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UNEP-Exekutivdirektor Klaus Töpfer: UNO-Konvention gegen Wüstenbildung muss größere Bedeutung bekommen

UNIC/310

Ein Sechstel der Weltbevölkerung von Wüstenbildung betroffen

NAIROBI, 8. Dezember 2000 (UNEP) - „Die UNO-Konvention zur Bekämpfung von Wüstenbildung (UNCCD) muss innerhalb der UNO-Konventionen eine größere Bedeutung bekommen“, sagte Klaus Töpfer, der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). „Während bisher nur einige wenige Länder die unmittelbaren Folgen von Wüstenbildung und Dürre spüren, werden wir in Zukunft alle ihre langfristigen Konsequenzen zu tragen haben.“

Die vierte Tagung der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Bekämpfung von Wüstenbildung wird vom 11. bis 22. Dezember in Bonn stattfinden.

Regierungsvertreter werden über weitere notwendige Maßnahmen diskutieren, um die Landverödung in den Trockengebieten der Erde aufzuhalten. Ihre schlimmste Form, die Wüstenbildung, tritt ein, wenn sich fruchtbares Land in unproduktiven, toten Boden verwandelt.

Menschen sind gleichzeitig die Verursacher und Leidtragenden von Landverödung. Unangemessene Methoden der Landnutzung und steigender Bevölkerungsdruck beschleunigen die Degradierung des Bodens vor allem in anfälligen Trockengebieten. Etwa 40% der Erdoberfläche bestehen aus solch gefährdeten Gebieten und geschätzte 65% des vorhandenen fruchtbaren Bodens haben bereits Teile ihrer biologischen und physikalischen Funktionen eingebüßt.

Als eine der beiden UNO-Organisationen mit Hauptsitz in Afrika, erlebt UNEP die Folgen von Landdegradierung aus erster Hand. Umweltflüchtlinge, die dem Teufelskreis aus unfruchtbarem Land, Dürren, sinkender landwirtschaftlicher Produktivität und Bodenübernutzung zu entfliehen suchen, sind die ersten Opfer sich ausdehnender Wüsten. Mehr als 40% der Bevölkerung Afrikas lebt in solchen Gebieten unter schwersten Bedingungen. In Asien und Lateinamerika ist die Situation ähnlich.

Weltweit ist ein Sechstel der Weltbevölkerung von Wüstenbildung betroffen.
Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen globalem Klimawandel und zunehmender Landdegradierung. Verlängerte Trockenzeiten oder ein Anstieg der Temperatur hätten verheerende Folgen für die empfindlichen Ökosysteme in den ariden und semi-ariden Gebieten der Erde. Umgekehrt hat Wüstenausdehnung einen erwiesenen Rückkopplungseffekt auf den globalen Klimawandel.

„Industrieländer glauben noch immer, dass Wüstenbildung ein regionales Problem sei, das nur die Länder des Südens betrifft“, warnte Töpfer. Die schwerwiegenden Konsequenzen des Klimawandels sowie der enge Zusammenhang zwischen weltweitem Handel landwirtschaftlicher Produkte und Landdegradierung verdeutlichen jedoch den globalen Charakter des Problems.

Die USA haben angekündigt, die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung in Kürze zu ratifizieren. Damit steigt die Zahl der ratifizierenden Länder auf 170. Dies läßt hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihre Verpflichtungen für eine Bekämpfung der Wüstenbildung zunehmend ernst nimmt.

Das Sekretariat der UNO-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) hat seinen Sitz in Bonn.

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Für weitere Informationen über das Umweltprogramm der Vereinten Nationen wenden Sie sich bitte an: Michael Williams, UNEP-Informationsabteilung für Konventionen in Genf, Tel.: (+41-22) 917-8242; Fax: (+41-22) 797-3464; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; oder an Tore J. Brevik, Pressesprecher und Direktor für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, UNEP, Postfach 30552, Nairobi, Tel.: (+254-2) 623292; Fax: (+254-2) 623692; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

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