“ - die Europäische Union (EU), die Vereinigten Staaten und Japan - erhielten im Jahr 2000 71 Prozent aller Zuflüsse und haben gemeinsam 82 Prozent aller Direktinvestitionen im Ausland getätigt. Ende der neunziger Jahre waren in den drei “Triade“-Mitgliedern fast 50.000 transnationale Unternehmen mit etwa 100.000 Tochtergesellschaften angesiedelt. Innerhalb der „Triade“ hat die EU als Herkunfts- und Empfängerregion ausländischer Direktinvestitionen zugelegt. Die Rekordhöhe der Zuflüsse (US$ 617 Milliarden) wurde durch die zunehmende regionale Integration begünstigt. Außerhalb der Gruppe der 15 Mitgliedsstaaten sind vor allem die Schweiz und die Vereinigten Staaten die wichtigsten Partner.

Die Struktur der Direktinvestitionen innerhalb der „Triade“ ist im Wandel begriffen. So wurde Japan - neben seiner Bedeutung als traditionell wichtige Quelle für ausländische Direktinvestitionen - in den letzten Jahren auch immer bedeutender als Standort für ausländische Unternehmen. Die Vereinigten Staaten wurden von der EU als größter Investor abgelöst, und zwar sowohl in Bezug auf Zuflüsse als auch auf Abflüsse.
Da die Direktinvestitionsströme zwischen den drei Regionen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, ist es laut UNCTAD nicht verwunderlich, dass mittlerweile das Gros des gesamten Bestands an ausländischen Direktinvestitionen (40 Prozent) in der “Triade“ aus jeweils anderen „Triade-Ländern “ stammt. 1985 betrug dieser Anteil nur ein Drittel.

Die „Triade“ führt auch die Liste der einhundert größten transnationalen Unternehmen an, die jährlich im Weltinvestitionsbericht 2001 veröffentlicht wird (TAD/INF/PR29). So haben 91 dieser Unternehmen in einem der „Triade-Länder“ ihren Hauptsitz. Ihr Anteil hat im vergangenen Jahrzehnt stetig zugenommen. Industrieländer, die nicht zur „Triade“ gehören und ebenfalls in dieser Liste zu finden sind, sind Australien, Kanada und die Schweiz.

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