Montag, 20 November 2017
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Wichtige Fakten zur Klimakonvention und zum Kyoto-Protokoll

UNIC/343
Hintergrundinformation

(Quelle: Sekretariat der Klimarahmenkonvention, UNFCCC) 

Die Konvention über Klimawandel

Die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über Klimawandel wurde im Jahr 1992 verabschiedet. Sie bildet den einheitlichen Rahmen für Einrichtungen und Verfahren, die für die globale Zusammenarbeit in Fragen des Klimawandels benötigt werden. Welche Meinungs­ver­schie­denheiten auch immer über das Kyoto-Protokoll entstanden sein mögen - die 187 Vertrags­staaten der Konvention werden sich auch weiterhin regelmäßig treffen und darüber beraten, wie sie ihren in der Konvention festgelegten Verpflichtungen nachkommen werden. Das nächste offizielle Treffen der Vertragsstaaten der Konvention wird vom 16. - 27. Juli in Bonn stattfinden.

In der Konvention haben sich sowohl Industriestaaten als auch Entwicklungsländer dazu ver­pflich­­tet, nationale Programme gegen den Klimawandel zu beschließen und Strategien zur An­passung an seine Folgen zu entwickeln. Sie sollen dem Klimawandel auch in ihrer Sozial-, Wirt­schafts- und Umweltpolitik Rechnung tragen, in wissenschaftlichen, technischen und bildungs­politi­schen Fragen zusammenarbeiten, die Auswirkung ihrer Gegenmaßnahmen auf die Entwick­lungsländer möglichst gering halten, sowie Bildungsprogramme, das öffentliche Bewußtsein und den Austausch von Informationen über den Klimawandel fördern. Darüber hinausgehende Pflich­ten treffen nur die Industriestaaten: Unter anderem sollten sie Maß­nahmen treffen, um bis zum Jahr 2000 den Ausstoß von Treibhausgasen auf den Stand von 1990 zurückzuführen sowie finan­zielle und technische Unterstützung für Entwicklungsländer zur Verfügung stellen.

Die Konvention legt eine Reihe von Leitlinien und Grundsätzen für die globale Zusammen­arbeit gegen den Klima­wandel fest. Der Grundsatz der Vorsichtsmaßnahme besagt, dass die Tat­sache eines noch nicht vollständigen wissenschaftlichen Beweises nicht als Ausrede dafür her­halten darf, Maßnahmen aufzuschieben, wenn die Gefahr eines ernsthaften oder unwiderruflichen Schadens besteht. Die Grundsätze der Fairness und der „gemeinsamen aber unterschiedlichen Ver­­antwortung und jeweiligen Fähigkeit“ der Staaten legen fest, dass die Industrieländer die Füh­rung in der Bekämpfung des Klimawandels und seiner schädlichen Folgen übernehmen sollen. Der Grundsatz der Kostenwirksamkeit soll sicherstellen, dass der weltweite Nutzen eines abge­schwäch­ten Klimawandels zu den niedrigst möglichen Kosten erreicht wird.

Andere Grundsätze gehen auf die besonderen Bedürfnisse der Entwicklungsländer und die Bedeutung der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung ein.

Das Kyoto-Protokoll und sein Inkrafttreten 

Das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 baut auf der Klimarahmenkonvention auf und stellt eine zweite Stufe in der weltweiten Kampagne gegen den Klimawandel dar. Das Protokoll wurde unter der Schirmherrschaft der Konvention auf der Grundlage eines 1995 vereinbarten Mandates ausgehan­delt. Den zweijährigen Verhandlungen, die schließlich zur Annahme des Protokolls führ­ten, folg­ten mehr als drei weitere Jahre, in denen über viele praktische Fragen der Umsetzung der im  Protokoll vorgesehenen Verfahren verhandelt wurde. 

Das Protokoll sieht eine zweifache Voraussetzung für sein Inkrafttreten vor: Erstens kann das Protokoll erst 90 Tage nach der Ratifizierung durch mindestens 55 Vertragsstaaten der Kon­ven­tion in Kraft treten, und zweitens müssen unter den ratifizierenden Vertragsparteien Industrie­staaten (Annex I-Länder) sein, auf die zusammen mindestens 55% des gesamten Koh­len­dioxidausstoßes dieser Staatengruppe von 1990 entfallen.

Die vereinbarten Prozentanteile der CO² Emissionen sind im Bericht der Konferenz, auf der das Protokoll verabschiedet wurde, festgelegt (siehe Seite 60 des Berichts, der im Internet unter http://www.unfccc.int/resource/docs/cop3/07a01.pdf abrufbar ist). Für die Länder der Europäi­schen Union, die als Gruppe ratifizieren können, beträgt dieser Anteil 24,2%, für Transfor­ma­tions­länder 7,4%, für Japan 8,5%, für die Russische Föderation 17,4% und für die USA 36,1%. Jede beliebige Kombination dieser Anteile, die 55% der Emissionen ergibt, kann zum Inkraft­treten des Protokolls führen, während jede beliebige Kombination mit einer Gesamtsumme von 45% dies verhindern würde.

