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Ausländische Direktinvestitionen verzeichnen rasanten Anstieg

UNIC/385

Rückgang für 2001 in Sicht; M&A-Aktivitäten vor Abflachung

GENF, 18. September 2001 (UNCTAD) -- Gemäß dem World Investment Report 2001 (WIR 2001) (1) der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) stiegen die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) (2) weltweit im Jahr 2000 um kräftige 18% und erreichten einen Höchststand von US$ 1,3 Billionen; für 2001 ist allerdings ein Rückgang zu erwarten.

Das vorjährige Wachstum und die für das laufende Jahr prognostizierte Abnahme sind hauptsächlich auf grenzüberschreitende Fusionen und Übernahmen (M&A-Aktivitäten) zurückzuführen, die einen beträchtlichen Anteil der globalen ADI ausmachen. Nach dem M&A-Höchstwert von US$ 1,1 Billionen im Vorjahr, was einer Steigerung um beinahe 50 % gegenüber 1999 gleichkam (siehe Tabelle 2), ist zurzeit in diesem Bereich ein Abwärtstrend festzustellen. Dies ist auch im Zusammenhang mit der allgemeinen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu sehen.

Der rasante Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen stärkt die Rolle der internationalen Produktion in der Weltwirtschaft; laut dem WIR 2001 avancierte sie zum Hauptfaktor bei der internationalen wirtschaftlichen Integration. Die 63.000 transnationalen Unternehmungen (TNUs) (3), die für die Dynamik der ADI sorgen, und ihre 800.000 ausländischen Tochtergesellschaften bestimmen zunehmend die Struktur der Handelsströme; auf sie entfallen rund zwei Drittel des gesamten internationalen Handels. Aber sowohl die ausländischen Direktinvestitionen als auch die Handelsbeziehungen konzentrieren sich auf bestimmte Gebiete und benachbarte Regionen, und innerhalb jeder Region sind die Handelsverflechtungen etwas stärker als die ADI-Beziehungen.

Wie in den vergangenen Jahren waren auch im Jahr 2000 die zehn größten ADI-Zielländer wie auch die zehn größten ADI-Auslandsinvestoren Industrieländer mit ein bzw. zwei Ausnahmen (China und Hongkong, China) (siehe Abbildung 1 und 2).

In die Industrieländer fließen weiterhin die meisten ADI: knapp über US$1 Billion oder + 21 % gegenüber 1999; auf sie entfallen über drei Viertel des gesamten Volumens. Obwohl die Entwicklungsländer im Vorjahr ebenfalls einen Zuwachs auf US$ 240 Milliarden verzeichneten, ist ihr Anteil an den gesamten ADI-Zuflüssen seit drei Jahren rückläufig und erreichte mit 19 % den niedrigsten Stand seit 1991. Verglichen mit den frühen Achtzigerjahren steigerten die Entwicklungsländer hingegen ihre Bedeutung als Ursprungsquellen für ADI: ihr Anteil an den weltweiten ADI-Abflüssen stieg von 3 % vor etwa zwanzig Jahren auf 9 % im Vorjahr. Der Mittelzufluss in die 49 weltweit am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) ist im Steigen begriffen, ist mit nur 0,3 % der gesamten internationalen Direktinvestitionszuflüsse jedoch äußerst gering.

Es folgt eine Auflistung anderer regionaler Entwicklungen des Vorjahres:

