Mittwoch, 22 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: Die Mauer des Schweigens über Folter muss fallen!

UNIC/358

Erklärung zum Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer von Folter - 26. Juni 2001

NEW YORK, 26. Juni 2001 - In diesem Jahr wird der Internationale Tag zur Unterstützung der Opfer von Folter zum vierten Mal begangen. Die UNO-Generalversammlung hat den Tag am 12. Dezember 1997 ausgerufen, um auf das Problem der Folter aufmerksam zu machen und ihre Abschaffung weltweit voranzutreiben. Anlässlich dieses Tages hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Folter ist eine grausame Verletzung der Menschenwürde. Sie entmenschlicht Opfer und Täter. Schmerz und Schrecken, die vorsätzlich einem Menschen durch einen anderen zugefügt werden, hinterlassen permanente Narben: durch Schläge verkrümmte Wirbelsäulen, mit Gewehrkolben eingeschlagene Schädel, wiederkehrende Albträume, die ihre Opfer in einen Zustand permanenter Angst versetzen.

Die Freiheit von Folter ist ein grundlegendes Menschenrecht, das unter allen Umständen geschützt werden muss. Die zunehmende Bekanntheit internationaler Rechtsinstrumente und Schutzmaßnahmen lässt uns hoffen, dass die Mauer des Schweigens, die diese furchtbare Praxis umgibt, Stück für Stück zerbricht.

Um die Straffreiheit der Folterer zu beenden, bedarf es unserer gemeinsamen Anstrengung. Das heißt: Folterungen müssen als internationales Verbrechen strafrechtlich verfolgt werden. Das heißt: Die UNO-Konvention gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe muss ratifiziert und umgesetzt und die Grundsätze zur effektiven Untersuchung und Dokumentation solcher Verbrechen müssen befolgt werden. Das heißt: Auch das Römer Statut des Internationalen Strafgerichtshofs, in dem Folter als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Kriegsverbrechen definiert wird, muss ratifiziert werden. Und das heißt auch: Aufklärung und Entwicklung in jeder Gesellschaft voran zu bringen.

Nichtregierungsorganisationen stehen an vorderster Front im Kampf gegen die Folter. Rehabilitationszentren arbeiten hart, um das Leiden der Folteropfer zu mildern. Wir wollen sie ehren und auch jenen Regierungen danken, die durch Zahlungen in den Freiwilligenfonds der Vereinten Nationen für Folteropfer für die entscheidenden Finanzmittel gesorgt haben. Ich rufe alle Länder zu großzügigen Spenden auf, damit im Jahr 2002 noch mehr Projekte finanziert werden können.

Lassen Sie uns eingedenk des Leides und Mutes der Folteropfer heute geloben, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf gegenseitigem Verständnis beruht und in der Unmenschlichkeit keinen Platz mehr findet.

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