Emissionsdaten und Hochrechnungen 

Die aktuellsten Angaben zu den gegenwärtigen Ausstößen von CO² durch fossile Brenn­stoffe - die größte und am einfachsten messbare Quelle von Treibhausgasen - sind in der Tabelle weiter unter aufgeführt. Einige wichtige Informationen:

  • Der Gesamtausstoß von Annex I Vertragsstaaten (Industrieländer) wird im Jahr 2000 unter dem Stand von 1990 sein. Das allgemeine Ziel, die Emissionen der Industriestaaten im Jahr 2000 auf dem Stand des Jahres 1990 zu stabilisieren, wird daher für Kohlendioxid erreicht werden.
  • Tatsächlich wird die Abnahme der CO² Emissionen aus der Russischen Föderation und anderen Transformationsländer den deutlichen Anstieg der Ausstöße in den Vereinigten Staaten und anderen Annex II (OECD) Ländern mehr als ausgleichen. Innerhalb dieser Gruppe hielten die Reduzierung der Emissionen von Deutschland und Großbritannien den Gesamtausstoß der Europäischen Union ungefähr auf dem Stand von 1990. Die gegen­wärti­gen Emissionen von allen sechs Treibhausgasen, die das Kyoto-Protokoll abdeckt, durch Annex I Staaten liegen schätzungsweise um rund 6 Prozent unter dem Stand von 1990.
  • Der Gesamtausstoß der CO² Emissionen von nicht-Annex I Staaten (Entwicklungsländer) be­läuft sich jetzt auf rund 38 Prozent der weltweiten Ausstöße.
  • Der pro Kopf Ausstoß von CO² in den Hauptgruppen der Vertragsstaaten weist jedoch wesentliche Unterschiede auf: nicht-Annex I Staaten (Entwicklungsländer) emittieren zwei Tonnen pro Kopf,  Annex II Länder (Industriestaaten) 12 Tonnen pro Kopf und die USA allein 20 Tonnen pro Kopf.

Die jüngsten Schätzungen ergeben für alle Treibhausgase, die im Kyoto-Protokoll aufge­führt sind, folgendes:

 

  • Der Ausstoß von Treibhausgasen von Annex I Staaten im Jahr 2010 wird wahrscheinlich rund 5 bis 10 Prozent über dem Stand von 1990 liegen, unter der Annahme, dass keine Maß­nahmen zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls getroffen werden.
  • Nach den Prognosen des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel (IPCC) könn­ten die Treibhausgasemissionen aus Entwicklungsländern die Ausstöße aus den Industrie­staaten voraussichtlich in den Jahren 2015 - 2020 einholen, obwohl der pro Kopf Ausstoß in den Entwicklungsländern immer noch viel niedriger sein wird.

CO²-Emissionen durch fossile Brennstoffe (in Mt) in 1998*

 

 

Gesamte CO²-Emissionen

(Mt)

CO²-Emissionen pro Kopf

(Tonne pro Einwohner)

Welt**

 

22,726

 

3.9

Nicht-Annex I Vertragsstaaten

8,622

1.9

Annex I Vertragsstaaten

13,383

11.0

Annex II Vertragsstaaten

10,972

12.0

Transformationsländer

2,592

8.2

 

 

Top 20 Länder (nach dem Emissionsstand von 1998) und die EU*

 

 

Gesamte CO²-Emissionen

(Mt)

CO²-Emissionen pro Kopf

(Tonne pro Einwohner)

Vereinigte Staaten von Amerika

 

5,410

 

20.1

China (einschl. Hong Kong)

2,893

2.3

Russische Föderation

1,416

9.6

Japan

1,128

8.9

Indien

908

0.9

Deutschland

857

10.4

Großbritannien

550

9.3

Kanada

477

15.8

Italien

426

7.5

Frankreich

376

6.4

 

 

 

Republik Korea

370

8.0

Ukraine

359

7.1

Mexiko

356

3.7

Südafrika

354

8.5

Polen

320

8.3

Australien

311

16.6

Brasilien

296

1.8

Saudi-Arabien

271

13.1

Islamische Republik Iran

260

4.2

Spanien

254

6.5

 

 

 

Europäische Union

3171

8.5

 

*     Quelle: IEA CO2 emissions from fuel combustion 1971-1998, Paris, 2000. 

**   "Welt" umfasst alle Vertragsparteien und nicht-Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention

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