  • In den Industrieländern und weltweit beherrscht die Triade bestehend aus der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Japan weiterhin die Zuflüsse an ADI (71 %) wie auch die ins Ausland fließenden ADI-Ströme (82 %), die hauptsächlich auf grenzüberschreitende M&A-Aktivitäten zurückzuführen sind. Das Vereinigte Königreich und Frankreich verdrängten die USA als weltwichtigste Ursprungsländer von grenzüberschreitenden Direktinvestitionen; in die USA flossen nach wie vor die meisten ADI, im Vorjahr wurde jedoch sowohl bei den Direktinvestitionszuflüssen (- 5 %) als auch bei den Abflüssen; das heisst bei amerikanischen Investitionen im Ausland ein Rückgang (- 2 %) verzeichnet. Deutschland setzte sich gegen das Vereinigte Königreich durch und wurde zum Zielland Nr. 1 in Europa und rückte auch weltweit in dieser Kategorie auf den zweiten Platz vor. Zum zweiten Mal führt das Vereinigte Königreich die Liste der weltweiten Auslandsinvestoren an.
  • Die ADI nach Mittel- und Osteuropa (4) erhöhten sich um 7 % auf US$ 27 Milliarden und konzentrierten sich auf die Russische Föderation, Polen und die Tschechische Republik. Der Anteil dieser Region an den ADI-Zuflüssen blieb mit 2 % unverändert. Im Allgemeinen standen die ADI im Zeichen von Privatisierungen; diese Dynamik soll bei den ADI-Zuflüssen in dieser Region zumindest noch im Jahr 2002 anhalten. Anschließend könnten die zufließenden Direktinvestitionen zunehmend in Form von Neuinvestitionen, d. h. Projekten auf der grünen Wiese, und privaten grenzüberschreitenden Fusionen und Übernahmen getätigt werden, wobei es zu größeren länderspezifischen Unterschieden kommen kann. Der Großteil der Investitionen stammt weiterhin aus Westeuropa, insbesondere aus den EU-Mitgliedstaaten. Die von mittel- und osteuropäischen Unternehmen im Ausland getätigten ADI entwickelten sich im Vorjahr sogar noch dynamischer als die ADI-Zuströme in die Region und erreichten US$ 4 Milliarden. Die führenden Sektoren bei den ADI-Strömen von Ländern der Region ins Ausland sind Transport, Erdöl und Erdgas sowie der Pharmabereich.
  • Die von den asiatischen Entwicklungsländern (5) ein- wie ausgehenden ADI-Ströme erzielten im Vorjahr Rekordstände, wobei die Sonderverwaltungsregion Hongkong China als das größte asiatische Heim- und Zielland für Investitionen überholte. Mit einem Mittelzufluss von US$ 143 Milliarden nach Asien insgesamt wurde in dieser Kategorie eine Zunahme von 44 % gegenüber 1999 verbucht; die Abflüsse beliefen sich auf insgesamt US$ 85 Milliarden (+ 140 %). Der Zufluss nach Südostasien (ASEAN 10) und Südasien verringerte sich hingegen. In den drei nordostasiatischen Volkswirtschaften Hongkong, Südkorea und Taiwan wurden Zuflüsse von US$ 80 Milliarden verzeichnet; nach China flossen US$ 41 Milliarden, und die neun LCDs dieser Region konnten US$461 Millionen verbuchen. Für die Transaktionen in Hongkong zeichnen zum Großteil ADI von ausländischen Unternehmen verantwortlich, die bis zur erwarteten Aufnahme Chinas in die WTO Kapital in Hongkong “parken“, wie auch eine Erhöhung des durch Hongkong fließenden “Transit-ADI“.
  • In Lateinamerika und dem karibischen Raum nahm der Mittelzufluss um 22 % im Vorjahr auf US$ 86 Milliarden ab, nachdem er sich in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre verdreifacht hatte. Diese Reduzierung trägt einer Korrektur gegenüber 1999 Rechnung, als der Mittelzufluss von einigen größeren grenzüberschreitenden Übernahmen beeinflusst wurde. Zu den Zielländern mit dem größten Zufluss zählten Brasilien (US$34 Milliarden) und Mexiko (US$ 13 Milliarden), während Chile am stärksten im Ausland investierte. Der Dienstleistungssektor und die Rohstoffindustrie waren in Südamerika vorherrschend, während in Mexiko die Sachgüterindustrie und Finanzdienstleistungen im Vordergrund standen. M&A-Aktivitäten waren auch im Jahr 2000 bedeutend und betrafen in erster Linie den Dienstleistungsbereich. ADI nach Argentinien und Chile waren rückläufig; zum Teil deshalb, weil 1999 drei große M&As für die Zunahme verantwortlich gewesen waren. Instabile politische und wirtschaftliche Bedingungen bewirkten in den Andenländern Kolumbien und Peru einen Rückgang der ADI, während Venezuela beim Mittelzufluss einen Zuwachs verzeichnen konnte.

