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Generalsekretär Kofi Annan: Grußwort zum 10. Jahrestag der deutschen Einheit

UNIC/295

NEW YORK, 3. Oktober 2000 -- Anlässlich des 10. Jahrestages der deutschen Einheit hat Generalsekretär Kofi Annan folgendes Grußwort an die Teilnehmer des Festaktes zum Tag der Deutschen Einheit in der Sächsischen Staatoper Dresden gerichtet:

Die Vereinigung von Ost- und Westdeutschland am 3. Oktober 1990 war ein Ereignis, das Deutschland, Europa und die Welt verändert hat. Sicherlich war der Einigungsprozess mit ernsten wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Schwierigkeiten verbunden, und der monumentale Übergang von einer Zentralplanungswirtschaft zur Marktwirtschaft, der sich in Ostdeutschland vollzog, war von großem Leid und Opfern begleitet. Doch hege ich keinen Zweifel daran, dass sich die unbeirrte Entschlossenheit des deutschen Volkes letztendlich für alle auszahlen wird.

Was Deutschland befreit hat, hat auch mitgeholfen, die Vereinten Nationen frei zu machen. Die Spannungen, das Wettrüsten und die ideologische Rivalität des Kalten Krieges, die Deutschland gespalten hatten, führten auch zu einer Spaltung der Vereinten Nationen, die sich nirgends so nachteilig auswirkte wie im Sicherheitsrat.

Zwar konnten die Vereinten Nationen diese Kluft umgehen und viele Aufgaben voranbringen, doch waren ihnen in entscheidenden Fragen des Friedens und der Sicherheit mitunter die Hände gebunden oder sie wurden an den Rand gedrängt.

Selbst heute ist die Einheit des Sicherheitsrats keineswegs gewährleistet, und Einheit allein ist noch keine Erfolgsgarantie. Doch stellt die neue Freiheit des Rates, Einigung zu erzielen, eine wichtige und positive Entwicklung für die internationale Gemeinschaft dar.

Das am deutlichsten sichtbare Zeichen der deutschen Teilung war die Mauer zwischen Ost- und Westberlin – das Produkt und Symbol einer Regierung, die ihr eigenes Volk fürchtete, und ein Mahnmal für die Verstocktheit menschlichen Denkens. Seien wir alle dankbar dafür, dass diese Mauer jetzt nur noch Erinnerung ist. Dank der Initiative des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, wird ein kleines Stück davon bald ständig am Amtssitz der Vereinten Nationen ausgestellt werden.

Eine Teilung zu überwinden, ist keine einfache Aufgabe; ebenso wenig, wie Menschen zusammenzuführen. Die deutsche Einigung zeigt indessen, dass dies dennoch möglich ist – nicht durch Gewalt, sondern durch friedliche Demonstrationen und vernünftige Kompromisse. In diesem Sinne beglückwünsche ich das deutsche Volk zu dem, was es bisher vollbracht hat, und ich sehe seinem höchst bedeutsamen Beitrag zu den Zielen der Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert erwartungsvoll entgegen.

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