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Millenniumsgipfel soll Rolle der Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert festlegen

UNIC/282

Millenniumsgipfel 6. - 8. September 2000

Staats- und Regierungschefs beraten über Friedenssicherung und UNO-Reform, globale Zielsetzungen für Armutsbekämpfung, AIDS, Ausbildung und Umweltfragen

NEW YORK, August 2000 -- Rund 150 Staats- und Regierungschefs werden am Sitz der Vereinten Nationen vom 6. - 8. September zusammenkommen, um die wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte in Angriff zu nehmen. Der Millenniumsgipfel ist wahrscheinlich die bisher größte Versammlung politischer Führer der Welt. Der Gipfel soll unter dem Thema “Die Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert“ eine Fülle von herausragenden Problemen ansprechen. Die wichtigsten Fragen dabei sind, wie Milliarden von Menschen aus bitterster Armut befreit, wie die Friedenseinsätze der Vereinten Nationen gestärkt und wie die globalen Umweltprobleme wirksamer angegangen werden können.

Generalsekretär Kofi Annan hat die Staats- und Regierungschefs ersucht, sich zu einer Reihe von Zielsetzungen zu bekennen. So soll u.a. bis zum Jahr 2015 die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen halbiert, die Ausbreitung von HIV/AIDS eingedämmt bzw. zurückgeführt und die gleichberechtigte Grundbildung für Jungen und Mädchen sichergestellt werden. Diese Ziele hat der Generalsekretär zusammen mit weiteren Initiativen in seinem Millenniumsbericht vorgeschlagen, der im April zur Vorbereitung des Gipfels veröffentlicht wurde. Der Bericht gehört zu einem Aktionsplan, der dafür sorgen soll, dass die Globalisierung allen Menschen Vorteile bringt.

“Ich wünsche mir von den Staatsmännern, dass sie sich auf konkrete Ziele einigen und Themen festlegen, denen wir uns mit vereinten Kräften widmen wollen, um sie in den nächsten 15 oder 20 Jahren zu lösen,“ sagte Kofi Annan in einem Interview. Er fügte hinzu: „Der Gipfel soll daher eine Botschaft der Hoffnung sein, eine Botschaft, die besagt: ‚Ja, wir können hier etwas tun' und eine Botschaft, die fordert: ‚Lasst uns zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen'.“

Der Gipfel wird unter dem gemeinsamen Vorsitz des namibischen Staatspräsidenten Sam Nujoma, dessen Land die Präsidentschaft der 54. Generalversammlung innehat, und der finnischen Staatspräsidentin Tarja Halonen, deren Land den Präsidenten für die am 5. September 2000 beginnende 55. Generalversammlungstagung führen wird, abgehalten.

Interaktive Runde Tische

Neben der Abgabe formeller Erklärungen werden die Staats- und Regierungschefs auch an einem der vier interaktiven Runden Tische teilnehmen, die jeweils von Vertretern verschiedener Regionen geleitet werden. Den Vorsitz bei diesen Runden Tische werden die Staats- oder Regierungschefs von Algerien, Polen, Singapur und Venezuela führen.

Der Gipfel wird ein Abschlussdokument verabschieden, über das derzeit in der Generalversammlung unter der Leitung von Generalversammlungspräsident Theo-Ben Gurirab beraten wird.

Während des Gipfels, am 7. September, wird eine Sitzung des Sicherheitsrats auf Staatsoberhauptebene stattfinden und sich mit Friedenssicherungsmaßnahmen, vor allem in Afrika, befassen. Die Debatte wird sich voraussichtlich auf die Ergebnisse eines Expertengremiums der Vereinten Nationen stützen, das vom Generalsekretär eingesetzt wurde und unter dem Vorsitz von Botschafter Lakhdar Brahimi Wege zur Stärkung der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen geprüft hat. Der Bericht des Gremiums wurde am 23. August vorgelegt.

Die Staats- und Regierungschefs wurden vom Generalsekretär auch eingeladen, die Gelegenheit wahrzunehmen und anlässlich des Gipfels multilaterale Verträge, denen ihre Länder noch nicht beigetreten sind, zu unterzeichnen oder zu ratifizieren. Dazu gehören insbesondere 25 zentrale Übereinkommen, in denen die wichtigsten politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen zum Ausdruck kommen. Es geht dabei um die Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofes, das Verbot von Landminen, die Rechte von Frauen und Kindern, oder den Klimawandel.

Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen wird während des Gipfels ein informelles hochrangiges Treffen seines Präsidiums und dabei über die jüngste Tagung des Rates über Informationstechnologie und die Frage der Überbrückung der „digitalen Kluft“ zwischen armen und reichen Ländern diskutieren.

Generalsekretär Annan hat in seinem Millenniumsbericht einige neue Informationstechnologieprojekte auf den Weg gebracht, als Beispiele für innovative öffentlich-private Partnerschaften, die mit Hilfe der Vereinten Nationen aufgebaut werden können. Dazu gehört ein Freiwilligenkorps, das in den Entwicklungsländern Ausbildungsprojekte im Bereich der Informationstechnologie durchführt; ein „Gesundheits-InterNetzwerk“, das über 10.000 Krankenhäusern, Kliniken und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in armen Ländern mit Hilfe des Internet den Zugang zu aktuellen medizinischen Informationen erschließt; oder eine Initiative zur Bereitstellung von Mobil- und Satellitentelefonen für Mitarbeiter im Katastropheneinsatz. Jede dieser Initiativen befindet sich bereits in der Phase eines Pilotprojekts.

Die Einberufung des Millenniumsgipfels war von Generalsekretär Kofi Annan in seinem 1997 erschienenen Bericht „Erneuerung der Vereinten Nationen: Ein Reformprogramm“ vorgeschlagen worden und wurde im Dezember 1998 von der Generalversammlung offiziell gebilligt. Die Versammlung war der Überzeugung, dass der Jahrhundertwechsel „einen einzigartigen und in seiner Symbolik bezwingenden Augenblick zur Artikulierung und Bekräftigung einer inspirierenden Vision der Vereinten Nationen in dieser neuen Ära darstellt“. Sie beschloss daher, ihre 55. Tagung zur Millenniumsversammlung zu erklären und einen Millenniumsgipfel abzuhalten.

Parallel dazu fand eine Volksversammlung statt, das Millenniumsforum, das vom 22. bis 26. Mai rund 1.350 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus mehr als 100 Ländern zusammenführte. Ihre Erklärung, die dem Gipfel vorgelegt wird, fordert auch die Schaffung eines Fonds zur Ausrottung der Armut.

Über ein Dutzend weiblicher Staats- und Regierungschefs werden mit hochrangigen UNO-Funktionärinnen am 5. September an einem informellen Treffen teilnehmen, das vom Rat für Frauen in Spitzenpositionen (Council of Women World Leaders) in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen veranstaltet wird. Den Vorsitz wird die Hohe Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen Mary Robinson in ihrer Eigenschaft als ehemalige Staatspräsidentin Irlands führen.

Die 53. Jahreskonferenz der Nichtregierungsorganisationen wird von der Hauptabteilung Presse und Information organisiert und vom 28. - 30. August zum Thema „Globale Solidarität: Der Weg zu Frieden und internationaler Kooperation“ stattfinden (siehe: http://www.un.org/dpi/ngosection). Auch andere große Treffen, bei denen es sich jedoch nicht um UNO-Veranstaltungen handelt, werden in der Woche vor dem Gipfel bei den Vereinten Nationen durchgeführt. Dazu zählen ein Millenniums-Weltfriedensgipfel religiöser und geistiger Führer, der vom 28. - 30. August von mehreren Religionsgemeinschaften veranstaltet wird (siehe: http://www.millenniumpeacesummit.org/) und eine Tagung der Parlamentspräsidenten, die von der Interparlamentarischen Union vom 30. August bis 1. September durchgeführt wird (siehe: http://www.ipu.org/).

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HINWEIS FÜR JOURNALISTEN:

Eine deutsche Pressemappe mit weiterem Hintergrundmaterial zum Millenniumsgipfel ist bei UNIC Bonn, Tel.: (0228) 815-2780; Fax: (0228) 815-2777; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. erhältlich oder auf der homepage von UNIC Bonn im Internet unter www.uno.de abrufbar. Weitere Informationen in englischer Sprache finden Sie unter http://www.un.org/millennium/.

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