  • Nachdem die ADI-Ströme nach Afrika um 13 % auf USD$ 9,1 Milliarden sanken, verringerte sich der Anteil dieses Kontinents an den globalen ADI-Strömen im Vorjahr auf weniger als 1 %, was hauptsächlich auf eine verlangsamte Dynamik in Südafrika, Angola und Marokko zurückzuführen war. In einer regionalen Betrachtung verzeichneten die Sub-Sahara-Staaten, einschließlich der 14 Mitglieder der Southern African Development Community (SADC) und Afrikas 34 LDCs, ebenfalls Rückgänge; lediglich die Situation in Nordafrika blieb unverändert. Südafrika steht an der Spitze des afrikanischen Kontinents als wichtigstes Ursprungsland für ADI; 40 % der vorjährigen Abflüsse in Höhe von US$ 1,3 Milliarden stammten aus diesem Land. Bei den ADI-Zuflüssen kam es zu folgender Reihung: Angola, Ägypten, Nigeria, Südafrika und Tunesien.

Die wichtigsten TNUs

Die Triade, wo 91 der führenden 100 TNUs (mit Ausnahme des Finanzbereichs) ihren Hauptsitz haben, dominierte weiterhin diese Liste (gemessen am Wert des 1999 im Ausland investierten Kapitals); allerdings stehen zum ersten Mal drei Unternehmen aus Entwicklungsländern auf der Liste (siehe TAD/INF/PR29). Zum vierten Mal in Folge führt General Electric (U.S.A.) diese Liste an; ExxonMobil Corporation (USA) schaffte den Sprung vom fünften auf den zweiten Platz. Royal Dutch/Shell Group (Niederlande/UK) verharrte auf dem dritten Platz, während General Motors (USA) vom zweiten Platz auf den vierten Platz zurückfiel.

TotalFina SA (Frankreich) schaffte den Sprung von Platz 32 (1998) über Platz 8 (1999) in den Kreis der führenden zehn TNUs. Ford Motor Company (USA), Toyota Motor Corporation (Japan), DaimlerChrysler AG (Deutschland), IBM (USA) und BP (UK) bleiben - zwar auf anderen Rängen - unter den Top 10.

Das im Ausland investierte Kapital der Top 100 stieg um 10 % auf US$ 2,1 Billionen, wobei die drei größten Zuwächse auf das Konto von Erdölfirmen gingen. Unter den Top 100 erhöhten die TNUs aus den Vereinigten Staaten ihren Anteil an den ausländischen Aktiva insgesamt um 6 %. Der Anteil der TNUs aus der EU hat sich seit 1990 wenig verändert; die größeren EU-Mitgliedstaaten - Deutschland, Frankreich und Spanien - steigerten ihren relativen Anteil innerhalb dieser regionalen Gruppe jedoch beträchtlich. In den vergangenen zehn Jahren weitete Japan seinen Anteil an den ausländischen Aktiva der Top 100 TNUs um 28 % aus, was die anhaltende Außenorientierung der japanischen Firmen bestätigt.

Der Auslandsumsatz insgesamt nahm um 3 % auf US$ 2,1 Billionen zu, wobei sich unter den Top 100 TNUs der Anteil der US-Firmen verringerte und jener der EU-Firmen erhöhte, letzteres vor allem auf Grund der Aktivitäten von deutschen Firmen.

Die Beschäftigung in ausländischen Tochtergesellschaften insgesamt verzeichnete zum ersten Mal einen Rückgang (rund 8 %), während die Beschäftigung allgemein um 4 % wuchs, was eine Trendwende einläutete: bisher war die Beschäftigung insgesamt gesunken, die ausländische Beschäftigung allerdings gestiegen. Eine Reihe von TNUs, angeführt von McDonalds, General Motors und Siemens, weitete jedoch ihre Belegschaften in ausländischen Tochtergesellschaften beachtlich aus.

