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Französischer Fussballstar Zinédine Zidane wird Goodwill-Botschafter des UNO-Entwicklungsprogramms

UNIC/312

GENF, 6. März 2001 (UNDP) -- In einer Feierstunde am 19. März um 11 Uhr im Genfer Palais des Nations wird das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) den französischen Fußballstar Zinédine Zidane zum Goodwill-Botschafter für den Kampf gegen die Armut ernennen. Damit wird Zidane in den Kreis derer aufgenommen, die - wie der legendäre brasilianische Fußballspieler Ronaldo, der US-amerikanische Schauspieler Danny Glover, die südafrikanische Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer und die japanische Schauspielerin Misako Kono - die Bemühungen des UNDP zur Bewältigung der Armut in der Welt als Goodwill-Botschafter unterstützen.

Nahezu 20% der Weltbevölkerung - fast 1,2 Milliarden Männer, Frauen und Kinder - leben heute in äußerster Armut, von weniger als einem Dollar pro Tag, und jeder Zweite muss unterhalb der Armutsgrenze mit zwei Dollar täglich auskommen. 800 Millionen Menschen fehlt jeglicher Zugang zu einer Gesundheitsfürsorge, 500 Millionen leiden an chronischer Unterernährung. 90 Millionen Kinder können aus finanziellen Gründen keine Grundschule besuchen, 230 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu weiterbildenden Schulen.

„Heutzutage müssen wir nicht länger in der Annahme leben: 'Armut wird es immer geben'. Wir haben die Ressourcen und das Knowhow, etwas dagegen zu unternehmen“, stellt UNDP-Administrator Mark Malloch Brown fest. Und eben das ist eine der Wahrheiten, die Zinédine Zidane als UNDP-Botschafter verbreiten wird.

Tatsache ist, daß verschiedene Länder spektakuläre Resultate vorweisen können: Der Anteil einkommensarmer Bevölkerungsschichten in Malaysia sank von 60% im Jahre 1960 auf 14% im Jahre 1993, in Indien von 54% im Jahre 1974 auf 39% im Jahre 1994. Bei dem Abbau menschlicher Armut wurden in den 90er Jahren große Fortschritte erzielt, als das Analphabetentum in den Entwicklungsländern von 35% auf 28% reduziert, die Einkommensarmut von 29% auf 24% vermindert und das Risiko für alle Neugeborenen, das 40. Lebensjahr nicht zu erreichen, von 20% auf 14% gesenkt werden konnten.

„Wir sollten uns von der Größenordnung der noch vor uns liegenden Probleme nicht abschrecken lassen“, sagte Zidane, „denn die gute Nachricht ist, daß jeder von uns zur Verminderung der Armut beitragen kann.“ Zidanes Hauptaufgabe beim UNDP wird darin bestehen, alle Gesellschaftsschichten zu Aktionen gegen die Armut anzuregen. Seine Akkreditierung wird er aus der Hand des stellvertretenden UNDP-Verwaltungschefs Zephirin Diabré erhalten.

Zidane arbeitete erstmals vor über einem Jahr mit dem UNDP zusammen, als er mit Ronaldo die UNDP-Mobilisierungskampagne „Teams zur Beendigung der Armut“ einleitete. Mit einem von Dominique Isserman aufgenommenen Photo erschienen beide in ganzseitigen Anzeigen, die europaweit von über 150 Medien als pro bono Werbung verbreitet wurden und mit denen Einzelpersönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen lokal oder international zur Mitarbeit bei Aktionen gegen die Armut eingeladen und wohlhabende Länder zur Erhöhung ihres Entwicklungshilfeetats zugunsten ärmerer Länder aufgefordert wurden.

Zidane entschied sich für die Unterstützung eines Ausbildungsprojekts in Albanien, einem der ärmsten Länder Europas. Kürzlich erschienen Omar Sharif und Carla Bruni auf einer ähnlichen Anzeige für das UNDP-Programm, der Inserate mit weiteren Prominenten wie Marina Hingis, Gérard Depardieu, Jaques Villeneuve, Jeanne Moreau, Satya, Serguei Bubka, etc. folgen werden. Diese Werbekampagne wird von der Agentur Leagas Delaney pro bono gestaltet und hat bereits einige weltberühmte Photographen als Mitarbeiter gefunden, wie Sarah Moon, Satoshi Saikusa, Paolo Roversi, Jeanloup Sieff, Helmut Newton, Javier Valhonrat, Fernando Scianna, Sebastiao Salgado . . .

Auf dem von der UNO im September 2000 organisierten Millenniumsgipfel - dem bisher größten Zusammentreffen von Spitzenpolitikern der Welt - setzten sich mehr als 160 Staats- und Regierungschefs gemeinsam das Ziel, bis zum Jahr 2015 die Armut weltweit um die Hälfte zu reduzieren. Bei der Erreichung dieses Ziels soll von allen Institutionen der UNO das UNDP den größten Beitrag leisten. Das UNDP unterstützt die Regierungen der Entwicklungsländer bei der Planung und Umsetzung von Strategien und Maßnahmen zur Eindämmung der Armut. Über die Beratung der Regierungen hinaus initiiert das UNDP Partnerschaften mit privaten und öffentlichen Akteuren zur Stärkung einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Als „Entwicklungsbehörde der Entwicklungsländer“ spielt das UNDP auch eine Fürsprecherrolle, vor allem mit seinem jährlich erscheinenden Bericht über die menschliche Entwicklung, der Vorschläge für eine kreative Politik unterbreitet und darüber hinaus über die Lage der Menschen weltweit Auskunft gibt. Gemeinsam mit den „Teams zur Beendigung der Armut“ will die vom UNDP ins Leben gerufene Initiative NetAid eine breite Öffentlichkeit erreichen und diese zur Unterstützung derer aufrufen, die im Kampf gegen die Armut an vorderster Front stehen.

Zinédine Zidane, der bei Juventus Turin spielt, wurde 62mal in die französische Nationalmannschaft berufen und spielte eine Schlüsselrolle beim französischen Weltcup-Sieg 1998 und beim Europacup der Nationen 2000. 1998 wurde er von der FIFA als weltbester Spieler ausgezeichnet. 1972 in Marseille, Frankreich, geboren, spielte er in Cannes und Bordeaux, ehe er nach Italien übersiedelte. Meist auf privater Basis setzt sich Zinédine Zidane seit langem für soziale und humanitäre Aktionen ein.

Zu seinen öffentlichen Auftritten zählen u.a. seine Beteiligung an einem Wohltätigkeitsmatch der französischen Nationalmannschaft zugunsten der SOS Kinderdörfer Anfang des Jahres 2000 und, auf Initiative des UNDP, sein gemeinsamer Auftritt mit Ronaldo bei einer von Secours Populaire Francais organisierten Veranstaltung am 24. August 2000 im Stade de France bei Paris zugunsten von 600 Kindern, denen von ihren Familien keine Urlaubsreise ermöglicht werden konnte.

Zinédine Zidanes Ernennung fällt in das Internationale Jahr der Freiwilligen, das von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit ausgerufen wurde. Außerdem fällt die Ernennung mit der Eröffnung der Jahrestagung der UNO-Menschenrechtskommission zusammen und erinnert daran, daß „Freiheit von Not“ ein fundamentales Menschenrecht ist.

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Weitere Informationen bei Jean Fabre, UNDP, Genf, Tel. (+41-22) 917-8542; Fax (+41-22) 917-8005; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.   

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