Dienstag, 21 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: Frauen tragen Last eines unzureichenden und mangelhaften städtischen Verwaltungswesens

UNIC/294

Erklärung zum Welt-Habitat-Tag, 2. Oktober 2000

NEW YORK, 2. Oktober 2000 – 1985 hat die UNO-Generalversammlung den ersten Montag im Oktober zum Welt-Habitat-Tag erklärt. Der Tag wurde zum ersten Mal im Jahr 1986 begangen, genau 10 Jahre nach der Internationalen Konferenz der Vereinten Nationen über das Wohn- und Siedlungswesen in Vancouver, Kanada. Anlässlich des diesjährigen Welt-Habitat-Tages hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Im Laufe der nächsten Generation wird sich die städtische Bevölkerung weltweit von 2,5 auf 5 Milliarden verdoppeln. Das bedeutet, dass die meisten Menschen der Welt bald in Städten leben werden. Das rapide Voranschreiten der Verstädterung hat dazu geführt, dass viele Bürger, vor allem in den Entwicklungsländern, keine Grundversorgung haben und dazu gezwungen sind, in überfüllten Vierteln und unter unhygienischen Bedingungen zu leben. Das Verwaltungswesen hat es eindeutig nicht geschafft, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Zu den schlimmsten Fehlentwicklungen gehört es, dass die Armen bei den Entscheidungsprozessen, die ihr tägliches Leben beeinflussen, kaum eine Rolle spielen.

Theoretisch werden alle Armen, ungeachtet ihrer Geschlechtszugehörigkeit, von der Verwaltung ausgeschlossen. In der Praxis müssen sich jedoch die Frauen stärker als die Männer mit den Folgen der Entscheidungen, die andere Leute getroffen haben, auseinandersetzen. Entschlossen, für ihre Familien auch in der trostlosesten Umgebung ein Zuhause zu schaffen, räumen Frauen Berge von Müll von öffentlichen Plätzen, um Abflussrinnen zu graben. Um ihre Familien zu ernähren, bauen sie Nahrungsmittel auf winzigen Stücken Land an. Aus Sorge über die Gesundheit ihrer Familien nehmen sie die beschwerliche Suche nach sauberem Wasser auf sich.

Tatsächlich zeigt die tägliche Routine einer Frau in einem städtischen Elendsviertel sehr anschaulich, dass Frauen die Last eines unzureichenden und mangelhaften städtischen Verwaltungswesen tragen.

Aus der puren Verzweiflung heraus, die in solchen Situationen aufkommt, haben viele Frauen Sparvereine gegründet und landwirtschaftliche Programme und Hygienekampagnen gestartet. Diese Bemühungen um einen greifbaren Wandel machen die Frauen zu den unbesungenen Heldinnen der armen Stadtbezirke. Aber solange die Frauen nicht in die Verwaltung ihrer Viertel einbezogen werden und solange ihre Sorgen nicht zu den Sorgen der gesamten Gemeinschaft und der großen Politik werden, wird sich die Krise der Städte nur noch verschlimmern.

Aus diesem Grund soll es am diesjährigen Welt-Habitat-Tag darum gehen, die Rolle der Frauen und ihre Präsenz im städtischen Verwaltungswesen zu stärken. Auf allen Ebenen der Verwaltung muss es mehr Frauen in Führungspositionen geben und die Entscheidungsträger, Männer wie Frauen, müssen sich der Themen annehmen, die arme Frauen betreffen. Lassen Sie uns an diesem ersten Welt-Habitat-Tag im 21. Jahrhundert versprechen, dass wir mehr tun werden, um das städtische Verwaltungswesen zu erneuern.

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