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Generalsekretär Kofi Annan: Frauen an den Verhandlungstisch! Für ihre wirksamere Einbindung in die Konfliktlösung

UNIC/325

Erklärung zum Internationalen Tag der Frau, 8. März 2001

NEW YORK, 8. März 2001 - Im Internationalen Jahr der Frau 1975 haben die Vereinten Nationen beschlossen, jedes Jahr am 8. März den Internationalen Tag der Frau zu begehen. Aus diesem Anlaß hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Ein Vierteljahrhundert ist seit dem 8. März 1976 vergangen, als wir zum ersten Mal in den Vereinten Nationen den Internationalen Tag der Frau gefeiert haben. 25 Jahre später, haben wir viele Gründe zu feiern. Zahlreiche Fortschritte sind in der Förderung der Frauen erreicht worden - von einer besseren Rechtslage bis zur größeren Teilhabe, von der Kairo-Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung bis zur Aktionsplattform von Beijing, von der stärkeren wirtschaftlichen Position der Frau bis zur intellektuellen Emanzipation.

Aber dieser Internationale Tag der Frau soll uns auch daran erinnern, dass für die Mehrheit der Frauen der Welt das tägliche Leben ein schwieriger und manchmal sogar gefährlicher Kampf bleibt. Das letzte Jahr hat die Gleichstellung der Geschlechter, Entwicklung und Frieden stärker in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit gerückt - Ziele, die auch weiterhin zu den zentralen Aufgaben unserer Organisation zählen und die nach wie vor noch weit von ihrer Verwirklichung entfernt sind.

Letzten Juni hat die „Beijing plus Fünf“ Sondertagung der Generalversammlung gezeigt, dass wir zwar in einigen Bereichen bei der Umsetzung der Beijing-Plattform voran gekommen sind, dass es aber viele Punkte gibt, wo ernst zu nehmende Fortschritte noch vor uns liegen. Im Oktober hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner ersten öffentlichen Debatte über Frauen, Frieden und Sicherheit eine der vordringlichsten Herausforderungen angesprochen.

Es ist eines der tragischen Merkmale moderner Konflikte, dass Frauen und Mädchen zunehmend und unverhältnismäßig stark unter den Folgen dieser Konflikte zu leiden haben. Sie haben diese Konflikte weder vom Zaun gebrochen noch sind sie für ihre Durchführung verantwortlich, und doch werden sie zum direkten Ziel dieser Auseinandersetzungen, oft als Mittel, um den Gegner zu demütigen und die Moral und den Widerstand seiner Bevölkerung zu brechen. Erste Schritte sind gemacht worden, um der Kultur der Straflosigkeit gegenüber diesen beklagenswerten Praktiken ein Ende zu machen - sowohl bei den Internationalen Strafgerichtshöfen für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda, als auch durch die Annahme des Römischen Statuts für den Internationalen Strafgerichtshof. Daran müssen wir weiter arbeiten.

Aber wir müssen mehr tun. Wie die Resolution des Sicherheitsrates klar stellt, müssen wir das Thema Frauen, Frieden und Sicherheit an verschiedenen Fronten angehen. So wie die Frauen oft die ersten Opfer bewaffneter Konflikte sind, müssen sie auch als Schlüssel für deren Lösung erkannt werden. Wir müssen uns darum bemühen, Frauen effektiver in den weltweiten Friedensprozess einzubinden.

Wir werden uns zunehmend darüber bewußt, dass Frauen besondere Fähigkeiten und Erfahrungen besitzen, mit denen sie in allen Phasen des Friedensprozesses Ihren Beitrag leisten können. In Zeiten von Konflikten sind es oft die Frauen, die für ihre Familien, ihre Bauernhöfe und Dörfer allein sorgen müssen. Frauen verstehen die Ursache von Spannungen und wissen, welche Machtzentren innerhalb der Gemeinschaften und Länder am ehesten Friedensinitiativen unterstützen würden. Frauen können zusammenarbeiten und über Grenzen und Hindernisse hinweg Kontakte aufnehmen.

Wir müssen dieses Potenzial stärker nutzen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Erfahrungen auf allen Ebenen in nationalen und internationalen Foren ihre Nachahmung finden. Wir müssen Partnerschaften zwischen allen Akteuren aufbauen - zwischen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, gesellschaftlichen Gruppen und dem Privatsektor - um mehr Frauen an den Verhandlungstisch und in Entscheidungsgremien zu bringen. Wir müssen von der Erkenntnis ausgehen, dass die vollständige Teilhabe von Frauen an der Vorbeugung und Lösung von Konflikten für die Aufrechterhaltung und Förderung von Frieden und Sicherheit im 21. Jahrhundert eine entscheidende Rolle spielt. Lassen Sie das, am Internationalen Tag der Frau 2001, unser Credo für ein friedlicheres Jahrtausend sein.

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