Die Liste der Top 100 TNUs wurde wie in den letzten Jahren vorwiegend von den folgenden vier Branchen beherrscht: Elektrotechnik und Elektronikzubehör, Kraftfahrzeugbau, Öl- und petrochemische Industrie sowie Lebensmittel und Getränke (auf die ersteren drei entfallen mehr als 50 der 100 TNUs).


Die Liste der 50 größten TNUs aus den Entwicklungsländern im Jahr 1999 (siehe TAD/INF/PR29) unterstreicht die zunehmenden grenzüberschreitenden Aktivitäten dieser Unternehmen, was auch durch die beachtliche Zunahme ihrer ausländischen Aktiva (18 %) und Umsätze (12 %) nach einem Rückschlag im Jahr 1998 zum Ausdruck kommt. Die Gesamtbeschäftigung nahm allerdings um weitere 27 % ab, während die ausländische Beschäftigung einen vergleichsweise geringen Rückgang von 4 % verzeichnete. Wie im vergangenen Jahr stellte Asien die führenden Unternehmen: Die branchenspezifische Aufteilung der führenden 50 Unternehmen blieb unverändert, d. h. Konglomerate mit einem diversifizierten Geschäftsfeld in einer breiten Palette an Wirtschaftszweigen machten den Löwenanteil sowohl bei den gesamten ausländischen Aktiva als auch bei der ausländischen Beschäftigung aus. Im Bereich der transnationalen Geschäftstätigkeit steht jedoch die Lebensmittel- und Getränkeindustrie an erster Stelle, gefolgt von diversifizierten Unternehmen, Elektrotechnik und Elektronikzubehör und dem Baugewerbe.

Die Internationalisierungsbemühungen der führenden 25 TNUs aus Mittel- und Osteuropa (siehe TAD/INF/PR29) setzten erst vor kurzem ein, nehmen aber stetig zu. Mehrere dieser Unternehmen sind im Begriff, sich als bedeutende Akteure mit ihrem eigenen internationalen Produktionsnetzwerk zu etablieren. Die führenden 25 TNUs entstammen 9 der insgesamt 19 Ländern dieser Region. Am häufigsten werden in dieser Gruppe TNUs aus den Bereichen Transport, Bergbau, Erdöl und -gas und dem Chemie- und Pharmabereich gezählt.

Internationalisierungsindex der TNUs, Zielländer

Im WIR 2001 wird die Entwicklung des “Internationalisierungsindex“ (TNI) der TNUs beschrieben. Dieser Index, der den Durchschnitt der Verhältnisse ausländischer Aktiva/Umsätze/ Beschäftigung zu den Aktiva/Umsätzen/der Beschäftigung insgesamt widerspiegelt, erfasst somit die ausländische Dimension der Gesamtaktivitäten eines Unternehmens. Der Index war im Jahr 1999 rückläufig, soll aber wieder steigen. Folgende Trends lassen sich ablesen:

  • Der Internationalisierungsgrad ist je nach Wirtschaftszweig sehr unterschiedlich, wobei die Medien an der Spitze stehen und der Handel das Schlusslicht des Index bildet. Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie konnte am stärksten zulegen, die chemische Industrie am wenigsten. Bis auf den Kraftfahrzeugbereich konnten alle Wirtschaftszweige ihren branchenspezifischen Internationalisierungsindex um mehr als 50 % steigern; der weltweite Konsolidierungstrend in der Kraftfahrzeugbranche deutet darauf hin, dass hier der Internationalisierungsgrad noch höher ist. Der Anstieg des Index der Entwicklungsländer spiegelt die Anstrengungen dieser Länder im Hinblick auf die Internationalisierung - selbst in Krisenzeiten - wider.

  • Schritt für Schritt entstehen auch große transnationale Versorgungs-, Einzelhandels- und Telekommunikationsunternehmen. Diese Unternehmen trugen mit ihren traditionell umfangreichen Portefeuilles inländischer Vermögenswerte zu einer Verringerung des durchschnittlichen TNI unter den Top 100 bei. Angesichts der zunehmenden Liberalisierung dieser Geschäftsbereiche dürfte sich der Internationalisierungsgrad dieser Unternehmen im nächsten Jahrzehnt erhöhen.

