Samstag, 18 November 2017
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Generalsekretär Annan will Vertrauen der Menschen in die Vereinten Nationen stärken

UNIC/361

Kofi A. Annan von der UNO-Generalversammlung für eine zweite fünfjährige Amtszeit an der Spitze des Sekretariats der Weltorganisation bestätigt

NEW YORK, 29. Juni 2001 - Nach seiner Wahl für eine zweite fünfjährige Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen gab Kofi A. Annan heute folgende Erklärung in der Generalversammlung ab:

„Ich bin zutiefst geehrt durch die Entscheidung, die Sie gerade getroffen haben.

„Ich danke dem Präsidenten des Sicherheitsrates, meinem guten Freund Botschafter Anwarul-Karim Chowdhury, dass er meine neuerliche Ernennung vorgeschlagen hat. Ihnen allen danke ich für die große Ehre, die Sie mir zuteil werden lassen.

„Als Ihre Vorgänger im Jahr 1957 Dag Hammarskjöld für eine zweite Amtszeit empfahlen, sagte dieser, niemand würde das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen annehmen - „wohlwissend, was das bedeutet“ - wenn nicht aus Pflichtbewusstsein.

„Er fügte aber gleich hinzu, dass niemand diese Funktion ausüben könne, „ohne auch gleichzeitig zutiefst dankbar dafür zu sein, eine Aufgabe übernehmen zu dürfen, die so bereichernd und so anspruchsvoll, so immer wieder aufs Neue inspirierend wie manchmal vielleicht auch entmutigend ist. Nach viereinhalb Jahren im Amt kann ich beiden Teilen dieser Erklärung nur zustimmen.

„Ich arbeite im ständigen Bewusstsein meiner Verpflichtungen - der Verpflichtungen Ihnen, den Mitgliedstaaten der Organisation gegenüber, sowie gegenüber allen Völkern der Welt, die Sie repräsentieren, und insbesondere gegenüber meinen Mitmenschen aus Afrika, die Sie durch die Ehrung meiner Person heute auch geehrt haben.

„Gleichzeitig sehe ich mich bestärkt durch ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für das Vertrauen, das Sie in mich gesetzt haben, sowie für die Ermutigung und Unterstützung, die ich von so vielen Seiten empfangen habe. Mit ist sehr wohl bewusst, dass ich dieses Vertrauen allein niemals hätte gewinnen können und diese Unterstützung allein niemals verdient hätte.

„Wohin immer ich auch in den vergangenen vier Jahren gereist bin, mit welchen Fragen auch immer ich mich beschäftigt habe, war ich zutiefst davon beeindruckt, welche Opfer die Mitarbeiter der Vereinten Nationen jeden Tag für die Völker, denen wir dienen, erbringen.

„Ihr Einsatz im Dienst der Menschheit hat Bestand und ist unerschütterlich, ob bei Friedenssicherungseinsätzen, in Flüchtlingslagern oder in den unzähligen anderen Missionen der Barmherzigkeit und der Hoffnung. Was immer ich auch erreicht habe, ich verdanke es ihrem Einsatz und ihrer Unterstützung, in den Außenstellen wie in der Zentrale.

„Ich sehe es als ein besonderes Privileg an, in einer Zeit dramatischer Veränderungen und großer Herausforderungen der Organisation als Generalsekretär gedient zu haben. Meine Ziele, so hoffe ich, waren klar.

„Ich habe mich bemüht, diese unentbehrliche Institution so auszurüsten, dass sie sich den Veränderungen anpassen, den neuen Herausforderungen stellen und ihren Mitgliedsstaaten und den Völkern effektiver dienen, aber gleichzeitig den Prinzipien der Charta treu bleiben kann.

„Ich habe mich bemüht, einen klaren Blick auf die Fehlschläge in jüngster Vergangenheit zu werfen, um noch besser erkennen zu können, was wir brauchen, um in Zukunft erfolgreich zu sein.

„Ich habe mich bemüht, mich für diejenigen einzusetzen, die nicht für sich selbst sprechen können - für das Recht der Ärmsten auf Entwicklung und das Recht der Schwächsten und Anfälligsten auf Schutz.

„Und ich habe mich bemüht, die Förderung der allgemeinen Menschenrechte in all ihren Aspekten in den Mittelpunkt meiner Arbeit zu stellen, denn ich glaube, die Menschenrechte gehören jedem Glauben, jeder Kultur und jedem Volk.

„Es kommt mir nicht zu zu beurteilen, ob oder inwieweit es mir gelungen ist, diese Ziele zu erreichen. Aber ich weiß durchaus, dass diese Aufgaben noch lange nicht beendet sind.

„Gerade erst in dieser Woche haben wir Maßnahmen gegen eine besondere Herausforderung ergriffen, die wir uns vor 20 Jahren noch nicht hätten vorstellen können: gegen die globale Geißel HIV/Aids. Wie Sie wissen, habe ich dieses Problem zu meinem persönlichen vordringlichen Anliegen gemacht und ich bin jetzt überzeugt, dass diese Schlacht gewonnen werden kann. Dank der Arbeit dieser Woche und der langen Monate an Vorbereitungen, die ihr vorausgegangen sind, haben wir uns zumindest auf eine umfassende Strategie geeinigt. Jetzt müssen wir diese in die Tat umsetzen.

„Es gibt noch viele andere Herausforderungen, die ich hier nicht alle aufzählen muss. Ihre Staats- und Regierungschefs haben uns ihre Marschbefehle bereits in der Millenniumserklärung gegeben, die sie letzten September verabschiedet haben. Im nächsten September, zu Beginn der 56. Jahrestagung, werde ich Ihnen ein Programm vorlegen, wie diese Aufträge in den nächsten fünf Jahren ausgeführt werden sollen.

„Lassen Sie mich jetzt meinen Amtseid erneuern:

„Ich schwöre feierlich, die Aufgaben, die mir als Generalsekretär der Vereinten Nationen anvertraut werden, in aller Loyalität und Diskretion gewissenhaft auszuführen, diesen Aufgaben nachzukommen, mein Verhalten ausschließlich von den Interessen der Vereinten Nationen leiten zu lassen und von keiner Regierung oder anderen Autorität außerhalb der Organisation Weisungen in Bezug auf die Ausübung meines Amtes zu erbitten oder entgegenzunehmen.

„Lassen Sie mich zuletzt noch meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, Herr Präsident, dass die Völker der Welt - denen zu dienen diese Organisation gegründet wurde - in fünf Jahren spüren werden, dass diese Organisation ihnen näher steht, dass sie ihre Bedürfnisse besser erfüllt und dass sie ihr individuelles Wohlergehen in den Mittelpunkt ihres Tuns stellt.

„Nur wenn die Menschen dann mehr Vertrauen in die Vereinten Nationen haben werden, wird das Vertrauen, das Sie heute in mich setzen, gerechtfertigt sein.“

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