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Generalsekretär Kofi Annan: Regierungen, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und internationale Organisationen müssen gemeinsam den Welthunger bekämpfen

UNIC/297

Erklärung zum Welternährungstag – 16. Oktober 2000

NEW YORK, 16. Oktober 2000 -- Der 1979 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) proklamierte Welternährungstag soll alljährlich am 16. Oktober auf die Probleme der Welternährung aufmerksam machen und die internationale Solidarität im Kampf gegen Hunger, Unterernährung und Armut mobilisieren. Der Tag erinnert an die Gründung der FAO im Jahre 1945. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Die Menschheit hat im letzten Jahrzehnt große Fortschritte verzeichnet. Von der Entschlüsselung der menschlichen Gene bis zur globalen Kommunikation in Echtzeit sind gigantische Entwicklungssprünge gelungen. Aber unsere Welt wird immer noch von einer großen menschlichen Tragödie heimgesucht. Bis zum heutigen Tag wird 800 Millionen Männern, Frauen und Kindern das elementarste aller Menschenrechte verwehrt: das Recht auf Nahrung.

Nahrung ist für das menschliche Leben essentiell - ohne Nahrung geht nichts: kein Lernen, kein Handel, keine Kunst, keine Literatur, kein Fortschritt. Hunger ist ein bedeutendes Hindernis für die menschliche Entwicklung und die Verwirklichung der Menschenrechte. Er zerstört nicht nur Leben und Hoffnungen der Menschen, er gefährdet Frieden und Prosperität der Nationen.

In der Entwicklungswelt ist das Hungerproblem besonders akut. Einer von fünf Menschen hat dort keinen Zugang zu qualitativ ausreichender Nahrung. In Afrika leidet eines von drei Kindern an ständiger Unterernährung. Insgesamt sterben jährlich 6 Millionen Kinder im Vorschulalter an den Folgen von Hunger.

Um dieses neue Jahrtausend vom Hunger zu befreien, müssen wir dringend an vielen Fronten tätig werden, nicht nur, um den unmittelbaren Hunger zu stillen, sondern auch, um die eigentlichen Ursachen des Hungers zu bekämpfen. Den Hunger und die Unsicherheit auf dem Ernährungssektor zu beenden, ist nicht nur eine Frage des verstärkten Nahrungsmittelanbaus. Jüngste Studien haben gezeigt, das vier von fünf unterernährten Kindern in der Entwicklungswelt in Ländern leben, die über Nahrungsmittel im Überfluss verfügen. Die größte Herausforderung besteht kurzfristig gesehen darin sicherzustellen, dass die Nahrung auch in die Hände und Münder jener gelangt, die sie jetzt brauchen: die Armen, die Frauen und junge Mädchen, die entlegenen ländlichen Gebiete, die ethnischen Minderheiten, die marginalisierten Gesellschaftsgruppen, sowie die Opfer von Kriegen und Naturkatastrophen.

Wir müssen aber auch eine breitere, langfristigere Strategie im Auge behalten. Im Mittelpunkt dieser Strategie muss eine Veränderung hin zur Anhebung des Ausbildungsniveaus von Frauen und Mädchen stehen. Das hat sich in der Vergangenheit als eine starke Waffe gegen den Hunger erwiesen und wird auch der Schlüssel zu einer ‚hungerfreien‘ Welt in der Zukunft sein. Generell gesehen, müssen wir uns um eine Form des Wirtschaftswachstums bemühen, die Armut wirklich reduziert, besonders in ländlichen Gebieten. Wir brauchen eine Politik, die den Armen bessere Arbeitsmöglichkeiten gibt und Sicherheitsnetze, um die Schwächsten zu schützen.

Wir sind heute besser denn je zuvor in der Geschichte dafür gerüstet, den Kampf gegen den Hunger zu gewinnen. Die wichtigsten Elemente einer Strategie zur Schaffung einer Welt frei von Hunger liegen vor. Was bisher gefehlt hat, ist der politische Wille diese Strategie auch umzusetzen. Jetzt ist die Zeit da, dass alle zur Erreichung dieses Ziels zusammenfinden müssen: die Regierungen, die Zivilgesellschaft, der Privatsektor und die internationalen Organisationen. Gemeinsam können wir diesen Traum Wirklichkeit werden lassen und das neue Jahrtausend tatsächlich vom Hunger befreien.

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