Der Bericht behandelt auch den TNI von Zielländern, der die relative Bedeutung von ADI in einer Volkswirtschaft misst und für 23 Industrieländer und 19 MOELs geschätzt wurde. Dieser Index wird berechnet als Durchschnitt folgender vier Anteile: ADI-Zuflüsse in Prozent der Bruttoanlageinvestitionen; inländischer Bestand der ADI in Prozent des BIP; Wertschöpfung ausländischer Tochtergesellschaften in Prozent des BIP; Beschäftigung in ausländischen Tochtergesellschaften in Prozent der Gesamtbeschäftigung. Unter den Zielländern weist die Sonderverwaltungsregion Hongkong den höchsten Internationalisierungsgrad auf; Neuseeland führt diesbezüglich die Industrieländer an. Der Index ist allgemein in den Entwicklungsländern höher als in den Industriestaaten, was auf Unterschiede in der Stärke der lokalen Unternehmen in den letzteren Ländern hindeuten könnte. In Mittel- und Osteuropa verfügt Ungarn über den höchsten Internationalisierungsgrad.

Diese Ergebnisse zeigen mögliche Vorgehensweisen für Länder auf, die verstärkt Auslandsinvestitionen in ihr Land fließen sehen möchten. Innovationsintensive Wirtschaftszweige wie die Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) sind zunehmend durch Internationalisierung geprägt. IuK ermöglichen Entwicklungsländern, als Gastland für High-tech-Aktivitäten zu fungieren. Je weiter entwickelt ein Industriezweig ist, desto stärker unterscheiden seine Vertreter (Firmen) bei der Auswahl eines Standortes zwischen Arm und Reich, was zu einer starken ADI-Bündelung führt.

Neuheit im WIR 2001: Index der ADI-Zuflüsse

Der zum ersten Mal im WIR 2001 vorgestellte Inward FDI Index (Index der ADI-Zuflüsse) veranschaulicht unter Berücksichtigung der Wirtschaftsgröße und Wettbewerbsfähigkeit die Fähigkeit eines Landes, ADI anzuziehen. Im Detail drückt der Index den Durchschnitt von drei Verhältnissen aus, dem Anteil eines Landes an den weltweiten ADI gemessen an seinem Anteil am BIP, an der Beschäftigung und den Ausfuhren. Beträgt der Index den Wert eins, so bedeutet dies, dass der Anteil eines Landes an den globalen ADI seiner wirtschaftlichen Position gemessen an diesen drei Indikatoren entspricht.

Der Index variiert beträchtlich, was die Attraktivität der Länder für TNUs betrifft. Fünf Länder weisen ein “ausgeglichenes“ Ergebnis, d. h. einen Index von eins, auf; dabei halten sich ihre Anteile an den ADI-Zuflüssen mit ihren durchschnittlichen Anteilen am Welt-BIP, der Beschäftigung und den Ausfuhren die Waage: Costa Rica, El Salvador, Ungarn, Malaysia und die Slowakei. An der Spitze des Index sind generell Länder mit einer starken, offenen Volkswirtschaft anzutreffen; allerdings nehmen auch einige Länder mit einer schwachen Wirtschaft und reichhaltigen Bodenschätzen Spitzenplätze ein, darunter Angola und Mosambik. In manchen Fällen verschlechtert sich die Platzierung auf Grund von wirtschaftlichen und politischen Faktoren, obwohl angesichts der wirtschaftlichen Stärke ein besserer Indexplatz zu erwarten wäre. Andere, am unteren Ende gereihte Länder wie Japan und Südkorea haben eine insgesamt starke Wirtschaft, beschränkten jedoch in der Vergangenheit den Zufluss von ADI.

