Donnerstag, 23 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

Generalsekretär Kofi Annan: Frauen und Jugend müssen stärker in die Katastrophenvorbeugung eingebunden werden

UNIC/296

Erklärung zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung – 11. Oktober 2000

NEW YORK, 11. Oktober 2000 – Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 1999 beschlossen, den ursprünglich nur während der Internationalen Dekade der Katastrophenvorbeugung (1990-1999) begangenen Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung auch weiterhin am jeweils zweiten Mittwoch im Oktober zu begehen. Aus diesem Anlass hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Unsere Welt ist heute anfälliger für Katastrophen geworden als je zuvor. Die Zahl an Menschenleben, die bei Katastrophen verloren gehen, nimmt ständig zu. Die wirtschaftlichen Kosten von Katastrophen schnellen noch rascher in die Höhe. Aber bisher sind wir, die Gemeinschaft der Nationen, relativ passiv geblieben.

Immer stärker wird uns bewusst, dass die sogenannten „Naturkatastrophen“ gar nicht so „natürlich“ sind, wie es den Anschein hat. Tatsächlich verwenden Experten, die sich eingehend mit der Vorbeugung von Katastrophen befassen, heute das Wort „Natur“ in diesem Zusammenhang überhaupt nicht mehr. Die Botschaft der Experten ist klar: Die Hauptursache der zunehmenden Katastrophenschäden sind Eingriffe des Menschen.

Am dramatischsten zeigt sich dies, wenn menschliches Handeln das natürliche Gleichgewicht der Erde verändert und die Folgen dieser Eingriffe in der Atmosphäre, den Ozeanen, an den polaren Eiskappen, in der Walddecke und Tausenden anderen natürlichen Säulen des Lebens auf unserem Planeten zu spüren sind.

Weniger sichtbar, aber gleichermaßen unheilvoll fügen wir uns selber Schaden zu. Zu keiner Zeit in der Menschheitsgeschichte lebten so viele Menschen in Städten, die auf seismisch aktiven Boden stehen. Nie zuvor haben so viele Menschen in Überschwemmungsgebieten gewohnt oder sich in Erdrutsch gefährdeten Gegenden angesiedelt, wie etwa in Venezuela, wo vor kurzem 30.000 Menschen in einer Schlammlawine umkamen. Durch Masse, Armut, Unwissenheit und fehlender Voraussicht und Planung beschwören wir selbst Gefahren für uns herauf.

Gleichzeitig sind wir alles andere als hilflos. Neue Technologien ermöglichen wirtschaftlichen Fortschritt, ohne dabei in die lebenswichtigen Ökosysteme der Erde eingreifen zu müssen. Es gibt auch Technologien, mit deren Hilfe das Risiko in erdbebengefährdeten Gebieten reduziert werden kann. Planungsinstrumente und Prognosetechniken können wesentlich dazu beitragen, die Schäden bei Hochwasserkatastrophen einzudämmen.

Aber diese Instrumente und Techniken werden zu selten in Anspruch genommen, um den ärmsten und besonders anfälligen Menschen zu helfen, die die schweigende Mehrheit der Katastrophenopfer weltweit bilden. Bevor wir nicht lernen, die in Universitäten und Forschungszentren in verschiedenen Teilen der Welt bereits entwickelten Technologien und Werkzeuge zu nutzen und sie in den besonders gefährdeten Gebieten anzuwenden, wird die Voraussage nur noch schlechter werden.

Die internationale Gemeinschaft hat eine Internationale Strategie zur Katastrophenvorbeugung verabschiedet, die eine dreifache Allianz zwischen den Vereinten Nationen, den regionalen Gruppierungen und der Zivilgesellschaft vorsieht. Diese Strategie, die sich noch in ihren Anfängen befindet, lässt auf eine zunehmende, weltweit koordinierte Anstrengung hoffen, mit der wir die Flut der Katastrophen zurückdrängen können.

Aber es sind auch neue Anstrengungen erforderlich. Zwei gesellschaftliche Gruppen müssen dringend stärker in die Katastrophenvorbeugung miteinbezogen werden: Frauen und junge Menschen. Wenn man ihnen mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung gibt, können sie einer Sache, die bisher zu technokratisch angegangen wurde, mehr politisches Gewicht verleihen. Zahlreiche technokratische Lösungen stehen bereits zur Verfügung. Als starke Motoren für den Wandel können Frauen und Jugendliche weltweit dabei helfen, jene Lösungen für ihre Gemeinschaften zu finden, die sie am meisten brauchen.

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front