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Generalsekretär Kofi Annan: In einer vernetzten Welt müssen alle Menschen Zugang zum Internet bekommen

UNIC/351

Erklärung zum Welt-Telekommunikationstag - 17. Mai 2001

NEW YORK, 17. Mai 2001 - Aus Anlass des Welt-Telekommunikationstages hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, folgende Erklärung veröffentlicht:

Die Erfindung des Internets wird heute als ebenso bedeutsam in ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft angesehen, wie jene des Telefons oder selbst der Druckerpresse. Während es fast 75 Jahre lang dauerte, bis rund 50 Millionen Menschen ein Telefon benutzen konnten, erreichte das World Wide Web die gleiche Anzahl von Nutzern in nur vier Jahren. Von den bescheidenen Anfängen des Internets im Jahr 1981, als es gerade einmal 213 Computersysteme für den Zugang zum Internet und nur ein paar tausend Nutzer gab, hat sich das Medium bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts zu einem Netzwerk mit über 56 Millionen Hosts und mehr als 190 Millionen Benutzern entwickelt.

Diese Zahlen sind sicherlich beeindruckend, aber wenn man genauer auf die Statistiken blickt, zeigen sich große Ungleichgewichte im Zugang zum Internet in den verschiedenen Regionen der Welt. In Frankreich gibt es heute beinahe ebenso viele Hosts wie in ganz Lateinamerika und der Karibik. In Australien, Japan und Neuseeland sind mehr Menschen mit dem Internet verbunden als in allen anderen Ländern Asiens und der Pazifikregion insgesamt. Am aufschlussreichsten aber ist vielleicht die Tatsache, dass es in der Stadt New York mehr Internet-Hosts gibt als in ganz Afrika.

Der diesjährige Welt-Telekommunikationstag soll auf diese „digitale Kluft“ aufmerksam machen. Zwar wird das Medium Internet von Menschen in der ganzen Welt benutzt, aber das sind nur fünf Prozent der gesamten Weltbevölkerung. 85 Prozent aller Internetnutzer sind in den Industriestaaten zu finden, wo auch 90 Prozent aller Internetanbieter ansässig sind.

Der Vorteil, den das Internet für die Entwicklungsländern bringen kann, liegt auf der Hand. Es ermöglicht Unternehmern, über nationale Grenzen hinweg ihre Waren und Dienstleistungen direkt an ihre Kunden zu verkaufen. Es erleichtert den Zugang zur Grundversorgung, etwa auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge und der Bildung - Bereiche, die ohnehin ungleich unter der Weltbevölkerung verteilt sind.

Aber damit die Entwicklungsländer auch in den Genuß dieser Vorteile kommen, müssen zuerst bestimmte Voraussetzungen sichergestellt sein. Der Inhalt des Internets muss in vielen verschiedenen Sprachen verfügbar sein, nicht nur in einigen privilegierten. Alle Nationen müssen über die erforderliche Infrastruktur, insbesondere Telefonleitungen, verfügen. Die Kosten des Internet-Zugangs müssen für alle erschwinglich sein.

Seit langer Zeit gilt: Wissen ist Macht. Aber mit der Entwicklung des Internets wird der Zugang zum Wissen rasch zur Voraussetzung für Macht - ob im gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Bereich. In unserer zunehmend vernetzten Welt müssen wir zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass alle Menschen Zugang zu dem im Internet angebotenen Wissen haben.

An diesem Tag wollen wir uns zu dieser Aufgabe bekennen und Anstrengungen unternehmen, um eine Brücke über die „digitale Kluft“ zu schlagen.

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