Die Veränderungen im Index zwischen 1988 und 1990 sowie zwischen 1998 und 2000 stimmen mit den Veränderungen bei der Wirtschaftsleistung und bei politischen Faktoren mit Einfluss auf ADI überein. Irland hat sich von Rang 46 auf den dritten Rang emporgearbeitet, da es gezielt um ADI warb, um seine Technologie- und Exportstrukturen zu verbessern, und gleichzeitig seine Humanressourcen optimierte. Laut dem WIR 2001 ist es Irland dabei gelungen, sich von einer rückständigen, von niedriger Produktivität gekennzeichneten Wirtschaft in ein Zentrum der technologieintensiven Sachgüterproduktion und Softwareindustrie zu wandeln. Schwedens Position verbesserte sich über den gleichen Zeitraum von Rang 29 auf Rang vier, hauptsächlich auf Grund einer veränderten Politik.

Die Zunahme der EU-Mitgliedstaaten unter den Top 20 im vergangenen Jahrzehnt spiegelt zum Teil den großen und weiter steigenden Einfluss der regionalen Integration auf die ADI-Ströme wider. Regional betrachtet macht der Indexwert der Industrienationen rund das Doppelte des Weltdurchschnitts aus, während die Entwicklungsländer und MOELs unter diesem Durchschnittswert liegen. Sowohl in die Industriestaaten als auch in die Entwicklungsländer fließen ADI ungefähr proportional zu ihren Anteilen am Welt-BIP, erstere erhalten jedoch weitaus größere Anteile an den ADI als ihre Anteile an der Beschäftigung, wohingegen die Zuflüsse in die Entwicklungs- und Reformländer geringer ausfallen. 


Figure 1: The 10 largest FDI recipients, 2000 (billions of dollars)


Figure 1: The 10 largest FDI recipients, 2000 (billions of dollars)


Source: UNCTAD, World Investment Report 2001


 


Figure 2: The 10 largest sources of FDI, 2000 (billions of dollars)


Figure 2: The 10 largest sources of FDI, 2000 (billions of dollars)


Source: UNCTAD, World Investment Report 2001


 



 






1 Der World Investment Report 2001: Promoting Linkages (Verkaufsnummer E.01.II.D.12, ISBN 92-1-112523-5) kann zum Preis von US$ 49 erworben werden, sowie in Entwicklungsländern und Transformationsländern zum Sonderpreis von 19 USD, bei United Nations Publications, Sales Section, Palais des Nations, CH-1211 Genf 10, Schweiz, Fax: +41 22 917 0027, e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Internet: http://www.un.org/publications; oder bei United Nations Publications, Two UN Plaza, Room DC2-853, Dept. PRES, New York, N.Y. 10017, USA; Tel: +1 212 963 83 02 oder +1 800 253 96 46, Fax: +1 212 963 34 89. e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

2 Unter einer “ausländischen Direktinvestition“ (ADI) versteht man eine grenzüberschreitende Investition, die von einer Unternehmung mit dem Ziel getätigt wird, Einfluss auf das Management einer Unternehmung in einem anderen Land zu gewinnen. ADI beinhalten im Allgemeinen eine langfristige Beziehung, die ein nachhaltiges Interesse des Investors an einem ausländischen Unternehmen widerspiegelt.

3 “Transnationale Unternehmung“ (TUN) bezeichnet ein Mutterunternehmen und dessen ausländische Tochtergesellschaften: ein Mutterunternehmen ist ein Unternehmen, das über einen mindestens 10-prozentigen Anteil am Eigenkapital oder den Stimmrechten eines Unternehmens in einem Land außerhalb des Heimatlandes verfügt mit der Zielsetzung, Einfluss auf das Management dieses Unternehmens auszuüben.

4 Einschließlich der Länder des ehemaligen Jugoslawien

5 Einschließlich West- und Zentralasien


 
Die englische Fassung dieser Pressemitteilung sowie weitere Informationen über die Herausgabe des Weltinvestitionsberichts 2001 finden Sie auch im Intenet unter
http://www.unctad.org/


 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Karl P. Sauvant, Direktor, Abteilung für Investitionen, Technologie und Unternehmensentwicklung, Tel: +41 22 907 5707, Fax: +41 22 907 0498, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Erica Meltzer, Pressereferentin, Tel: +41 22 907 5365/5828; oder Alessandra Vellucci, Pressereferent, Tel: +41 22 907 4641/5828, Fax: +41 22 907 0043, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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